Dienstag, 4. September 2018

Klick Klick

Zuerst soll die Maschine aus Chicago landen und 25 Minuten die Maschine aus Boston. Ich stehe am Flughafen mit unserem neuen Van bereit meine Gäste zu empfangen. Vater, Mutter und ihre zwei kleinen Töchter wollen hier mit mir auf ihre Großeltern warten. 

Es läuft anders als geplant. Die Bostonmaschine landet früher und die Chicago hat eine Stunde Verspätung. Jetzt stehe ich mit Grandma und Grandpa verlegen in der Empfangshalle. Zuerst verstauen wir das Gepäck im Auto. Bevor ich den Kofferraum schließe, fischt Opa eine Kamera mit einem mächtigen Objektiv aus seinem Rucksack und hängt sich das Monstrum um den Hals. 

Aus der ersten Drehung vom Auto weg, dreht er routiniert am Objektiv, nimmt die Eingangstüre des Terminals ins Visier, und Klick, Klick - schon ist die Speicherkarte um zwei Fotos reicher. Irgendwie erinnert mich das an mein Tontaubenschießen. Eine Stunde mindestens gilt es zu überbrücken. Langsam gehe ich auf die Plaza zwischen dem Terminal 1und Terminal 2. Hier hat AUDI eine große Radrennbahn aufgebaut. Ich beginne gleich mit der Bedeutung des AUDI-Logos, das hier überall prangt. Oma hört mir interessiert zu, stellt sinnige Fragen. Opa, Klick, Klick, Klick, ... fotografiert die leere Rennbahn. Gleich hinter dem Eingang zum Terminal 2 steht eine Figur des sitzenden König Ludwigs. Die will ich zeigen. Wir werden noch ausführlich über ihn sprechen. 

Taxi München Flughafen Terminal
Zu spät - Grandpa hat schon alles wegfotografiert.


Kaum sind wir in der Halle bemerke ich, daß die König Ludwig Figur nicht mehr da steht. An seiner statt steht hier eine Büste Franz-Josef Straußes, Namensgeber dieses Flughafens. Nun gut, von ihm gibt es auch etwas zu erzählen. Außerdem eignet er sich gut als Fotomotiv für Opa. Es gibt drei Fotos von Oma neben FJS, vier von mir geschossene  Fotos von Opa und Oma, zwei Fotos vom Taxifahrer mit Oma, zwei Fotos von Opa zwischen Taxifahrer und FJS, und schließlich noch zwei Fotos vom Taxifahrer allein neben FJS. 

Froh bin ich als wir endlich fertig sind und weiter ins Terminal 1 gehen. Langsam schreite ich voran, erzähle von den Flughäfen Münchens, dem neuen, dem alten und den ganz alten. An einer Übersichtskarte zeige ich alle Gebäude aus der Vogelperspektive. Ich zeige sogar auf die Stelle auf der sich das neue Satellitenterminal befinden soll. Während unseres kleinen Spaziergangs meldet mir meine App endlich die Landung der Lufthansa aus Chicago. 

Zu dritt nebeneinander stehen wir vor der großen Anzeigetafel, unsere Blicke konzentrieren sich auf die Stelle neben dem LH 425, an der endlich die Schrift GEPÄCK erscheinen soll. Endlich, nach weiteren 50 Minuten, springt die Anzeige auf GEPÄCK um. Wir müssen nicht mehr lange warten bis der Rest der Familie mit Kinderwagen und Riesenkindersitz am Ausgang erscheinen. Oma begrüßt freudig ihre Enkelkinder. Grandpa füttert weiter fleißig seine Speicherkarte. 

Schon bei der Fahrt vom Flughafen in die Stadt zeigt sich die Oma sehr interessiert. Neben der A9, am Lottlisa-Behling-Weg, gegenüber der Esplanade zur Allianz-Arena, erwecken die vier überdimensionalen Kegel der Münchner Stadtentwässerung ihre Aufmerksamkeit. Ich erkläre ihr, daß durch diese Anlage Biogas gewonnen wird. Das wird verbrannt und treibt Generatoren an. Und schon ist unser nächstes Thema eröffnet; die Energieversorgung. Bis zum Hotel am Bahnhof sprechen wir über Kernkraft, Sonnen- und Wasserenergie. Schließlich, am LeMeridien, entlasse ich sie in ihr Schicksal. Morgen wollen sie mit einem Guide München zu Fuß erkunden. Übermorgen hole ich sie wieder ab. Sie müssen -> weiter nach Salzburg, aber natürlich nicht, ohne vorher Neuschwanstein gesehen zu haben.

Sonntag, 2. September 2018

Mailand - diesmal privat.


(Pyrenäenreise 2017)

In Mailand war ich schon mal, -> beruflich , damals, 2010 als der isländische Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen ausgebrochen ist, und fast den gesamten europäischen Flugverkehr zum Erliegen gebracht hat. Erschöpft bin ich dort angekommen. Nach einem starken Kaffee mit meinen Kunden, den ich dort abholte, ging es wieder zurück.

Hotelschlüssel Mailand auf Fensterbank Taxi
Gerade noch ergattert - ein passendes Hotel in Mailand

Zu gerne wollte ich mir zumindest das berühmte Gemälde, Das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci im Original anschauen. Ich hatte damals aber kaum Zeit mich etwas auszuruhen.
Obwohl ich diesmal privat hier bin, gönne ich mir wieder keine Zeit etwas anzuschauen. Ich habe ja noch so viel vor mir. In Mailand auf die Schnelle ein freies, zentral gelegenes Hotelzimmer zu finden ist gar nicht so leicht.


Gelbe Straßenbahn in Mailand
Gelbe Tram
Nach dem Frühstück kann ich dann doch noch zu Fuß zu dem Friedenstor gehen. Auf dem Weg dorthin begegne ich einer der gelben Straßenbahnen, an die ich mich noch erinnern kann. Ihnen galt bei meinem letzten Mailand-Aufenthalt die größte Aufmerksamkeit.
Ich verweile keine Zeit, ich will heute noch nach Frankreich. Das letzte Abendmahl wird noch ein paar Jahre hier hängen und mir einen Grund bieten, wieder hierher zu kommen.  

Arco della Pace Platz Mailand leer
Die Mailänder haben ein Friedens- und wir ein Siegestor