Freitag, 17. August 2018

World Greatest Driving Road


(Pyrenäenreise 2017)

“World greatest driving road ...” diesen Titel hat das Automagazin Top Gear der Straße vergeben, die vor mir liegt. Es ist der Reschenpaß über das Stilftser Joch von Österreich nach Italien, vom Vinschgau in die Lombardei. Der Weg ist schon uralt, Via Claudia Augusta hieß er bei den Römern und die verband schon vor der Via Raetia Rom mit Augsburg.
48 Kehren führen mich von unten rauf auf das Joch. Zahlreiche Radler tun sich die Qual an und kämpfen sich Meter für Meter langsam nach oben. Respekt vor diesem Einsatz. Seit diesem Jahr geht es sogar noch härter. Ich traute meinen Augen kaum - seit 2017 wird hier auch noch ein Marathon veranstaltet. Wenn es nach mir ginge, hätte jeder überlebende Läufer einen Pokal verdient. Natürlich fehlen auch nicht die Motorradfahrer, die Strecke ist auch zu schön. 

Restaurant Hotel Tibet am Stilftser Joch Taxi
Das Tibet am Stilftser Joch


Ganz oben steht ein Herberge, deren Architektur streng an tibetanische Vorbilder angelehnt ist. Vor Beginn der Fahrt habe ich mir kurz überlegt hier das erste Mal zu übernachten. Aber die Strecke ist für den ersten Tag nicht weit genug. So begnüge ich mit einem Essen. Es gibt Käspressknödel, eine Tiroler Spezialität. Zum Glück hört die Liebe zu Tibet in der Küche auf, auf Tee mit Yakmilch steht mir jetzt nicht der Sinn. 

Zwischen den zahlreichen Andenkenständen für die Reisenden findet sich sogar eine Bank, höher als hier bei der Filiale der Banca Populare di Sondrino kann Niemand in Europa Geld einzahlen. 

Kirche in Tirano - vom Eiscafe aus fotografiert


Über 34 Kehren und Bormio geht’s runter ins Adda Tal. Vor dem Comer See, dem Lago di Como, ist das Städtchen Tirano für einen kurzen Aufenthalt weiterzuempfehlen. Hier endet, nachdem er den großen Kreisverkehr mitten in der Stadt durchquert hat, der Bernina Express der Rhätischen Bahn.
Am Ufer des Comer Sees geht’s die letzten Kilometer nach -> Mailand, dem Ziel der ersten Etappe. 

Karte München Mailand Taxi
München - Mailand

Mittwoch, 15. August 2018

Matched

Heute habe ich über meine Mytaxi -App eine Benachrichtigung erhalten.  Mytaxi erweitert jetzt auch in München das Angebot für die Fahrgast-App Benutzer. Die Fahrgäste können sich in Zukunft ein Taxi teilen. Nächste Woche werden die Münchener Mytaxi-Fahrer im Standortbüro in der Fäustlestraße eingewiesen. Mytaxi - Match, heißt das Taxi-Sharing Programm. 

Natürlich habe ich im Netz gespickt um möglichst viel über Mytaxi - Match in Hamburg und Berlin herauszufinden. Das Programm ist dort nur zu einer begrenzten Zeit und/oder in einem bestimmten Gebiet möglich. Das Grundprinzip ist schnell erklärt: Zwei Fahrgäste teilen sich eine Taxifahrt und die Kosten. 

Noch wissen wir nicht wie das Taxi-Sharing in München im Detail funktioniert. Aber hier ein paar Informationen aus den Städten in denen Mytaxi - Match schon läuft. Die App findet zwei Matchbereite Fahrgäste die für das Teilen der Strecke in Frage kommen und generiert daraus eine Fahrt. Wir, Taxifahrer, bekommen den Auftrag  wie gewohnt auf das Handy. Das Taxameter läuft vom Anfang bis zum Ende der Fahrt. Unter den Gästen wird der Fahrpreis, entsprechend ihrer gefahrenen Kilometer, aufgeteilt. Voraussetzung ist Bezahlung über die App. Bis jetzt kann ich nur mit den groben Eckpunkten aufwarten. Sicherlich werden wir in wenigen Wochen mehr wissen. 

In einer großen WhatsApp Gruppe schrieb ein Taxifahrerkollege daß wir durch Mytaxi-Match weniger Fahrten haben werden. Wenn eine Tour zusammengestellt wird, freut sich der Taxifahrer, der die Fahrt bekommt. Die Anderen, die die weiteren Fahrgäste bekommen hätten, gehen leer aus. Selbst der Taxifahrer, der die Sammelfahrt bekommt, ist in vielen anderen Fällen der Zweite der eine Fahrt verliert. Das ist sicher richtig. Entscheidend ist für uns dabei, ob es gelingt, potentielle Kunden, die den Fahrpreis scheuen, durch Taxi-Sharing ins Taxi zu bekommen. Wenn das klappt, haben wir gewonnen. 

Isarfunk hat schon vor sechs Jahren mit -> Colexio versucht Taxifahrgäste durch eine App zu bündeln. Fahrgäste die sowieso schon Taxifahren sind die falsche Zielgruppe. Sie schätzen die Individualität, Privatsphäre und den Luxus einer Taxifahrt. Viele meiner Kunden wollen keinen, auch noch so kleinen, Umweg oder Mithörer bei Geschäftstelefonaten. Neue Kunden müssen ins Taxi! Schafft das die App, so ist sie gut, schafft sie es nicht, ist sie für uns ein Reinfall. 

Taxibus vor Parkcafe München FC Bayern
Nachtschwärmer oder Business - oder Beides?


Wo und wann das Münchner Taxi-Match gilt und welche Zielgruppe beworben wird ist interessant und maßgeblich für den (Miß)erfolg. Wer wird beworben? Partypeople für den Lift zwischen den Clubs oder Geschäftsleute für die Flughafenfahrt?  Ich hoffe dabei auf einen Erfolg, wenn uns Taxi-Sharing mehr Fahrgäste bringt. Ganz sicher bin ich dabei und probiere das Gematche.   

Dienstag, 14. August 2018

Temperatur


Es ist einer der heißen Sommertage letzter Woche. Als viertes Taxi vor dem Holiday Inn Hotel in der Hochstraße erwische ich einen Appauftrag vom Novotel in der gleichen Straße.
Dort angekommen, muß ich nicht mal zur Rezeption gehen um meinen Fahrgast abzuholen. Ein geschäftiger, junger Mann kommt schon auf mich zu. Sein Handy hat er zwischen Schulter und geneigten Kopf geklemmt. In der Linken zieht er einen Koffer. In der Rechten balanciert er ein geöffnetes Laptop. Ich öffne ihm die Türe, er legt den Laptop auf den Rücksitz. Den Koffer verstaue ich im Kofferraum. 

Es kommt gleich noch jemand, bedeutet mir der offensichtliche Amerikaner. Unablässigen spricht er am Handy. Bei uns zu Hause nennt man solche Menschen Gschaftlhuber. Kaum habe ich in der engen Einfahrt gewendet, springt schon seine Kollegin auf den noch freien Platz auf der Rückbank.

“To the airport.” 

Ein perfekter Abschluß. Jetzt fahre ich zum Flughafen, stelle mich an und warte auf eine Rückfahrt; denke ich mir. In der Ferienzeit ist der Verkehr nicht ganz so schlimm, es geht flugs voran.
Das Smartphone ist auf laut gestellt. Beide sprechen über Lautsprecher mit einer weiteren Dame, die in London die Projekte mit den verschieden Teams währen der Urlaubszeit in UK, USA und Europa plant. Wie aus heiterem Himmel beginnt das Batteriesymbol im Tachofeld zu leuchten. Das kann ich gerade noch gebrauchen. Die Temperatur des Kühlers steigt schnell an. Der Zeiger ist schon im roten Bereich. Zwei Sekunden später leuchtet schon der rote Schriftzug:

KÜHLERTEMPERATUR - MOTOR AUS! - WERKSTATT

Vor der Abzweigung auf die A92  fahre ich auf den Pannenstreifen und schalte sofort den Motor aus. Meine Fahrgäste telefonieren weiter. Bis ich die Situation erkläre, sinkt die Motortemperatur etwas ab. Ich wage es, langsam weiterzufahren. Nach zwei Kilometern steigt die Temperatur wieder in den gefährlichen Bereich. Ich stoppe zum zweiten Mal auf der Autobahn. Während die Autos mit 90 km/h an uns vorbeibrausen, konferieren meine Gäste munter weiter. Ich beschließe die Fahrt zum Flughafen nicht mehr fortzusetzen. Ich rufe einen Kollegen an, von dem ich weiß, das er an der AGIP-Tankstelle am Flughafen “wohnt”. Diesmal ist er auch da und kann mir helfen, wir verabreden uns auf der Brücke über die A92 bei der Ausfahrt Freising-Süd. Langsam mit Warnblinkern schaffe ich es bis zur Ausfahrt. Hier übernimmt mein Kollege die telefonierenden Gäste. Ich verstehe die Sprachfetzen taxi, breakdown, airport, ... 

Ich öffne die Motorhaube. Ein klein wenig freue ich mich über die Ruhe, ich kann mich um mein Taxi kümmern. Der Behälter für die Kühlflüssigkeit ist voll, der Inhalt steht unter Druck. Inzwischen ist die Temperatur wieder gesunken. Ich wage den Weg zurecht nach München, natürlich nicht über die Autobahn. Über das Land und über Garching will ich versuchen, meine Lieblingswerkstatt, den Stimmer, zu erreichen. Es ist nicht weit bis nach Mintraching, durch diesen Ort muß ich durch. Hier gibt es einen Mercedes-Händler mit Werkstatt. Ich kann ja dort immer noch entscheiden, ob ich die Weiterfahrt nach München riskiere. 

Taxi München Anzeige Pre Safe ohne Funktion
Nur eine Meldung von vielen


Langsam wird die Lenkung immer schwerer. Höchstwahrscheinlich ist der Keilriemen gerissen. Immer mit den Augen auf dem Thermometer und mit einer Abkühlpause komme ich nach Garching. Alle elektrischen Verbraucher, das Command-System, die Klimaanlage, ... habe ich abgeschaltet. Die Warnblinker schalte ich nur kurz ein wenn der Erste der Schlange, die sich hinter mir gebildet hat, ungeduldig wird. 

Taxi München Keilriemen Anzeige Tacho Ausfall
Kurz vor dem Ende


Die letzte Abkühlung bekommt der Motor hinter dem Müllberg. Jetzt sind es zum Stimmer nur noch wenige Kilometer. Langsam und mit viel Kraft, die Lenkunterstützung ist inzwischen ganz ausgefallen. Welche Rolle die zweite, kleine Batterie vorne links dabei spielt ist mir noch nicht ganz klar. Auf der Heidemannstraße beginnt der Motor zu ruckeln. Zum Glück ist es nicht mehr weit.
Mit dem letzten Strom erreiche ich die rettende Werkstatt. Das Schiebedach, lässt sich nur noch ruckweise schließen. Im Moment weiß ich nicht wem heißer ist, mir oder dem knisternden Motor. Am nächsten Tag ist die Spannrolle und der Keilriemen ausgetauscht. Jetzt weiß ich die Klimaanlage zu schätzen. Ich bin heilfroh, daß bei dieser Risikoaktion der Motor, und nicht einmal die große Batterie, Schäden genommen haben.

Samstag, 11. August 2018

Ins Gebirg

Endlich soll es losgehen, meine Reise über die Pyrenäen, Nordspanien nach San Sebastián an den Atlantik. Die ersten zweihundert Kilometer sind mir bekannt. Über die A95 geht’s zunächst in Richtung Garmisch. Bei der Ausfahrt Murnau verlasse ich die Autobahn, ich will die landschaftlich reizvollere Strecke über den Kochel- und Walchensee nehmen. Am steilen Kesselberg, nach Kochel bemerke ich einen starken Ölgeruch im Auto. Eine Panne gleich am Beginn würde die ganze Reise gefährden. An dem Aussichtspunkt, bei dem ich schon mit den Motorradfahrern gesprochen habe, bleibe ich stehen und kontrolliere den Ölstand. Dabei werfe ich einen Blick hinter mir in das Tal. Die Wolken stehen tief über dem Kochelsee. Zum Glück ist alles in Ordnung. Der Motor ist gewaschen und danach mit Öl eingesprüht. Jetzt bei der ersten Steigung wird der Motor richtig heiß, das Öl verbrennt und sorgt für den Geruch.

Taxi München Kesselberg Kochelsee
Letzter Blick über den Kochelsee

 
In Seefeld in Tirol, ich bin immer noch auf meinem Terrain, muß ich das erste Mal tanken. Ich bezahle mit meiner Kreditkarte. Hier verlangt die Dame an der Kasse meinen Code. Dessen Anwendung ich in München mehrmals -> vergeblich versuchte . Im ersten Praxistest funktioniert der Code. Vollgetankt geht’s über die gewohnte Winterstrecke steil bergab über Mösern nach Telfs. Die Inntal Autobahn ist mir noch vertraut. Durch den langen Landecker Tunnel komme ich ins Obere Inntal. Bis hierher nach Serfaus bringe ich gelegentlich noch Wintergäste. Ab jetzt gibt es Neues zu finden, ab jetzt beginnt der Urlaub erst. 

Alpencamping Nauders, Kiosk Reschenpass, Hotel Dreiländerblick sind noch das letzte Österreichische. Aus der Reschenstraße 180 wird die Strada Statale 40. Ich bin in Südtirol. Es dauert nicht lange und ich komme am Reschensee vorbei.

Taxi München Graun Reschensee  Kirchturm im See
Sankt Katharina mit nassen Füssen


 Von der Straße aus ist schon der Altgrauner Kirchturm im Wasser zu sehen. Schon vor hundert Jahren gab es Pläne die Kraft des Flusses Reschen zu nutzen. 1939 schließlich begann das Projekt der Società Elettrica Alto Adige, einer Tochter des Montecatini-Konzerns, mit den ersten Enteignungen der Anwohner. 1949 begannen 7.000 Arbeiter mit dem Bau des Staudammes bei St. Valentin. Teile der Ortschaften Reschen und Graun versanken im entstandenen Stausee. Der ehemalige Glockenturm der Grauner Pfarrkirche, St. Katharina, wurde nicht abgetragen.

Donnerstag, 9. August 2018

Am Ausbesserungswerk


Taxifahrer waren hier schon des öfteren. Wir haben hier Gäste zu Konzerten, Veranstaltungen oder Kongressen in die Zenithalle gebracht. Letztes Jahr war hier, im Kesselhaus, die Jubiläumsfeier zum 100jährigen Geburtstag unserer Taxigenossenschaft, bei der die Genossen nicht eingeladen waren.
Neu ist, daß die inzwischen asphaltierte Sackgasse, die gegenüber der Edmund-Rumpler-Straße, stadtauswärts nach der Alois-Wolfmüller-Straße, von der Lilienthalallee abgeht, einen Namen hat. Die neue Adresse lautet; Am Ausbesserungswerk. 

Taxi München Am  Ausbesserungswerk Strassenschild Motorworld im Hintergrund
Straßenschild Ausbesserungswerk - im Hintergrund links die Motorworld


1916 schon errichtete Krupp hier die Bayerischen Geschützwerke. Die Zenithalle, damals die Halle 5, stammt noch aus dieser Zeit. Nach dem ersten Weltkrieg war mit der Artillerie und Geschützen zunächst einmal Schluß - die deutsche Reichsbahn übernahm das Werksgelände. Ab 1942 stand hier mit über 36.000 qm die größte Halle Süddeutschlands. Der jetzige Bauhaus-Baumarkt nimmt nur den nördlichen Teil der ehemaligen, riesigen Lokrichthalle 24 ein. Bis 1953 wartete die inzwischen Deutsche Bundesbahn hier noch ihre Dampflokomotiven. Bis in die 90er waren die ausgemusterten Dampf-, Diesel- und E-Loks auf dem Lokfriedhof ein beliebtes Ziel für Eisenbahnfreunde aus ganz Europa. 1995 wurde der letzte Triebwagen der Deutschen Bahn AG hier gewartet. Das Werk ist der Namensgeber für diese neue Adresse im Norden Münchens.
Bald wird hier Motorworld, ein Oldtimer- und Sportwagenzentrum eröffnet. 

Taxi neben dem Kesselhaus Blickrichtung Baumarkt
Blick in die Sackgasse Am Ausbesserungswerk

Weitere -> neue Adressen in München und hier im Blog.