Samstag, 11. Februar 2017

"Nach Golde drängt, ...

...am Golde hängt doch Alles." ; legt Goethe dem Gretchen in den Mund als sie im Faust ein kleines Kästchen öffnet und sich das goldene Geschmeide anlegt. 

vor dem Mytaxi-Büro in der Fäustlestraße

Zu den Gesprächen vor dem Münchner Mytaxi-Büro hat sich Andy gestellt und gut geschlagen er hatte auch weiches Holz zu spalten. Wir haben es ihm nicht schwer gemacht. Etwas suboptimal, unsere Forderungen in letzter Sekunde zu erörtern. Für meinen Teil war es hochinteressant wieviele Vorbestellungen, darunter die beliebten Flughafenbestellungen, meine Mytaxi-Kollegen angeboten bekamen. Ich bin seit ziemlich dem Mytaxi Start in München dabei und habe noch keine einzige Flughafenvorbestellung von Mytaxi angeboten bekommen. Es hat mich bis zum Anfang Februar 2017 auch nicht besonders gereizt. Meine Flughafenkunden bekomme ich von mir selbst, vom Tausch mit Kollegen, als Einsteiger vor dem Hotel, von meiner Homepage und auch von Mytaxi. Von dort allerdings nur wenn der Kunde das Taxi nicht vorbestellt hatte.
Am Montag in der Fäustlestraße, dort sitzt das Münchner Mytaxi-Büro, beschwerten sich die Kollegen über die neue Vergabepraxis. Sie verglichen dabei ihre Angebote vor und nach der Änderung.

"Vorher bekam ich x -Flughafenvorbestellungen, jetzt nur noch ..."

Und es war die Zahl x die mich staunend machte. Da stand ich nun im Westend zwischen Kollegen, Hupenden, die verärgert über die versperrte Straße waren, und spitzte die Ohren. Gezielte Nachfragen an Ort und Stelle, am Flughafen, bei meinem Nachbarn und seinen Freunden (alle MyTaxifahrer) bestätigten mir die hohe, von mir nicht erwartete Zahl. Das ist also des Pudels Kern, die im letzten Post erwähnten 3% waren nur der Tropfen, der das Faß zum überlaufen gebracht haben.
Taxifahrer die Mytaxi-Werbung fahren, werden bei den Flughafenbestellungen bevorzugt - das ist mir klar. Nur jetzt soll die Gewichtung bei der Vergabe der Aufträge mehr zugunsten der Taxifahrer verschoben werden, die fleißig Mytaxi-Aufträge fahren. Die Einführung des Prio-Fahrers vor einer Woche ist ein Teil dieser Strategie. 

Abends muß ich, um den begehrten Prio-Status zu bekommen, während der zweistündigen Stoßzeit zwischen 17:00 und 19:00 Uhr, drei Mytaxi-Fahrten abschließen. Mir steigt nach 17:00 Uhr am Messegelände von der ISPO ein Aussteller zu. Er will in ein Hotel in der Nähe der Donnersberger Brücke. Die Zeit läuft, zwei Stunden im dichten Münchner Messeverkehr, verrinnen wie Wachs in der Sonne. Die Fahrt war noch während der ISPO und vor den 3% Anzeigenfehler. Ordnung lehrt uns Zeit gewinnen - ich überrede meinen Gast, obwohl Einsteiger, die Fahrt mit Mytaxi-Payment zu bezahlen. So bescheren mich die 45 Minuten mit einer ersten von drei geforderten Fahrten. Die zweite Fahrt schnappe ich mir, das hat der Zufall gut getroffen, in der Luise-Ullrich-Straße. Mein Fahrgast kommt direkt aus dem Gebäude in dem noch vor drei Jahren das Uber-Büro war. Die Fahrt ist nur kurz, rüber in die Nymphenburger Straße, aber jetzt habe ich schon zwei von drei. Für die letzte der drei Fahrten pirsche ich mich durch das erfolgversprechende Revier Schwabing/Maxvorstadt. Tatsächlich, prompt erwische ich einen Gast am Oskar-von-Miller-Ring. Die Fahrt in die Müllerstraße ist wieder nicht weit, macht mich aber zum Premierenpriofahrer. Der Kreis in der App komplettiert sich. Die Farbe des Taxisymbols ändert sich in grün. Von jetzt an bis um 23:59 des folgenden Tages bekomme ich bevorzugt Fahrtangebote.

Ganz sicher unterstützt die Priofahrerei meinen Drang nach Gold.  Nach zehn Mytaxi -Fahrten erreiche ich den Bronze-, nach 20 den Silber- und nach 41 den Goldlevel. Keine leichte Aufgabe  für einen Tagfahrer, der seine Kunden bedienen muß, doch Geduld soll bei dem Werke sein. Jetzt am Freitag Abend am Ainmillerstand, während ich den Text tippe, habe ich 390 Punkte, das bedeutet 39 Fahrten in dieser Woche, erreicht. Während all der letzten Jahre habe ich diese Funktion stiefmütterlich behandelt. Die Meldung mit der bronzenen Medallie und der Mitteilung, daß mein Status ab jetzt Bronze sei, habe ich nur beiläufig registriert. Seit Anfang dieser Woche jage ich, neben meinem eigenen Geschäft natürlich, darauf möglichst viele Mytaxi-Fahrten zu absolvieren. Noch zwei Fahrten bis Sonntag Abend, ein Klacks, und ich bin im Gold Status. Ab Montag werde ich dann sehen wie sich das auf mein Fahrtangebot, und meinen künftigen Umgang mit Mytaxi, auswirkt. 

"Ach wir Armen!" führt Gretchen ihren Monolog weiter aus. Das Gold, mit dem sie sich dabei behängt, hat ihr Mephistoles ins Kästchen gelegt. Er der Leibhaftige, der Böses will und Gutes schafft, hat seinen mit Blut, dem besonderen Saft, unterschrieben Vertrag nicht gebrochen. Er hat sein Wort gehalten. Der Weg zum Faust, aus dem ich für diesen Text kräftig geklaut habe, muß zunächst über die Fäustlestraße.

Kommentare:

  1. Hast du mal durchgerechnet, ob am Ende wirklich mehr rauskommt als normal?

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    1. Ja, ich hab es mir wiederholt durchgerechnet. In meinem Fall lohnt sich Mytaxi. Ich bin viel Zeit mit meinen eigenen Kunden beschäftigt. Es bleibt mir nur wenig Zeit für die Aufträge einer Zentrale. In meinem Fall kostete mir ein Auftrag der Genossenschaft 16%. Die vier Prozent für die immer mehr werdende bargeldlose Abrechnung mit eingerechnet.
      Für einen Fahrer, der viel für eine Zentrale fährt oder sein Taxi doppelschichtig einsetzt, schaut das schon ganz anders aus. Der ist mit einer Pauschallösung besser bedient.

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