Sonntag, 1. Juli 2018

Aufgebockt


Nachdem ich meine -> Kreditkarte vor der -> Fahrt nach Spanien ausgiebig testete, gibt es noch eine Sache, die ich vorher durchspielen muß. Anlaß dazu bietet mir eine Erfahrung als Taxiunternehmer. Es war in den 90ern. Unser Taxibüro war in der Theresienstraße in der Maxvorstadt. Nicht weit davon, in der Käthi-Kobus-Straße war eine bei Taxifahrern beliebte Waschanlage.
 Einer unserer Fahrer hatte ein Reifenpanne. Damals hatten die Taxis alle noch richtige Ersatzreifen in der Mulde des Kofferraums. Irgendwie hat der Fahrer es geschafft sich beim Autowaschen einen platten Reifen einzufangen. Bis heute wissen wir nicht wie sich das zugetragen hat. Jedenfalls hat er versucht mit dem Mercedes-Bordwerkzeug die Radmutter zu lösen. Das Bordwerkzeug, Taxifahrer kennen es, ist ein grießig, gegossenes Werkzeug mit einem Stiel so lange wie ein iPad. Natürlich entwickelt man mit einem derart kurzen Hebel nicht die Kraft eine Schraube zu lösen, die vor Monaten in der Werkstatt auf Brusthöhe mit einem Luftdruck-Schlagschrauber angeknallt wurde. Proaktiv und ergebnisorientiert setzt der pannengeplagte Chauffeur das Spielzeug an, steigt auf das schwindlige Glump, wippt um die Schwerkraft zu erhöhen bis ... das Drum auf den Boden klimpert. Das Resultat ist eine abgedrehte Radmutter.
 Genauso war es an der besagten Waschanlage. Das beste Radkreuz hilft jetzt nicht mehr. Das Taxi ist nicht mehr fahrbereit. Es kann nicht mal mehr abgeschleppt werden. Wir mussten es auf einen Autotransportanhänger zerren und zur Werkstatt bringen. Ein umständliches Verfahren, obwohl der Reservereifen 100.000 Kilometer kreuz und quer durch München gefahren wurde. 

Seitdem lag bei meinen Taxis und Privatwagen (wenn sie mit einem Reserverad ausgerüstet waren) ein gescheiter Schraubenschlüssel zwischen den Küchenrollen im Kofferraum. Das Werkzeug gibt es in jedem Baumarkt, kostet dort um die 10 €, hat einen Knebel zum ausziehen und eine Nuß von Hazet. Das Material ist von hoher Qualität, der verlängerte Hebel schafft auch fest angezogene Schrauben. 

Taxi München Dahiatsu aufgebockt Wagenheber
Mit zwei Holzklötzen reicht es


Geprägt von diesen Erlebnissen, stelle ich mir vor, was passiert wenn ich mutterseelenallein in den Pyrenäen eine Reifenpanne habe. Was bei den Spitzen Steinen auf den Wegen, die ich zu befahren gedenke, durchaus passieren kann. Wie soll ich dem französischen, andorranischen oder spanischen Vertragspartner des ADAC meine Position nennen. Das fiele mir inmitten der Natur schon auf deutsch im Bayerischen Wald schwer. Ich muß mir weitestgehend selbst helfen können, wenn sich das kleine Problem schon in der Maxvorstadt als schwierig herausstellt.
Deshalb der Probereifenwechsel. Sicherstellen, daß alle Schrauben zu lösen sind. Das passende Werkzeug muß dabei sein, und auch zwei Holzklötze um das Auto mit dem kleinen Wagenheber hoch genug aufbocken zu können.

Kommentare:

  1. Lade dir einfach die Pannenhilfe-App vom ADAC runter, die gibt deine Position automatisch mit an. Anrufen tuste eh beim ADAC in München.

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    1. Danke für den Tip. Vor der nächsten Auslandsfahrt ist die App auf meinem Handy.

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