Dienstag, 19. September 2017

Alles Eching



Das Gebläse in meinem Taxi ist ausgetauscht. Ich war beim Stimmer (Taxiwerkstatt in München seit drei Generationen). Der hat sich kurz ins Taxi gesetzt. Der Zahnarzteffekt ist ausgeblieben und es war das eine von drei Mal, daß das Gebläse nicht funktioniert. Ein gezielter kurzer Schlag unter den Handschuhkasten, das Gebläse beginnt. Diagnose und Reparatur in 10 Sekunden. 

„Ja des is der Gebläsemotor. Wenn ma hinhaut foin de Kohlen wieder runter. Schaun’s scho lafts wida.“
„Super, dan kon I ja wida geh. Schreims ma a Rechnung über oamoi hihaun.“ 

Wir lächeln Beide. So einfach ist es leider nicht. Irgendwann versagt der Gebläsemotor und dann stehe ich da. Also der Stimmer bestellt das Gebläse, wir machen einen Termin aus, und am Donnerstag hat er es eingebaut. Ich warte nur noch auf die Rechnung. Ich fürchte die wird mehr beinhalten als einmal hinhauen.
Mit meinem  -> Schlüsselexperiment bin ich noch nicht weitergekommen. Meine Versuchsanordnung ist folgende. Ich fahre einen Tag mit den vermeintlich schlechten Schlüssel und am folgenden Tag mit dem guten, darauf wieder mit dem schlechten Schlüssel, u.s.w Während der ersten zwei Tage haben meine Beobachtungen die Fehler-im-Schlüssel-Theorie bestätigt. Aber dann kam die Ernüchterung. Heute zum Beispiel an einem Good-Key-Day mag mein Taxi nicht wie gewohnt anspringen.
Es war an einem Bad-Key-Day und einem der letzten Tage der drinctec als mir ein Fahrgast am Flughafen zusteigt. Aus seiner Klarsichthülle, voller Papiere mit kyrillischen Buchstaben bedruckt, fischt er einen kleinen, rosaroten Notizzettel, darauf steht fein säuberlich in lateinischen Druckbuchstaben geschrieben:

GASTHAUS FORSTER

STAUSEESTRASSE 1

84174 ECHING 

Ich lese Eching, auf den ersten Blick bin etwas enttäuscht über die kurze Fahrt, stutze dann aber doch über die Anschrift Stauseestraße. In DEM Eching das alle Taxifahrer und ich kenne gibt es keinen Stausee. Also tippe ich einfach die Postleitzahl von dem rosaroten Zettel in das Navi. Zu diesem Eching, bei Landshut, sind es etwas über 30 Kilometer. Ich setze die Position auf das Ziel, ziehe den Maßstab größer und finde auch den Stausee. Ich weise meinen Fahrgast darauf hin, daß unser Ziel vielleicht nicht das Eching ist, an das derjenige gedacht hat, als er das Hotel gebucht hat. Wir fahren jetzt nämlich weg von München und der Messe. Er nimmt es gelassen, kann es sowieso nicht mehr ändern.
Den Stausee gibt es nur in dem Eching bei Landshut

 Kurz vor Landshut sieht er ein Straßenschild mit einem Pfeil; München 61 Kilometer. Jetzt fragt er dann doch wie lange die Fahrt von hier nach München dauert. Mit über einer Stunde wird er schon rechnen müssen. Schließlich bezahlt er dann doch mit seiner Kreditkarte 61,10 €.
Es gibt mehr als ein Eching - das wissen wir jetzt Beide. Mein Fahrgast wird sich daran erinnern wenn er für die Fahrt zur Messe knapp 100,-€ berappen muss.

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