Sonntag, 15. März 2015

Wieder zurück



Nach dem langen Abend in Oestrich-Winkel will ich jede Minute im Hotelbett nutzen und stelle den Wecker sehr spät. Als er klingelt habe ich nur 45 Minuten bis zu meiner ersten Fahrt. Nach einer Blitzrasur und Katzenwäsche bin ich ohne Frühstück zum Auto um meinen Kunden zur European Business School zu bringen.
Vor der European Business School in Eltville

Von dort soll ich ihn am Nachmittag direkt zurück nach München bringen. Ich habe den ganzen Tag zu meiner Verfügung. Das Frühstück im Hotel wollte ich nach der Fahrt nachholen. Zum Mittagessen hätte ich mich mit Wolfram beim Schnitzel Paul verabredet. Bei der Hinfahrt aber bestellt mein Fahrgast die Rückfahrt schon zur Mittagszeit. Ich informiere Wolfram über die Planänderung und wir treffen uns zum Frühstück in Bad Soden. Im Hotel Schwan bleibt mir nur noch schnell mein Zimmer zu räumen und zu bezahlen. Vom Parkplatz aus werfe ich noch einen letzten, hoffentlich nicht allerletzten Blick, zum -> Ambtskeller.
Auf dem Weg nach Bad Soden im Taunus höre ich einen amerikanischen Militärsender aus Wiesbaden. Es scheint hier eine große Zahl U.S. Soldaten zu geben. Bei der Reklame oder den Interviews während der Musikpausen stellen sich die Moderatoren mit ihrem Dienstgrad vor. Jede Meldung endet zum Beispiel  mit Staff Sergeant Miller.

In Bad Soden haben wir uns im Café Merci verabredet. Das Café hatte während der letzten Jahre einen, in der Region viel beachteten, Namensrechtsstreit über die Marke Merci des Berliner Süßigkeitenherstellers Storck. Der Schokoladenriese hat das Wortmarkenduell gewonnen. Das Café dürfe den Namen  Merci nicht mehr verwenden. Die Eignerin, sitzt bei uns am Tisch und erzählt davon, wie ihre Tochter von der Schule nach Hause kam und erzählte; 

"Mama, du hast einen Shitstorm im Netz ausgelöst!"

Das Café Merci darf denn Namen, auch als Bestandteil, wie zum Beispiel  bei Merci bien oder Merci beaucoup nicht mehr verwenden. Storck hatte gewonnen, zumindest juristisch. Der Schokoladenriese gegen das Café mit der Backstube in der alle Kuchen und Torten selbst gebacken werden. Ich selbst habe, wenn ich schon mal so nahe an der Hessischen Landeshauptstadt bin, einen Frankfurter Kranz probiert. Die Richter haben da wohl eine Verwechslungsgefahr gesehen. Die Symphathien der Menschen allerdings flogen dem Bäcker zu. Eine Woche lang waren Fernseh- und Radioteams, Reporter zu Besuch. Jeder wollte direkte Informationen zu dem Streit. Das Café hat dadurch nicht nur regional an Bekanntheit gewonnen. 

Die letzte, ganz aktuelle Information, die ich  habe, ist, daß es ein klärendes Gespräch gegeben hat und sich die Beiden geeinigt haben. Das Café darf seinen Namen behalten. Merci für die Einsicht der Storck-Leute.
Viel zu schnell vergeht die Zeit. Nach unserem Frühstück bringe ich Wolfram noch zum Höchster Bahnhof. Wir fahren jetzt doch erst am Nachmittag zurück nach München. Die Nachricht erreicht mich auf dem Weg zur EBS. Jetzt habe ich noch über zwei Stunden in Oestrich. Noch vor einer Stunde hat Wolfram mir von einem Campingplatz direkt am Rheinufer erzählt. Daneben gibt es einen Parkplatz von dem man über den Rhein blicken kann. Hier will ich etwas im Auto schlafen.  

Der Parkplatz ist schnell gefunden. Der Schlaf hingegen lässt sich nicht finden. Also schlendere ich wieder am Rhein entlang. Neben dem Parkplatz steht ein Anhänger voller Bücher. Eine Kasse ist fest mit der Bordplanke verschraubt. Gegen eine Spende kann man sich hier ein Buch mitnehmen. Der Betreiber nimmt auch gerne gebrauchte Bücher für seinen Bücherwagen entgegen. Mit dem gesammelten Geld werden in Afrika Augenoperationen ermöglicht. Mit blättern durch die verschiedensten Hefte und Bücher vertreibe ich mir zwischen Kanadagänsen die Zeit bis zur Abfahrt. Die Kanadagänse sind leicht an ihren weißen Kienriemen zu erkennen. Sie sind viel größer und vertrauter als unsere heimischen Graugänse. 

Mein letzter Rheinblick


Die Rückfahrt bewältigen wir in einem Rutsch. Bis wir in München sind ist es schon dunkel. Kaum zu Hause muß ich noch einmal raus - für eine Flughafenfahrt einspringen. Spätestens jetzt bin ich wieder im üblichen Taxigeschäft angekommen.  

1 Kommentar:

  1. "Auf dem Weg nach Bad Soden im Taunus höre ich einen amerikanischen Militärsender aus Wiesbaden. Es scheint hier eine große Zahl U.S. Soldaten zu geben."

    Naja, die Lucius D. Clay Kaserne beherbergt neben der Wiesbaden Air Base immerhin das Hauptquartier der US Army Europe.

    "Ich selbst habe, wenn ich schon mal so nahe an der Hessischen Landeshauptstadt bin, einen Frankfurter Kranz probiert."

    Vorher warst du sogar noch ein bisschen näher an der hessischen Landeshauptstadt, die ist nämlich nicht Frankfurt, sondern Wiesbaden.

    *klugscheissmodusoff* ;-)

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