Mittwoch, 30. Mai 2018

Kein echtes Geld

Nein, ich bin kein Freund von Plastikgeld. Das Zitat; Bargeld ist gedruckte/geprägte Freiheit, wurde verschiedenen Persönlichkeiten in den Mund gelegt. 

Der Umgang mit digitalem Geld ist aufwändig, zeitraubend und teuer. Für jeden Zahlungsvorgang, und sei die Summe noch so gering, muß eine Internetverbindung und Strom zur Verfügung stehen. Immer braucht man ein teueres Lesegerät bei dem die Software aktualisiert werden muß. Dazu kommt, daß wir fremden Menschen Kredit gewähren und dafür noch Gebühren zahlen.
Trotzdem habe ich schon ab Mitte der 90er Jahre in meinen Taxis Kreditkarten akzeptiert. Damals noch mit dem Ritsch-Ratsch. Dabei wurde die Kreditkarte des Kunden in einen Art Schlitten eingespannt, bunte, dreifache Durchschlagformulare eingelegt und mit viel Kraft und doch behutsam, damit nichts verrutscht, eine Gummirolle über die Belege gezogen. Dabei wurden die erhobenen Nummern der Kreditkarte und die geprägten Unternehmerdaten auf die Formulare gepaust. Inzwischen haben wir elektronische Geräte, meist in Verbindung einer App.
Ich selbst habe natürlich auch schon lange eine Kreditkarte. Hotel- und Leihwagenbuchungen über das Internet funktionieren gar nicht mehr ohne. 

Dose Limonade Kreditkarte Beleg
War mir peinlich


Eines Tages schickt mir meine Bank einen Brief. Drinnen ein Karton zwischen geschwärztem Papier. Auf einer kleinen Fläche rubble ich eine vierstellige Zahl frei. In dem Begeleitschreiben stand, das wäre mein Sicherheitscode für meine Kreditkarte.
Sowas brauche ich nicht. Für was einen Code. Ich habe noch nie Geld vom Geldautomaten abgehoben und für meine Zwecke reicht meine Kreditkarte auch ohne irgendeinen Code. Das Schreiben, samt Karton und Umschlag landet im Mülleimer unserer Küche zwischen Kaffeefiltern und Eierschalen. 

Noch in der folgenden Woche akzeptiere ich im Taxi eine Kreditkarte. Das System fordert meinen Kunden auf den vierstelligen Code einzugeben. Er tippt seine Zahlen ein, die Bezahlung geht durch. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt kippt der Mülllader seinen Unrat in den Kessel des Heizkraftwerks Unterföhring. Damit stirbt mein Kreditkartencode unbeachtet den Flammentod. Ich aber weiß ab jetzt wozu der Code gut gewesen wäre. 

Genau jetzt, vor meiner -> Fahrt durch sieben Länder, brauche ich die aber die Zahlen. Ich will die Gelegenheit haben irgendwann mit meiner Kreditkarte zu bezahlen. Ich kontaktiere die Bank, die schnickt mir wieder, in ähnlicher Verpackung, einen neuen Code zu, den ich aber bitte nicht, noch lesbar, wegwerfen soll. 

Unauslöschbar, eingeprägt, neben dem Münchner Stadtplan, wartet der Geheimcode in meinem Gehirn auf seinen Einsatz. Zunächst buche ich mir von meiner eigenen Kreditkarte 1,01€ ab. Die Zahlung geht durch, ohne daß ich nach dem Code gefragt werde. Ich kaufe eine Zeitung und einen Schokoriegel nur um meine neue Nummer auszutesten. Die Dame an der Kasse zieht meine Kreditkarte durch das Gerät. Ich kann bezahlen, ohne daß ich meine Nummer eingeben muß. Wahrscheinlich liegt das an der Höhe des Betrages. An der Tankstelle in der Implerstraße tanke ich mein Taxi voll. An der Kasse strecke ich dem Tankwart meine Kreditkarte entgegen. Auch er akzeptiert die Bezahlung meiner Karte ohne Zahlen. An der Höhe des Betrages kann es auch nicht liegen. Meine Taxikunden müssten bei schon niedrigeren Beträgen ihren Code in mein Lesegerät tippen. 

Am Abend, in meiner Stammtankstelle, der ESSO, an der Ungerer/Dietlindenstraße wage ich den letzten Versuch. Mir ist es fast peinlich. Aber hier kann ich dem Personal erklären, warum ich 1,94€ für eine Dose Limonade mit Kreditkarte bezahle. War ja zu erwarten, daß die 1,94€ ohne Zahleneingabe von meinem Konto auf das Konto der Pächterin übertragen werden. Ich will es dabei belassen. Wenn irgendwo der Code gefragt würde, hätte ich -> ihn parat.

Kommentare:

  1. honigtaxi@gmail.com30. Mai 2018 um 10:01

    Komm zu mir ich Frage Dich mein Freund

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  2. Auf dem Chip der Karte ist eine Reihenfolge hinterlegt, ob mit PIN oder Unterschrift oder je nach Art der Transaktion online oder offline verifiziert wird (oder garnicht).

    Teilweise kann es das Kartenterminal erzwingen, muss aber nicht.

    Die Visa meiner Hausbank will immer den PIN, der MasterCard aus Luxemburg ist mein guter Name genug.

    Insofern, zum abheben von Geld Automaten Pflicht, ansonsten kann, muss aber nicht.

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  3. Also im mobilen Thème kann ich mit Firefox vom Handy weder kommentierten noch antworten.

    Der Code ist notiert, nun fehlen noch die anderen Daten zur Karte ... :)

    Hat eine Kreditkarte eigentlich auch eine IBAN?

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    1. Das dazugehörige Konto hat eine IBAN,die Kreditkarte hat auch eine Nummer. Du kannst zu einem Konto mehrere Kreditkarten haben.

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  4. Hallo,

    also Ich muss sagen dass Ich mit Anfang 30 eigentlich alles was möglich ist mit Karte zahle.

    Durch die Banking App auf dem Handy hat man auch immer einen Überblick über die Ausgaben.

    Bar zahle Ich eigentlich nur noch da wo es gar nicht anders geht, wie z. B. frühs beim Bäcker oder am Imbiss.

    Ich finde es einfach praktischer dass man nicht andauernd erst an den Automaten muss um dann "totes Geld" das man dann nicht mehr auf dem Konto hat mit sich rumschleppen muss.

    Dazu kommt dass Ich zwar vor ein paar Jahren umgezogen bin mein Konto aber in meiner Heimatstadt geblieben ist. Ist ja dank Online Banking alles kein Problem. Da kostet es dann wenn Ich öfter als drei mal im Monat Geld an einer anderen Sparkasse abhebe Gebühr.

    Mit Karte finde Ich es eben einfach praktischer.

    Grüße aus Dresden

    Philipp

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    1. Ich hab die Umständen und Kosten gemeint die der Allgemeinheit, und besonders denen entstehen, die Kreditkarten akzeptieren. Als Kunde ist die Kreditkarte natürlich eine feine Sache, da hast du vollkommen Recht. Ich will meine Karte ja auch mit ins Ausland nehmen.

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    2. Wäre in dem Zusammenhang aber auch mal interessant zu wissen, was Scheine und Münzen an Kosten produzieren. Angefangen bei der Herstellung über die Verteilung und vielfache Wiederverteilung bis hin zur Vernichtung. Das ist auch nur gefühlt umsonst.

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  5. opatios@aldibaran.de6. August 2018 um 11:27

    Es ist wahr, Kartenzahlungen bedeuten einen gewissen Aufwand und je nach Vertrag mit dem Zahlungsdienstleister kosten sie den Annehmenden mehr oder weniger Geld.
    Doch zum einen wollen es die Kunden zunehmend, so dass man es als Serviceleistung sehen muss, und zum anderen erspart es dir den Umgang mit den Bareinnahmen und das Vorhalten von Wechselgeld.
    Nur mal angedacht: Würden Taxifahrer nur noch wenig Bargeld mitführen, wie lohnenswert wäre es dann noch für dunkle Gestalten, einen Taxler auszurauben?

    Eine Anmerkung noch zur Geheimzahl : Die meisten in Deutschland ausgegebenen Karten sind auf Legitimation durch Unterschrift eingestellt. Auch bei denen kann es aber z. B. an Automaten sein, dass die PIN verlangt wird. Hab so mal in Belgien im Parkhaus bezahlt, was quasi der erste Einsatz der PIN meiner damaligen Mastercard war. Das gleiche gilt dann z. B. für Tankautomaten

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