Samstag, 15. Dezember 2018

Starker Tobak

(Pyrenäenreise 2017)


Die letzten Kilometer in -> Andorra. Im Eingangsbereich eines Supermarktes rollt steht eine Palette voller Zigaretten. Kaum hat ein Mitarbeiter die Verpackung geöffnet, greifen die Spanier zu den Zigaretten. Stangenweise reißen sie die günstige Ware aus dem Karton.

Gleich neben der Straße kann ich beobachten, wie zwei Bauern die großen Tabakblätter ernten. Die Grenze nach Spanien ist nur noch wenige hundert Meter entfernt. Vor mir bildet sich eine lange Schlange. Jetzt sehe ich die andorranischen Zöllner in Aktion. Sie filzen die schwer beladenen Fahrzeuge vor der Grenze. Das Fahrzeug vor mir wird auch kontrolliert. Alle vier Türen und der Kofferraum stehen sperrangelweit offen. Gleich neben dem Kofferraum liegt ein grauer Sack mit verstärkten Lederecken ausgebreitet auf der Straße. Die Besatzung des Autos, eine Familie, steht neben ihrem Fahrzeug. Drei Zöllner fischen Schnapsflaschen und Zigarettenstangen aus dem Auto, geben sie einem Vierten. Der stapelt eine Ware neben der anderen auf den Sack und notiert nebenbei etwas in ein Formular auf seinem Klemmbrett. Eine leichte Beute; denke ich mir noch.
Straße im Hintergrund Bauern bei der Tabakernte in Andorra
Tabakernte am Straßenrand 
Plötzlich kommt Bewegung in unsere Reihe. Wir umfahren die provisorische Kontrollstelle unter freiem Himmel. Die Grenzstation auf der spanischen Seite ist eine kleine Halle, die zu durchfahren ist. Hier stehen zahleiche Spanier mit automatischen Waffen bereit, sichern die Halle. Mine kleines, grünes Auto mit deutschem Kennzeichen fällt auf. Kurz fragt mich ein Beamter ob ich gejagt habe. Ich verneine. Also habe ich auch keine Feuerwaffen (Armas de Fuego) bei mir!? Ich verneine wieder. Ich soll weiterfahren – schnell.

Auf der anderen Seite komme ich wieder aus der Halle. Die spanischen Fahnen sind auf Halbmast gehisst. Die Reihe der wartenden Fahrzeuge ist hier noch länger als auf der andorranischen Seite. Ungewöhnlich. Ich bin das erste Mal hier, aber irgendetwas stimmt nicht. Ich habe kein Radio und in den Bergen kein Netz. Bei der nächsten Gelegenheit, auf einem Rastplatz neben der Straße, bemühe ich mein Handy. Heute ist der 17.August. Vor ein paar Stunden ist in Barcelona ein Attentäter mit einem LKW in die Menschenmenge gefahren. Nicht weit von Juanitos Pinotxo Bar. Erst im Juni war ich mit meiner Familie  -> bei ihm in der Boqueria.



Es gab 14 Tote und über 100 Verletzte. Auf dem Weg nach Balaguer in Katalonien passiere ich noch oft auf Kontrollstellen in der Gegenrichtung. Barcelona ist nicht weit, und ich fahre auf einer Straße, die davon weg ins nahe Ausland führt.

Samstag, 8. Dezember 2018

Dem Paradies nahe



(Pyrenäenreise 2017)
Langsam geht es in Serpentinen immer weiter bergauf. Seit ich Foix mit den-> drei Türmen   verlies, ist eine Stunde vergangen. Die Straße ist asphaltiert, eine Spur in jede Richtung. Immer öfter sehe ich Autos mit dem bunten Wappen Andorras auf dem Kennzeichen. Oft sind es kleine Geländewagen von der gleichen Art wie der, den ich jetzt fahre. Links und rechts neben der Straße sind Weiden mit kurzem, grünem Gras. Ich fahre nach links um eine Bergkuppe herum. Plötzlich stehe ich vor einer Grenzstation aus dunklem Mauerwerk. Auf dem Dach flattert die blau-gelb-rote Trikolore. In Schrittgeschwindigkeit fährt die Reihe der Autos an dem offenen Fenster des Schalters in der Mitte der Straße vorbei. Der Zöllner sitzt in grauer Uniform, ohne eine Miene zu verziehen, dahinter und lässt uns ins Land. 
Geländewagen auf Parkplatz in Andorra
Erde und Himmel 


Pas de la Casa ist die erste Siedlung hinter der Grenze. Ich bin in einem Skigebiet. Wir haben August. Die allermeisten Hotels sind nicht belegt und auch vom Personal verlassen. Die Talstationen der Skilifte stehen wie eingefroren, im Moment nutzlos, in der Landschaft. Eine seltsame Stimmung. Ab und zu finde ich zwischen den leeren Häusern Menschen, die ihre Autos ein-, aus- und umladen.

Weiter geht es in sanften Kurven von einer Hotelansiedlung zur nächsten. Die großen, verlassenen Häuser mit den blinden Fenstern auf der grünen Wiese scheinen seltsam, irgendwie nicht dazugehörig. An einigend er Kreisverkehre sind uralte, aber liebevoll restaurierte, Schneepflüge aufgestellt.

Seit Wochen habe ich mir im Internet auf einer Homepage für Offroadfahren eine Strecke ausgesucht. Abends im Bett habe ich mir kurz vor dem Einschlafen die Strecke auf Google Maps eingeprägt und mir alle Eventualitäten vorgestellt. Einen empfohlenen Satellitentracker habe ich nicht. Die Festpunkte der Routen wären mit einem solchen Tracker zu finden. Ich bin allein und habe alle Zeit der Welt. Die wichtigsten Werkzeuge und genug Wasser sind an Bord. Sogar an Holzklötze, um das Auto auf Fels aufbocken zu können, habe ich gedacht. Die einsame Fahrt über die Pyrenäen war nicht nur einmal der Inhalt meiner Träume. Und jetzt bin ich kurz davor. Ein letztes Ausflugslokal lasse ich links liegen. Nach ein paar Kilometern komme ich an einen Bauern vorbei, der einen Zaun repariert. Ich grüße freundlich, er nickt kurz mit dem Kopf. Der Deutsche in mir scheint es nicht zu glauben. In meiner Heimat wäre ich jetzt schon mindestens drei Schilder Nur frei für Land- und Forstwirtschaft, schimpfenden Wanderern, kopfschüttelnden Mountainbikern, … begegnet. 
Geländewagen Off road Andorra Os de civis
Strecken mit herrlicher Aussicht 



Aber hier ist nichts. Ich steige aus. Leuchte mit meinem Fernglas die bergige Gegend aus. Kein Mensch weit und breit. Nur Pflanzen und Tiere. Keine Stille, aber eine friedvolle Ruhe. Ich muss nahe am Paradies sein – wie Bayern, aber ohne Menschen mit intakter Natur. 2017 war ein schmetterlingsarmes Jahr. Hier flattern sie über die Gräser. Später kann ich sogar Geier beobachten. Ich schäme mich meiner Tränen vor Glück nicht. 
Blick ins Tal Andorra Os Route
Hoffentlich kommt jetzt kein Gegen verkehr 


Staubwolken kündigen entgegenkommende Fahrzeuge an. Ein Auto, ein Traktor, zwei Motorräder – auf einem engen Weg spähe ich mit dem Fernglas weit voraus, um zu sehen, was mir da entgegenkommt. Großzügig warte ich an einer breiten Stelle um den Gegenverkehr vorbeizulassen. Bei dem Wort Verkehr muss ich lächeln. Wanderer gibt es hier nicht, es vergehen zwei Stunden bis ich dem nächsten Auto begegne. Manchmal weiß ich nicht ob ich schon, noch oder wieder in Spanien oder Andorra bin. Die Grenzschilder wurden in der Einsamkeit immer wieder als Souvenir mitgenommen. Irgendwann wurden einfach keine neuen mehr aufgestellt.

Nach meinen ersten Tag in Andorra bin ich mehr als zufrieden. Jetzt kann ich nachvollziehen wie die grundverschiedenen Ansichten entstanden sein könnten. So unansehnlich die Szenerie in den Tälern ist, desto schöner ist es oben an den Hängen. Es kommt halt, wie so oft im Leben, auf die Perspektive an.     

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Drei Türme


Nach -> Toulouse gibt es für mich jetzt nur noch ein Ziel – Andorra! Von Andorra kenne ich nur das was ich gelesen, im Fernsehen gesehen oder von Reisenden, meist Franzosen, die das kleine Land schon besucht hatten, gehört habe.

Da ist zunächst der Roman Andorra von Max Frisch. Da stolperte ich zuerst über das Wort. Bis dahin gab es für mich zwischen Frankreich und Spanien nichts außer einer Grenze und Basken. Enttäuscht stellte ich fest, daß die Handlung des Romans überall hätte spielen können. Das war ja auch Max Frischens Intention.

Wegen irgendwelcher Steuervorteile sind in Andorra Tabakwaren, Kraftstoff und Alkohol für den Endverbraucher billiger. Ich kannte Südfranzosen, die während der Wochenenden mit dem PKW nach Andorra fahren, einkaufen, essen, und nachdem sie den Tank und Kanister vollgetankt hatten, sich in die lange Reihe an die Grenze stellten, um satt und beschwipst wieder nach Hause zu fahren. Genau das Gleiche geschieht an der Südgrenze Andorras. Was im Norden die Franzosen sind, sind hier die Katalonen.

Die verschiedene Besteuerung ist auch Ursprung des nächsten aufgeschnappten Spruches; eine Hälfte der Andorraner sind Zöllner, die andere Hälfte Schmuggler.

Das Fernsehen darf nicht fehlen. Dort habe ich eine Dokumentation über die Gerichtsbarkeit in Andorra la Vella, der Hauptstadt. Dort treffen sich in einem Gebäude die Bürgermeister, und inzwischen auch Bürgermeisterinnen, der sieben Gemeinden und bilden das höchste Gremium des Zwergenstaates. Danach begeben sich die sieben Gewählten ein Stockwerk tiefer und bilden dort das höchste andorranische Gericht. Das Kamerateam besuchte auch das Gefängnis. Ein kleiner Anbau, neben dem Regierungsgebäude. Dabei bemerken sie, wie vom Hotel gegenüber, das Mittagessen gebracht wird. Der Ranghöhere der zwei Wärter erklärt, daß sich bei zwei Insassen der Betrieb einer Küche nicht lohnt.

Schließlich sind da noch die Berichte der Reisenden. Je mehr ich kenne, desto weniger weiß ich was ich davon halten sollte. Ich habe kaum gegensätzlicheres gehört. Wunderschön, von einer, auftanken und schnell durchfahren, von der anderen Seite. Bald werde ich es selbst herausfinden. 
Burg in Foix mit Türmen inmitten der Stadt
Drei Türme über Foix 

Nur noch Foix liegt zwischen mir und Andorra. Mitten in der Stadt, auf einem hohen und steilen Berg, thront eine Burg mit drei Türmen. Die drei Türme sind von überall in der Stadt zu sehen. Der schwer auszusprechende französische Name und die beherrschenden drei Türme führen dazu, daß ich diese Stadt für mich einfach Tres Torres (spanisch Drei Türme) nenne. Weit weg vom Stadtzentrum parke ich mein Auto und gehe einfach auf die drei Türme zu. Ein Halbkreis um den Berg und schon finde ich die enge Gasse, die mich zu der Burg führt. In einem der Türme ist eine Ausstellung. Zentrales Thema ist die Jagd im Mittelalter. Einer der Fürsten muß ein begeisterter Jäger gewesen sein. Es gibt ein reich bebildertes Buch aus dem späten Mittelalter. Natürlich liegt das Buch nicht im Original aus. Zum ersten Mal erlebe ich, wie in französischen Museen moderne Technik angewendet wird. Im Zentrum des Turmes liegt auf einem Tisch ein Buch. Vielmehr nur der Korpus eines aufgeschlagenen Buches. Von einem Projektor an der Decke wird der Inhalt auf die Seiten projiziert. Ein Sensor erfasst meine Handbewegungen. Ich kann in dem Buch „blättern“. Immer wenn ich Seite aufblättere, erscheint die neue. Selbst das Umlegen der einzelnen Blätter wird dargestellt.

Oben auf dem Turm blicke ich nach Süden. Ich sehe schon die Pyrenäen. Irgendwo dahinter liegt Andorra. Ich bin nicht mehr zu bremsen. Runter vom Turm, raus aus der Burg, quer über den Marktplatz, rein ins Auto und auf die Ausfallsstraße Richtung Süden – ein mir unbekanntes Land wartet, wenn es auch nur ein kleines ist.  
  

Freitag, 30. November 2018

Weltfriede aus der schönsten Stadt


Keine Geschichten mehr aus der schönsten Stadt der Welt. Schade, mein Bloger- und Taxikollege aus Dresden, Bernd, muß aus gesundheitlichen Gründen mit dem Taxifahren aufhören.

In seinem letzten Post hat er selbst verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie er sich in Zukunft beschäftigen will. Zu unser allen Glück gibt es auch die Option weitere Bücher schreiben.

Vor sieben Jahren hat er in seinem Blog eine kleine -> Geschichte aus seiner NVA Dienstzeit erzählt. Ich habe mich mit einem Blogbeitrag, in dem wir unsere -> Hundemarken vergleichen, revanchiert. Hundemarken, so nannten wir die kleinen perforierten Blechtäfelchen, die wir in Ost und West um den Hals trugen. Endlich habe ich sein Buch -> Wie ich den Weltfrieden rettete, verschlungen. Ein Tag und eine halbe Nacht, und die 150 Seiten waren durch. Fast hat es mich geärgert, daß nebenbei noch Kunden kamen, die irgendwo hingebracht werden wollten. Das Buch ist für jeden ehemaligen Wehrpflichtleistenden ein kurzweiliges Vergnügen. Und wie Bernd schon in einem der ersten Kapitel erwähnt, gab es bei beiden Armeen viele Gemeinsamkeiten. Hatten sie doch die gleiche Tradition.

Reinhold Siegel Luftwaffe Bundeswehr Flieger Ausgehuniform
Junger Flieger 1989 Luftwaffe West 
(Flieger hatte bei der Bundeswehr nichts mit Fliegen zu tun. Das war, neben dem Kanonier, der niedrigste Dienstgrad der Luftwaffe) 

Schmunzeln musste ich, zum Beispiel, bei der Beschreibung wie stark verschmutzte Fahrzeuge behandelt wurden. Oder Schildkrötenrennen – die muß es wohl geben, seit es Stahlhelme gibt. Ich will nicht viel verraten. Die Geschichten, gewürzt mit Bernds subtilen Sprachwitz, den ich schon von seinem Blog kenne, sind ein Genuß. Schließlich hat er sich zum Gefreiten befördert, ich bin Flieger geblieben. Im letzten Kapitel, die erwartete Auflösung, Bernds nicht zu unterschätzender Beitrag zum Weltfrieden.

Natürlich habe ich auch wichtiges gelernt; in Zukunft werde ich jede Arbeits-, Projektgruppe oder Team nur noch Kollektiv nennen und zur Selbstkritik ermuntern. Ich freue mich jetzt schon hämisch auf die Reaktionen.

Lieber Bernd, beurteile Fahrer mit der Kamera, richte Fernsehgeräte ein, repariere Elektroroller – aber höre bitte nicht auf mit dem Schreiben. Ich bin schon Neugier auf Kahl-mags. Und dann gibt es sie wieder, die Geschichten aus der schönsten Stadt der Welt.

Dienstag, 27. November 2018

Rundreise


Einmal quer durch Europa – so scheint es, buchen die Amerikaner ihre Tour durch die Alte Welt. Dabei werden alle Verkehrsmittel benutzt; Bus, Flugzeug, Bahn, Taxi, Schiff und die Limousine. Dabei komme ich ins Spiel.

Das Ehepaar kommt aus Budapest an. Sie waren ein paar Tage mit dem Schiff auf der Donau unterwegs und legten am Vorabend in Passau an. Am nächsten Tag soll es von Rothenburg ob der Tauber weitergehen. Abends mussten sie pünktlich in Rothenburg sein, es erwartet sie dort ein Dinner oder eine der dort beliebten Abendführungen. Mein Job ist einfach; sie während eines Tages, mit interessantem, angenehmen Rahmenprogramm pünktlich zu ihrem Ziel zu bringen. Für einen Taxifahrer kein Problem.

Ein Tipp für meine Kollegen, die, wie ich weiß, hier mitlesen. In Passau gibt es zwei Schiffsanlegerstellen. Eine, die bekanntere, die Lände Altstadt, ist direkt am rechten Donauufer in der Stadt. Die zweite, die Lände Lindau, liegt 2,5 Kilometer donauabwärts am linken Donauufer. Unbedingt vorher informieren, wo das Schiff, von dem ihr die Gäste abholen sollt, aktuell liegt. In meinem Fall hat das Schiff zunächst an der Lände Altstadt angelegt. Dort sind die Gäste für ein Konzert von Bord gegangen. Am späten Abend aber hat das Schiff, nachdem die Gäste wieder an Bord waren, an der Lände Lindau festgemacht. Ich bin meinem Kollegen dankbar, der mich vorher darauf hingewiesen hat. So konnte ich meine zwei Gäste am richtigen Pier in Empfang nehmen. 
Taxi München Ausflugsfahrten Nürnberg Podest
Das Zeppelinfeld 
Gleich nach der Begrüßung am Wasser, überfällt mich der Kunde mit der Frage nach Eagles Nest – Hitlers Berghof. Leider ist Berchtesgaden zu weit südlich, es würde mit der Zeit knapp werden. Zudem für das Kehlsteinhaus mindestens noch drei Stunden Zeit eingeplant werden müssen. Aber so habe ich schon einen Anhaltspunkt für die Interessen meiner Kunden. Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage, liegt ja auf unserem Weg. Wie immer schlage ich, nachdem ich die Interessen und den Zeitplan meiner Kunden ausgelotet habe, mein Programm vor. Natürlich können wir davon abweichen. Begrenzt sind wir nur durch die Zeit.

Diesmal ist es Passau, Regensburg, Nürnberg mit Ziel Rothenburg ob der Tauber. In Regensburg bleiben wir nur eine gute Stunde. Wir beschränken uns auf die historische Wurstkuchl und den Dom. Der Dom, besonders die bunten Glasfenster, haben es meinen Gästen angetan. So etwas finden sie in ganz Amerika nicht.

Nachdem ich die Interessen meiner Kunden kenne, kann ich ihnen in Nürnberg das Aufmarschgelände und das Zeppelinfeld zeigen. Ich treffe damit genau ins Schwarze. Sie stellen sich auf das bekannte Podest, fotografieren sich gegenseitig und schicken die Fotos gleich in die Staaten. Ich bin froh, daß die anfängliche Enttäuschung über das entgangene Eagles Nest, vorbei ist. 
Limousine S Klasse vor Hotel Markusturm in Rothenburg Tauber
Hotel Markusturm in Rothenburg 



In Rothenburg ob der Tauber kann ich die Beiden pünktlich in ihrem Hotel am Markusturm abliefern. Ich mache mich gleich auf den direkten Weg zurück nach München. Auf Google Maps schaue ich mir meinen Rundkurs noch einmal an und bin genauso zufrieden wie meine Kunden. 

Limousine München Passau Nürnberg Rothenburg Regensburg
München - Passau - Regensburg - Nürnberg - Rothenburg ob der Tauber und zurück 
  


Samstag, 24. November 2018

Woher stammt der Name Limousine



 (Pyrenäenreise 2017) 

Auf einer Webseite auf meiner Frau schrieb ich von der Herkunft des Wortes Limousine, für die Art Fahrzeuge, die wir im Taxi- und Mietwagenbetrieb einsetzen.

Die Kutscher saßen während er letzten Jahrhunderte, dem Regen, Schnee und Wind ausgesetzt, den ganzen Tag über, im Freien auf dem Kutschbock. Unsere Vorgänger schützten sich mit schweren, großen Mänteln, oft mit Überwurf über den Schultern, vor der Unbill des Wetters. In Frankreich worden diese Mäntel in Limousin gefertigt. Zu der Schafwolle wurde das noch widerstandsfähigere Ziegenhaar mit eingefilzt. So ähnlich wie die Budapester für eine Leistenform der Schuhe, hießen diese Art von Mänteln einfach „Limousiner“. So fanden die Franzosen eine Kutsche mit Kabine unter dem Hintern eines „Limousiners“ – und Voilá.

Jetzt fahre ich auf dem Weg nach Toulouse an einem Limousin vorbei. In meiner Vorstellung habe ich immer dieses Limousin in Südfrankreich mit der Herkunft des Namens verbunden. Auf Wikipedia fand ich, daß ein anderes Limousin, nämlich das in Zentralfrankreich, das Richtige sei.
Dem Ursprung ganz nahe 
Wie auch immer, um die Wahrheit herauszufinden, muß ich irgendwann mal links abbiegen, und Schneider, Hirten oder Taxifahrer fragen.    

Donnerstag, 22. November 2018

Sara

(Pyrenäenreise 2017)

 
 Ich war noch nie in der Camargue. Aber in meinen Kopf spuken 1000 Bilder. Genährt aus dem Internet und dem Fernsehen sehe ich Flamingos und wilde Pferde, die durch das Wasser stieben.

Gleich hinter Arles geht’s über die einzig, ausgewiesene Straße nach Saintes-Maries-de-la-Mer. Ständig halte ich Ausschau nach Flamingos und Pferden. Pferde sind schnell zu finden, allerdings keine wilden. Entlang der Straße gibt es zahlreiche ehemalige Landgüter die Reiterferien oder einzelne Ausritte anbieten. Die weiß ummauerten Gehöfte mit den großen Bögen über den Zufahrten und den Pferden in den Höfen erinnern mich an die Haciendas in Südamerika. Immer wieder sind die Ausrittpartien zu sehen. Vornedran der Führer und dann im Gänsemarsch die Reiter mit den schwarzen Reiterhelmen. 

weisse Pferde in der Camargue unter Stalldach
Weiß aber nicht wild - Pferde in der Camargue 



Flamingos bekomme ich bei meinem ersten Besuch in der Camargue keine zu sehen. Was wahrscheinlich daran liegt, daß ich die große Straße nicht verlasse, um zügig zur Schwarzen Sara zu kommen.

Über die Sara gibt es viele Legenden. Sie soll Bettlerin, Einsiedlerin, Sintiza, Dienerin, Seenotretterin, Göttin, Missionarin, Heilige gewesen sein. Entweder eines davon, oder alles zusammen. Ihre Herkunft liegt genauso im Dunkel. Als da wäre Palästina, Frankreich, Ägypten, Persien, … Ich würde hier nicht fertig werden, all die Geschichten über sie zu erzählen; wie sie auf ihrem Mantel surfend, Schiffbrüchige ans Ufer zerrte, wie sie die Dorfbewohner vor Wikingern, Kinder vor Verderben und ihre Begleiterinnen vor Hunger, rettete. Dann noch die vielen kleinen Wunder und Hilfeleistungen um die sie gebeten wurde.

Auf alle Fälle ist sie eine Schutzpatronin. Schutz und Rat kann ich, nicht nur auf meinen Reisen, immer bauchen. Außerdem bin ich von Freunden und Kollegen beauftragt, deren Anliegen vorzubringen.

Notre-Dame-de-la-Mer, die Kirche, in der die Gebeine der Sara aufbewahrt und verehrt werden, kann ich schon von weitem sehen. Jetzt im August muß ich meinen Geländewagen auf einen großen, öffentlichen Parkplatz abstellen und die letzten Meter zu Fuß zu der Kirche gehen. Es ist eine Wehrkirche, keine großen Fenster, Zinnen auf der Mauerkrone, auf dem Dach erkenne ich Menschen. Zum ersten Mal betrete ich die dunkle, kühle Kirche. Die Gebeine der Heiligen Sara sind in einem Schrein in der Krypta unter dem Altar aufbewahrt. Die niedrige Krypta voller Menschen wird von hunderten Kerzen beleuchtet. Die Gläubigen berühren die Statue und stecken ihren Kopf für eine Sekunde unter einen ihrer Mäntel, die ihr andere Gläubige umgehängt haben. Ich muss einen günstigen Moment abpassen um die Figur ohne Menschen zu fotografieren. 

Statue der Heiligen Sara in der Krypta
Einen Moment für mich allein 



Auf den Stufen einer kleinen Seitennische betet vertieft eine junge Pilgergruppe. Mit geschlossenen Augen sitzen sie im flackernden Halbdunkel neben ihren bunten, großen Rucksäcken. Ich gönne mir ein paar Minuten Besinnung, bringe meine Anliegen vor, hoffe auf einen Rat.

In einem der zahlreichen Souvenirläden um die Kirche kaufe ich mir einen Rosenkranz, den ich für den Rest dieser Reise um den Hals trage.    


Dienstag, 20. November 2018

Faul weiß oder braun



Den letzten sonnigen Sonntag habe ich zu einem Spaziergang auf der Mallertshofer Heide genutzt. Beim Umrunden des Mallertshofener Weihers ist mir ein Baumpilz aufgefallen.


Daedaleopsis confragosa auf Weide Mallertshofen
Dunkelbraun, eine schon alte Rötende Tramete 


Irgendwo in einem Naturheftchen habe ich, so kann ich mich erinnern, acht Abbildungen von Baumpilzen gefunden. Um später den Pilz bestimmen zu können, mache ich mit meinem Handy schnell drei Fotos. Sofort im Büro lade ich die drei Fotos auf den Desktop des Computers und suche das Heftchen. Natürlich, wen ich es brauche kann ich es nicht finden. Aber es gibt ja noch das Internet. Schon nach den ersten Webseiten, mache ich die gleiche Erfahrung wie bei dem Thema Heuschrecken, ich von der Vielfalt der Pilzarten erschlagen.

Während meiner Bestimmungsbemühungen lerne ich grundsätzliches über die Baumpilze. Grob eingeteilt gibt es Pilze, die Braun- oder Weißfäule am Stamm verursachen. Die weißfäuleverursachenden Arten können das braune Lignin des Holzes enzymatisch abbauen und verwenden. Zurück bleibt das faulende, weiße Holz. Andersherum bei den braunfäuleverursachenden Arten. Hier fehlen im toten Holz alle anderen, für den Pilz verwertbaren Stoffe, in erster Linie Kohlenhydrate in Form von Zellulose. Das braune Lignin bleibt und generiert die Farbe und den Namen für die Braunfäule. Der sichtbare Teil ist wie bei allen Pilzen nur der Fruchtkörper, der eigentliche Pilz steckt als Hyphennetz tief im Holz.

Ich glaube jeder der im Internet nach Pilzen recherchiert, stößt früher oder später auf -> 123pilze.de . Eine ausführliche Seite zum Thema mit einem gut besuchten Forum. Ich durchstöbere dort die umfangreichen Pilzfotos auf der Suche nach meinem Pilz. Über 3000 Arten werden vorgestellt, aber ich werde nicht fündig. In zwei Minuten registriere ich mich, und lade, mit der Bitte um Bestimmung, meine drei Bilder des mir unbekannten Pilzes hoch. 20 Minuten später antwortet mir eine kompetente Dame. Mein Pilz ist ein Daedaleopsis confagosa, eine Rötende Tramete. Aha, jetzt kann ich im Internet gezielt den Namen googeln und weitere Bestimmungsmerkmale vergleichen. Zum Beispiel befällt die Rötende Tramete gerne Weiden. Meinen Pilz habe ich auf einen waagrecht liegenden Weidenstamm gefunden. Die Rötende Tramete ist ein weißfäuleverursachender Pilz. Das Holz direkt unter der Borke der Weide ist weiß wie Papier. Mein Pilz, oder besser, der Fruchtkörper meines Pilzes, ist schon alt. Die Decke, der Hut, ich bin mir sicher es gibt einen korrekteren Ausdruck, ist schon tief dunkelbraun. Auf den Beispielbildern im Netz ist er hellbraun, deswegen habe ich die Tramete nicht erkannt. 

Daedaleopsis confragosa Mallertshofen
Von unten, aber noch nicht tief genug. 


Im Forum werde ich Fachleute zu all meinen Pilzfragen finden. In der Mallertshofener Heide stehen viele alte Büsche voller Moose und Flechten. Pilze bilden Flechten und werden auf 123pilze.de auch behandelt. Schon alleine deswegen werde ich gern auf die Pilzseite zurückkommen. In Zukunft werde ich beherzigen Bilder aus einer zur Bestimmung günstigeren Perspektive zu machen. Bis gestern waren das für mich einfach nur Bamschwammerl, aber auch das wird sich ändern.                         

Montag, 19. November 2018

Reif


So schnell ist noch nicht Schluß. Ich habe zwar meine Taxigenehmigung „verkauft“, aber das KVR muß der Übertragung noch zustimmen. Nach meinem Facebookeintrag von der Taxifahrt nach Frankfurt dachten einige, sie würden mich nicht mehr im Fahrersitz eines Taxis sehen.
Die Zustimmung zur Übertragung der Taxigenehmigung kann bis zu drei Monate dauern. Kaufvertrag und Unbedenklichkeitsbescheinigungen haben wir Anfang September, noch vor dem Oktoberfest, bei der untersten Verkehrsbehörde abgegeben. Jetzt heißt es für den Käufer warten und für mich noch die Tage im Taxi zu genießen. Am Freitag war ich wieder mit einer solchen Genußfahrt gesegnet. Herbstlicher, naßkalter Nebel liegt über der ganzen Stadt und am Flughafen. Mein armer, schon etwas betagter Fahrgast konnte am Vorabend nicht vom Flughafen Barcelona starten und musste dort eine unbequeme Nacht verbringen. Gerädert kommt er mit der ersten Barcelona-Maschine zum MUC rein. Er ist stellt sofort die Lehne des Rücksizes so weit es geht nach hinten, freut sich über den Platz und schläft ein. Dabei versäumt er nichts. Der Nebel bedeckt alles was weiter als 100 Meter entfernt ist. Ich bin über das nur geringe Verkehrsaufkommen überrascht. In nur eineinhalb Stunden sind wir schon in Garmisch. Kurz nach Garmisch geht es steil bergauf. Wir gewinnen Höhe, und siehe da, der Nebel bleibt hinter und unter uns. Vor uns ein Bergpanorama im Sonnenschein. Das Thermometer im Auto zeigt genau 0 Grad Celcius. Die Wiesen bieten einen interessanten Anblick. In den von der Sonne beschienenen Fläche dominiert ein sattes Grün, während in den Schattenlagen grauer Rauhreif das Gras bedeckt. Zwischen dem Grün und Grau bildet sich eine klare Grenze.
Schlosshotel Elmau Taxi
Auf nach Garmisch 

Auf der Zufahrt zum Schloßhotel Elmau glitzert der Reif in den Bäumen der jungen Allee. Auf der Rückfahrt mache ich ein Bild vom Taxi zwischen den Bäumen. Zunächst bringe ich meinen Fahrgast ins Hotel – schließlich hat er dort am Abend seinen Auftritt.  

Samstag, 17. November 2018

Monaco, diesmal nicht ... de Baviera


(Pyrenäenreise 2017) 

Ein beindruckender Anblick tut sich auf. Ich schaue am Morgen bei bestem Wetter auf die Bucht von Monaco. Ich kann es kaum erwarten runter in den Hafen zu kommen. Die Abfahrten in den vielen Tunneln der Stadt sind leicht zu übersehen. Monte-Carlo weckt natürlich die schönsten Phantasien in mir, aber als Name auf einem schnöden Blechschild in einem von Neonöhren beleuchteten Tunnel sagt es mir gar nichts. Muß ich hier raus, oder erst an dem nächsten unterirdischen Kreisverkehr? In diesen engen Hafenstädten verliere ich leicht die Orientierung, besonders wenn ich unter der Oberfläche mehrmals de Richtung ändere. Am Besten komme ich außerhalb zurecht, ich kann mich an dem Meer orientieren. Ich finde sogar am Hafen einen Parkplatz auf der Straße. Irgendwie passt mein Auto hier nicht ganz dazu. Die ca. 50 Taxis des Principauté de Monaco sind meist neue, schwarze Mercedes E-Klassen oder auch V-Klassen. Zu mehr als einem kurzen Stopp kommt es hier nicht. 
Blick über das Meer bei Monaco
Der erste Blick am Morgen -Meer bei Monaco 


In der nächsten Stadt am Meer, in Villefranche-sur-Mer, wieder in Frankreich, bleibe ich zumindest für einen Spaziergang am Strand und für ein Getränk an einer Bar. Auf dem Weg dorthin bin ich an der Villa Ephrussi de Rothschild vorbeigefahren, definitiv ein Haus und besonders dessen Gärten ich noch besuchen werde. 
Villefrance-sur-Mer Badestrand
Besser zum Baden Villefrance-sur-Mer



Für heute habe ich genug vom Mittelmeer. ich fahre weiter in die grobe Richtung Atlantik. Mein Nachtplatz ergibt sich einfach aus meiner Position wen ich nicht mehr weiter will. Es wird ein billiges Kettenhotel neben der A8 in der Provence. An einem Ort, nichts im Vergleich zu den illustren Städten in denen ich mich sattgesehen habe. 

Taxi Mücnhen Villefrance-sur-Mer


Donnerstag, 15. November 2018

Explosiv


Noch keine drei Jahre ist es alt, unser neuestes Naturschutzgebiet in München. Im Norden wird es begrenzt durch die A99, im Osten durch die Gleise der U-Bahnen, im Süden durch das Wohngebiet am Carl-Orff-Bogen, dort ist die längste Grenze der Schmidbartlanger. Wir Taxifahrer sehen es am besten von seiner westlichen Grenze, der B13, der Ingolstädter Landstraße. Stadtauswärts, zwischen dem FC Bayern Campus und dem Helmholtz Zentrum entdecken wir rechts kleine Totholzhaufen auf Geröllinseln im Magerrasen. Das Geröll gehört seit der Würm-Eiszeit zum Münchner Norden. Der Isar-Loisach Gletscher hat den Schotter von den Alpen hierher geschoben. Die Humusschicht auf dem Steinen ist nur dünn, das Regenwasser und Nährstoffe werden kaum gehalten. Während des Sommers trocknet der Boden aus. Genau dieser Bodentyp ist im wahrsten Sinne des Wortes die erhaltenswerte Grundlage für seltene Tiere und Pflanzen.

Schon seit dem Ersten Weltkrieg war das Militär zu Gast auf diesen Flächen, dabei hat es allerhand an Munition hinterlassen. Wehrmachtsmunition, die Bomben der alliierten Flugzeuge, Hinterlassenschaften der US-Armee und der Bundeswehr, .. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier Munition vernichtet. Die wurde in Sprengtrichtern gesammelt und gesprengt. Die Trichter wurden ohne lange zu fackeln zugeschüttet. Damals herrschten andere Probleme. Im Heideboden stecken Kampfmittelreste aus den vergangenen 100 Jahren.

Der Heideflächenverein hat das belastete Gelände von der Bundeswehr gekauft. Nachdem der Verein zunächst ein Gutachten zur Entmunitionierung in Auftrag gegeben hatte, wurde vor Monaten mit der Räumung der Kampfmittel begonnen. Für und während der Arbeiten wurden auch Gehölze gerodet. Um die Bevölkerung über die Räumungsfortschritte zu informieren hat der Heideflächenverein letzten Sonntag zu einem Rundgang eingeladen. Am Nachmittag habe ich nur eine Flughafenfahrt und ich fahre auf dem Rückweg sozusagen vorbei. Mein Taxi parke ich im Parkhaus am Kieferngarten und gehe über die U-Bahnbrücke zum HeideHaus, dem Treffpunkt.
Entmunitionierung Fröttmaninger Heide Kampfmittelbeseitigung
Hier wird Munition entfernt 



Der Gebietsbetreuer, den ich bereits von zwei vorhergegangenen Exkursionen kenne, ist auch unter den Referenten. Für meinen Teil gewinne ich interessante Informationen, die nicht unbedingt etwas mit der Kampfmittelbeseitigung zu tun haben. Zum Beispiel mit welchen Aufwendungen versucht wird die Tümpel in der Heide zu erhalten. Der Boden wurde durch die Panzer verdichtet, das Wasser staut sich in kleinen Tümpeln. In diesem Fall ein Glück für die zu schützende Wechselkröte (Bufo virdis), die hier einen der letzten Rückzugsgebiete findet. Früher waren die Straßen weniger asphaltiert, zahlreiche Pfützen auf den Feldwegen ermöglichten die Ausbreitung der Kröte. Das Ergebnis war ein stabiler Bestand. Die Verinselung der Biotope fördert den Rückgang nicht nur dieser Population. Die Tümpel verschwinden hier auch weil der Frost und die Wurzeln der Pflanzen den Boden wieder auflockern und für das Wasser durchdringbar machen.  

Die Luftdüngung, der steigende CO2 Gehalt, ist für mich überraschend, zu einem Problem geworden. Ich werde mich in Zukunft darüber informieren und versuchen Zahlenmaterial zu bekommen.

Die Naturschutzgebietsverordnung dieses Gebietes ist nicht frei von Konflikten. Darüber konnte ich einen kleinen, anfänglichen Einblick gewinnen. Die Fläch ist ziemlich stadtnah. Die Besonderheit dieser Verordnung sind die vier Zonen, in denen das nur 347 Hektar große Gebiet eingeteilt ist. Es sind eine Schutzzone, eine Umweltbildungszone, eine Zone für das Heideerleben und eine Zone für das freie Betreten, ausgewiesen. Viele der Besucher sind mit ihren Hunden unterwegs. Nur in der Zone für das freie Betreten dürfen die Hunde zwischen dem 01.08 . und dem letzten Februartag unter Voraussetzungen ohne Leine laufen. Die Voraussetzungen wurden erwähnt, ich habe sie in der Verordnung noch einmal nachgelesen, die Person die den Hund führt muss einen „Hundeführerschein“ abgelegt haben, der Hundehalter und der Hund müssen in einer Liste der Stadt oder des Landkreises eingetragen sein, der Hund muss eine Marke der untersten Naturschutzbehörde tragen. Das schafft Konflikte und Erklärungsbedarf – allein die Einteilung der vier Zonen. Für mich stellt sich die Frage; ist es überhaupt möglich ein Naherholungs- und ein Naturschutzgebiet zu vereinen?

Am Kassenautomat des Parkhauses drücke ich den Knopf mit der Aufschrift Standardtarif. Zehn Euro verlangt der Blechkasten für drei Stunden parken. In Zukunft werde ich mich der südlichen Fröttmaninger Heide anders nähern. Im Bedarfsfall kann ich ja bei der nächsten Flughafenfahrt auf der B13 nach dem FC Bayern Campus nach rechts schauen.      

    

Dienstag, 13. November 2018

Italien -Frankreich


(Pyrenäenreise 2017)

-> Mailand  liegt jetzt hinter mir, und mir wird klar; am Abend werde ich noch das Mittelmeer sehen. Gute 200 Kilometer sind es noch bis zur Cote d´ Azur. Auf dem Weg dorthin durchquere ich viele italienische und französische Dörfer, die mich fast ausnahmslos zum Verweilen einladen. Drei davon verdienen Erwähnung, weil sie binnen einer Jahresfrist noch eine kleine Rolle in meinem Leben und im Blog spielen werden.

Da ist zunächst Pollenza. Jetzt ein kleines Dorf im Piemont, aber bei den alten Römern sehr bedeutend. Sehenswert dort ist ein großes Landgut aus dem 19.Jahrhundert, erbaut im gotischen Stil, mit der dazugehörigen Kirche San Vittore.
Albertina in Pollenzo 

Die Frage, wie ich in dieses Dorf stolperte ist schnell beantwortet. Taxifahrer suchen immer die kürzeste Verbindung. Entlang der Geraden, zwischen Mailand und Nizza, bleibt keine andere Wahl als die Autobahn A33, die Asti in südwestlicher Richtung verlässt, zu nehmen.

Wenige Kilometer hinter Alba bin ich, zugegebenermaßen etwas willkommen, gezwungen, auf eine kleinere Straße auszuweichen. Nach der Brücke über den Fiume Tanaro fahre ich kilometerweit an einer Mauer entlang, die mir die Sicht nach links nimmt. Eine Nekropole, verrät mir das Internet, soll sich hinter der hohen Ziegelsteinmauer verbergen. Auf dem Gelände entdecke ich, über der Mauerkrone, ein riesiges, steinernes Kreuz. Kaum erreiche ich das Ende der Mauer, biege ich nach links ab, um endlich in Erfahrung zu bringen, was sich meinen Blicken zu entziehen versucht. Nach nur wenigen Metern fahre ich durch einen gotischen Torbogen und stehe mit meinem kleinen, grünen Auto beeindruckt vor San Vittorio im Hof der Albertina, des schon erwähnten Landgutes.

In Boves mache ich auf dem Marktplatz, das letzte Mal in Italien Rast, noch nichts ahnend, was hier während der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs geschehen ist. Acht Monate später werde ich es, zusammen mit meinem Freud, entdecken.

Von Boves ist es nicht mehr weit nach Frankreich. Die Grenze verläuft mitten durch einen langen Tunnel nach Limone. Auf der französischen Seite verlasse ich den Tunnel und folge der kurvigen Straße abwärts durch das Royatal.

Das Le Heinz Café in Saorge erweckt mein Interesse. Wie kommt das Café inmitten der französischen Alpen zu seinem deutschen Namen? Wer ist dieser Heinz? Auf die Schnelle habe ich im Internet nichts gefunden. Ich meine gehört zu haben, daß vor langer Zeit Deutsche das Café betrieben haben. Die Kellnerin begrüßt mich mit einem vertrautem; „Grüß Gott.“ Das waren die ersten und einzigen deutsche Wörter, die ich in Saorge hörte. Hier ist einer der seltenen Momente, an denen ich mir ein echtes Bier gönne. Der Wirt, auch er ist kein Deutscher, unterhält uns mit Gesang. Wenn ich wiederkomme, und das ist sicher, werde ich einfach nach der Herkunft des Namens fragen.

Das Kloster, die Kirche, der ganze Ort ist auf und in den Fels gebaut. Die gepflasterten, engen, steilen Wege laden zu einer Entdeckungsrunde ein. Das schillernde Monaco, meine nächste Etappe, und die Gewissheit wiederzukehren, helfen mir, mich schweren Herzens von Saorge zu verabschieden. 


Karte mit eingezeichneter Strecke Mailand - Boves - Limone - Saorge - Monaco
Karte Mailand Monaco 


Aufgeschlagene Bibel in San Vittorio, Kerzen im Hintergrund
Bibel in San Vittorio 


Kirche San Vittorio von außen Albertia
San Vittorio Piemont 


Feroza Grün, Windschutzscheibe abgedeckt
Der kleine Grüne 
Zufahrt zum Tunnel Feroza mit offener Hecktüre
Zufahrt zum Tunnel 


Der ganze Tunnel ist eine Baustelle. Er wird im Wechsel benutzt. Hier warten wir bis der Gegenverkehr aus Frankreich durch ist. Vorne links, das Haus ist eine Wache der italienischen Feuerwehr. Die Wache der französischen Feuerwehr ist am anderen Ende. Ein großer Monitor zeigt die noch verbleibende Wartezeit an.

Saorge Gesamtansicht
Saorge 
Café Le Heinz mit dem singenden Wirt in Saorge
Café Le Heinz 
Das Café Le Heinz mit jungem, hübschen Mann unter den Gästen. ;-) 

Montag, 12. November 2018

ÉGALITÈ


Lange hatte ich Glück. Mir ist jetzt bestimmt schon seit zehn Jahren kein Mercedesstern mehr von der Haube gepflückt worden, obwohl ich durchgehend immer zumindest einen Benz auf der Straße parke.

Zwei Gründe gibt es, so male ich es mir aus, daß ich von der Sternepflückerei weitgehendst verschont geblieben bin. Zum einen ist es München. In dieser Stadt mag der Sozialneid nicht so groß sein wie zum Beispiel in Berlin oder Bremen. Zum differenzierten Umgang mit Sozialneid  habe ich etwas nettes, passendes gesehen, das meinen Humor trifft und ich mit euch teilen will. 
Mercedesstern in Originalverpackung auf der Motorhaube des Taxis
Wartet auf den Einsatz 



Da gibt es einen Stand-up Comedian, der in Tunesien geboren und in Frankreich aufgewachsen ist. Sein Name ist mir im Moment nicht geläufig. Zur Zeit lebt er in den USA. Er tourt dort mit seinen Programmen erfolgreich durch das Land. Er sieht sich als Franzose mit nordafrikanischen Wurzeln. Während seines Auftritts spiegelt er die Verhaltensweisen der Amerikaner aus der Sicht eines Europäers aus der Alten Welt im Allgemeinen, und aus der Sicht eines Franzosen im Besonderen. 
Während des Programms erwähnt er in einem Nebensatz, daß er von Chicago nach Houston in der 1. Klasse geflogen ist. Ein Zuschauer aus dem Dunkel zollt ihm mit einem lauten, unüberhörbaren; „WAUAU“ Respekt. Der Comedian hält kurz inne, neigt seinen Kopf, überlegt drei Sekunden, und beginnt zunächst ganz leise und nachdenklich.

„Das ist Amerika. In Frankreich würde niemand sagen; Super, 1. Klasse, er hat fleißig gearbeitet, er hat es sich verdient. In Frankreich würden sie sich denken; bildet er sich ein etwas besseres zu sein.“ Jetzt wird er etwas lauter. „Am liebsten würden sie mit dem Schlüssel ganz groß ÉGALITÉ auf das Flugzeug kratzen.“ Jetzt wird er noch etwas lauter und auch schneller; “ÉGALITÉ, FRATERNITÉ, LIBERTÈ! REVULOTION!“

Während er die Parolen der Französischen Revolution schreit, springt er von einem Ende der Bühne zur anderen. Wenn der Zwischenruf des Zuschauers nicht inszeniert war, ist es eine Meisterleistung der Improvisation, genau das was einen Stehgreifkomödianten ausmacht.

Bevor ich weiter abschweife, noch meine zweite Vermutung. Mein Mercedes ist ein Taxi und somit kein Auto zum protzen. Auf die Armatur wird ein Taxameter geknallt, ein schwarz-gelbes Schild auf das Dach gepackt, der edelste Lack wird hinter einer hellelfenbeinweißen Folie versteckt. Die Karosse ist ein Werkzeug, ein Produktionsmittel gar. Ich bin mir sicher; die meisten Sternepflücker kennen keinen Unterschied zwischen Produktionsmittel und Werkzeug – trotzdem haben sie mein Taxi die letzten Jahre verschont.

Bei Mercedes in der Ingolstädter Straße kaufe ich mir einen neuen Stern. Dort haben sie die Sterne auf Vorrat. Für 28,70 € netto, incl. Taxirabatt habe ich wieder ein Visier auf der Haube.

Wenn allerdings das Volk über die Straße springt, und die Mercedessterne von den Dächern der Fabriken pflückt, dann, ja dann, sind wir schon ein gewaltiges Stück naher an der ÈGALITÉ.    

Montag, 5. November 2018

The Other Way Round


Einen Tag haben die Gäste ohne mich verbracht. Am Montag früh um 8 Uhr komme ich zum LeMeridien Hotel, an dem ich sie zwei Tage vorher -> aussteigen ließ. Das Programm der Agentur sieht vor; Schloß Neuschwanstein, Schloß Linderhof, Spaziergang in den Bergen und schließlich Transfer zum Sheraton Hotel in Salzburg. Dafür sind zehn Stunden veranschlagt, die gleiche Zeit bin ich auch gebucht.

Nur für die Fahrt von Neuschwanstein, teilweise über die Alpenstraße, dauert ohne Zwischenstopp zweieinhalb Stunden. Obwohl ich in diesem Fall meine Gäste schon kenne, habe ich vor solchen Fahrten immer noch ein kleines angespanntes Gefühl in der Magengegend.

August 2018 - eine Prügelhitze. Die jüngste der Gruppe, die kleinere der beiden Töchter, ist knapp drei Jahre, und der Grandpa hinter seiner Fotokamera, ist 74 Jahre alt. Was mache ich mit meiner an Lebensjahren breit gestreuten Familie, daß jeder zufrieden am Abend um 18 Uhr im Salzburger Sheraton ankommt?



Ich muß den Besuch des Schlosses Linderhof streichen. Auf dem Weg über Linderhof kommen wir noch weiter von Salzburg weg, als wir ohnehin schon in Hohenschwangau sind. Knapp zwei Stunden kostet uns die Fahrt von München über Landsberg nach Hohenschwangau.

Unterwegs, nachdem wir den Lech bei Peiting überquerten, sehen wir zwei Hinweisschilder zu einem Märchenwald. Die Schilder sind der Auslöser für einen Hinweis auf die Gebrüder Grimm. Die sind nach der gleichnamigen Netflix-Serie auch dem einen oder anderem Amerikaner ein Begriff. Ich zähle Märchen auf, die die Gebrüder gesammelt haben. Ich erwähne Hänsel und Gretel, Schneewittchen (Snowwhite) und Aschenputtel (Cinderella).



„Aber sind die nicht von Walt Disney!?“; wirft eines der kleinen Mädchen ein. Ich bin kurz davor mich zu bekreuzigen! Zum Glück springt mir Grandma zur Seite;



„Andersrum (The other way round)“; korrigiert sie ihre Enkel.



 Walt Disney ist mir wiederrum ein willkommenes Stichwort. Hat doch das Schloß Neuschwanstein als Vorbild für sein Logo gedient. 

Snowwhite Costume Shop Neuschwanstein
Walt Disneys Snowwhite Kostüm im Laden 



Genau mittags um 12 Uhr bekommen wir eine englischsprachige Führung im Schloß. Vorher können wir uns noch am Anblick des Alpsees ergötzen – außer Grandpa, er knallt die Speicherkarte seines Fotoapparates mit Schwanenbilder voll.

Wir nehmen den Bus zur Marienbrücke. Von hier sind es nur etwa 15 Minuten bergab bis um Schloß. Der Kinderwagen bleibt im Van. Im Schloß sind mehr als 200 Stufen zu bewältigen. Dabei wäre der Wagen, ansonsten sehr hilfreich, mehr Last als Erleichterung. Als Papa habe ich schon geahnt was passieren wird. Die Kleine muß schon nach den ersten Stufen von ihrem Vater getragen werden. Der kommt dabei mächtig ins Schwitzen.

Nach der Tour durch das Schloß biete ich an, mit der Pferdekutsche ins Tal, zu unserem Parkplatz, zu fahren. Ich wollte testen, ob sich der Programmpunkt `hiking in the mountains´ schon erledigt hat. Hat er – definitiv! Erleichtert fallen meine Gäste auf die Bänke der Kutsche und freun sich auf den bevorstehenden Lunch. 


Lange fahren wir nicht, nur bis nach Halblech, hie kenne ich eine passende Gaststätte. Hier gibt es fast keine Touristen, von denen wir jetzt alle die Nase voll haben, trotzdem eine englische Karte,  lokale Spezialitäten und ein vom Biergarten einsehbarer Kinderspielplatz.  

Zügig geht es weiter. Opa will jetzt unbedingt die Wieskirche sehen, von der ich schon am Flughafen erzählt habe. Vorher habe ich mich im Internet informiert, wenn wir in der Kirche sind, ist dort keine Messe. Er kann dort fotografieren bis die Linse glüht. Für ihn ist das, nach dem Fotografieverbot im Schloß eine wahre Freude. 


Eigentlich bleibt uns nach der Wieskirche kaum mehr Zeit , aber ich will noch das Walchenseekraftwerk zeigen. Waren doch die alternativen Energien erst Thema bei der Fahrt vom Flughafen in die Stadt. Nach dem sehenswerten Kraftwerk schlafen meine Gäste erschöpft im Kleinbus ein. Leider entgeht ihnen so der Anblick der Landschaft und der Dörfer neben der Alpenstraße. Über die B 472 geht es durch Bad Tölz und Miesbach Richtung Osten. Am Irschenberg fahren wir auf die Autobahn A8 nach Salzburg. 


Mercedes V-Klasse vor dem Sheraton Hotel in Salzburg
Vor dem Sheraton Salzburg 


Als ich sie auf den Chiemsee hinweise, öffnen sie nur müde kurz die Augen. Um mir das Pickerl zu sparen, verlasse ich noch vor der Grenze zu Österreich bei Bad Reichenhall die Autobahn. Übe den Walserberg und Himmelreich (so heißt der Ort tatsächlich), kommen wir mit nur einer halben Stunde Verspätung um Sheraton in Salzburg.   

Dienstag, 4. September 2018

Klick Klick

Zuerst soll die Maschine aus Chicago landen und 25 Minuten die Maschine aus Boston. Ich stehe am Flughafen mit unserem neuen Van bereit meine Gäste zu empfangen. Vater, Mutter und ihre zwei kleinen Töchter wollen hier mit mir auf ihre Großeltern warten. 

Es läuft anders als geplant. Die Bostonmaschine landet früher und die Chicago hat eine Stunde Verspätung. Jetzt stehe ich mit Grandma und Grandpa verlegen in der Empfangshalle. Zuerst verstauen wir das Gepäck im Auto. Bevor ich den Kofferraum schließe, fischt Opa eine Kamera mit einem mächtigen Objektiv aus seinem Rucksack und hängt sich das Monstrum um den Hals. 

Aus der ersten Drehung vom Auto weg, dreht er routiniert am Objektiv, nimmt die Eingangstüre des Terminals ins Visier, und Klick, Klick - schon ist die Speicherkarte um zwei Fotos reicher. Irgendwie erinnert mich das an mein Tontaubenschießen. Eine Stunde mindestens gilt es zu überbrücken. Langsam gehe ich auf die Plaza zwischen dem Terminal 1und Terminal 2. Hier hat AUDI eine große Radrennbahn aufgebaut. Ich beginne gleich mit der Bedeutung des AUDI-Logos, das hier überall prangt. Oma hört mir interessiert zu, stellt sinnige Fragen. Opa, Klick, Klick, Klick, ... fotografiert die leere Rennbahn. Gleich hinter dem Eingang zum Terminal 2 steht eine Figur des sitzenden König Ludwigs. Die will ich zeigen. Wir werden noch ausführlich über ihn sprechen. 

Taxi München Flughafen Terminal
Zu spät - Grandpa hat schon alles wegfotografiert.


Kaum sind wir in der Halle bemerke ich, daß die König Ludwig Figur nicht mehr da steht. An seiner statt steht hier eine Büste Franz-Josef Straußes, Namensgeber dieses Flughafens. Nun gut, von ihm gibt es auch etwas zu erzählen. Außerdem eignet er sich gut als Fotomotiv für Opa. Es gibt drei Fotos von Oma neben FJS, vier von mir geschossene  Fotos von Opa und Oma, zwei Fotos vom Taxifahrer mit Oma, zwei Fotos von Opa zwischen Taxifahrer und FJS, und schließlich noch zwei Fotos vom Taxifahrer allein neben FJS. 

Froh bin ich als wir endlich fertig sind und weiter ins Terminal 1 gehen. Langsam schreite ich voran, erzähle von den Flughäfen Münchens, dem neuen, dem alten und den ganz alten. An einer Übersichtskarte zeige ich alle Gebäude aus der Vogelperspektive. Ich zeige sogar auf die Stelle auf der sich das neue Satellitenterminal befinden soll. Während unseres kleinen Spaziergangs meldet mir meine App endlich die Landung der Lufthansa aus Chicago. 

Zu dritt nebeneinander stehen wir vor der großen Anzeigetafel, unsere Blicke konzentrieren sich auf die Stelle neben dem LH 425, an der endlich die Schrift GEPÄCK erscheinen soll. Endlich, nach weiteren 50 Minuten, springt die Anzeige auf GEPÄCK um. Wir müssen nicht mehr lange warten bis der Rest der Familie mit Kinderwagen und Riesenkindersitz am Ausgang erscheinen. Oma begrüßt freudig ihre Enkelkinder. Grandpa füttert weiter fleißig seine Speicherkarte. 

Schon bei der Fahrt vom Flughafen in die Stadt zeigt sich die Oma sehr interessiert. Neben der A9, am Lottlisa-Behling-Weg, gegenüber der Esplanade zur Allianz-Arena, erwecken die vier überdimensionalen Kegel der Münchner Stadtentwässerung ihre Aufmerksamkeit. Ich erkläre ihr, daß durch diese Anlage Biogas gewonnen wird. Das wird verbrannt und treibt Generatoren an. Und schon ist unser nächstes Thema eröffnet; die Energieversorgung. Bis zum Hotel am Bahnhof sprechen wir über Kernkraft, Sonnen- und Wasserenergie. Schließlich, am LeMeridien, entlasse ich sie in ihr Schicksal. Morgen wollen sie mit einem Guide München zu Fuß erkunden. Übermorgen hole ich sie wieder ab. Sie müssen -> weiter nach Salzburg, aber natürlich nicht, ohne vorher Neuschwanstein gesehen zu haben.