Samstag, 11. August 2018

Ins Gebirg

Endlich soll es losgehen, meine Reise über die Pyrenäen, Nordspanien nach San Sebastián an den Atlantik. Die ersten zweihundert Kilometer sind mir bekannt. Über die A95 geht’s zunächst in Richtung Garmisch. Bei der Ausfahrt Murnau verlasse ich die Autobahn, ich will die landschaftlich reizvollere Strecke über den Kochel- und Walchensee nehmen. Am steilen Kesselberg, nach Kochel bemerke ich einen starken Ölgeruch im Auto. Eine Panne gleich am Beginn würde die ganze Reise gefährden. An dem Aussichtspunkt, bei dem ich schon mit den Motorradfahrern gesprochen habe, bleibe ich stehen und kontrolliere den Ölstand. Dabei werfe ich einen Blick hinter mir in das Tal. Die Wolken stehen tief über dem Kochelsee. Zum Glück ist alles in Ordnung. Der Motor ist gewaschen und danach mit Öl eingesprüht. Jetzt bei der ersten Steigung wird der Motor richtig heiß, das Öl verbrennt und sorgt für den Geruch.

Taxi München Kesselberg Kochelsee
Letzter Blick über den Kochelsee

 
In Seefeld in Tirol, ich bin immer noch auf meinem Terrain, muß ich das erste Mal tanken. Ich bezahle mit meiner Kreditkarte. Hier verlangt die Dame an der Kasse meinen Code. Dessen Anwendung ich in München mehrmals -> vergeblich versuchte . Im ersten Praxistest funktioniert der Code. Vollgetankt geht’s über die gewohnte Winterstrecke steil bergab über Mösern nach Telfs. Die Inntal Autobahn ist mir noch vertraut. Durch den langen Landecker Tunnel komme ich ins Obere Inntal. Bis hierher nach Serfaus bringe ich gelegentlich noch Wintergäste. Ab jetzt gibt es Neues zu finden, ab jetzt beginnt der Urlaub erst. 

Alpencamping Nauders, Kiosk Reschenpass, Hotel Dreiländerblick sind noch das letzte Österreichische. Aus der Reschenstraße 180 wird die Strada Statale 40. Ich bin in Südtirol. Es dauert nicht lange und ich komme am Reschensee vorbei.

Taxi München Graun Reschensee  Kirchturm im See
Sankt Katharina mit nassen Füssen


 Von der Straße aus ist schon der Altgrauner Kirchturm im Wasser zu sehen. Schon vor hundert Jahren gab es Pläne die Kraft des Flusses Reschen zu nutzen. 1939 schließlich begann das Projekt der Società Elettrica Alto Adige, einer Tochter des Montecatini-Konzerns, mit den ersten Enteignungen der Anwohner. 1949 begannen 7.000 Arbeiter mit dem Bau des Staudammes bei St. Valentin. Teile der Ortschaften Reschen und Graun versanken im entstandenen Stausee. Der ehemalige Glockenturm der Grauner Pfarrkirche, St. Katharina, wurde nicht abgetragen.

1 Kommentar:

  1. Der Informationsstand dort wurde sehr schön und mit sehr viel Liebe eingerichtet. Stückchen weiter, auf der linken Straßenseite, trotz allem Touristen-Trallala und Schnickschnack gut zum Einkehren.

    AntwortenLöschen