Donnerstag, 21. Juni 2018

Alles in Butter


Am Taxistand am Isartor schaut Jack durch das Seitenfenster in mein Taxi. Jack-by-the-hedge ist der englische Name der Knoblauchsrauke, Alliaria petiolatta (von Allium lat. Knoblauch). Ihren Namen verdankt die Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler dem Knoblauchgeruch der beim Zerreiben ihrer Blätter entsteht. 

Alliaria petiolata Knoblauchsrauke durch das Taxifenster am Standplatz Isartor
Hello Jack! Do yo want a ride?


Im Mittelalter war die Pflanze mehr verbreitet. Die Blätter sind essbar. Selten aber doch werden die Blätter einem Salat beigefügt oder landen in einem Sandwich. In der Kräuterbutter sind sie häufiger zu finden. Rupft mal ein Blatt und probiert es. Bis der Fahrgast einsteigt spürt ihr einen würzigen, leicht scharfen Geschmack im Mund. 

Die Blätter immer frisch verwenden. Selbst der Tee, wegen der antiseptischen und wundheilenden Wirkung, nicht nur zum Trinken, wird mit frischen, klein geschnittenen Blättern aufgebrüht.
Münchner kennen die Bedeutung des weißen Goldes für ihre Stadt. Nicht nur Salz, auch Pfeffer war jahrhundertelang eine Kostbarkeit die sich nicht Jedermann leisten konnte. Gut, daß es die Knoblauchsrauke gibt. Die Samenkörner in den auffälligen, aufrecht stehenden Schoten dienten als Pfefferersatz. Poor-man’s-mustard; ein weiterer englischer Name der Pflanze.
So verliebt waren die Europäer in ihre Knoblauchsrauke, daß sie sie schon mit den ersten Auswandererschiffen in der Neuen Welt als Neophyten einführten. 

Alliaria petiolata Knoblauchsrauke Taxi im Hintergrund
Bleib da wo der Pfeffer wächst.


Ein Bündel des Krauts, in der Hosen- oder Handtasche, bannt den Leibhaftigen. Die richtigen Vampire allerdings, lassen sich von der Knoblauchsrauke nicht beeindrucken. Denen müssen wir mit richtigem Knoblauch entgegentreten.

Kommentare:

  1. Today I Learned, wunderbar danke dafür ich hab den Geruch schon öfters in der Nase gehabt konnte aber nie den Ursprung wirklich lokalisieren, nun bin ich wieder etwas schlauer. Direkt am Isartor werde ich die Blätter zwar nicht probieren aber an einer etwas weniger Schadstoff belasteten Stelle das nächstemal aber sicherlich.

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    1. Da hast du recht. Du findest die Knaublauchsranke auf nährstoffreichen Böden bis 1.000 Meter Höhe. Dort wo die fotografierten stehen markieren die Hunde, deshalb sehr wahrscheinlich "nährstoffreich" ... Kopfkino wieder aus! In der Natur muß man sie wirklich suchen um sie zu finden. Aber wenn du sie findest hast du was davon.

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