Donnerstag, 15. Januar 2015

Ein Gespann

Mit einem richtigen Brummschädel sind wir aufgewacht. Die halb volle Flasche Jägermeister steht auf dem Schreibtisch neben der Pelzmütze. Nach den tiefen oooooohhhhhh's und oioioioi's hilft nur eine Dusche, viel kaltes, klares Wasser außen und innen, frische (Berliner) Luft und ein Frühstück!
Vor fünf Jahren, so erinnern wir uns, waren wir in der Greifswalder Straße, gleich beim Thälmann-Park im Prenzlauer Berg, in einem gemütlichen Kaffee. Bevor wir uns auf den Weg machen, befrage ich noch einmal GoogleMaps und finde dabei das -> ️Café Laelia Die Inhaberin ist gelernte Konditormeisterin. Das lässt uns auf feinstes Backwerk hoffen.


Der große Thälmann-Park ist gleich gefunden. Zuerst begrüßen wir das mächtige Denkmal des Genossen. "Ein trinkender Arbeiter denkt nicht, und ein denkender Arbeiter trinkt nicht." Ob diese Worte tatsächlich aus Teddys Mund stammen, kann ich nicht bestätigen. Zumindest aber war der Spruch in der fortschrittlichen Arbeiterschaft der 1930ger Jahre bekannt. Unser momentaner Zustand bestätigt nur die Wahrheit hinter diesem Spruch. Bei der Gelegenheit lege ich gleich einen Eid ab, keinen Alkohol mehr zu trinken. Nie mehr! Nie wieder! Zumindest im Januar nicht mehr. Nachdem mir der Wind die Mütze vom Kopf geweht hat, gehen wir in das avisierte Café. Wir erkennen es sofort, es ist genau das Café,  daß wir schon vor fünf Jahren aufsuchten. Robert kennt sogar noch den Tisch an dem wir damals saßen. Damals hatten wir auch große Pläne die wir genau hier manifestierten und bei deren Gelingen, wir hier das Ergebnis feiern wollten.
Eine der hausgemachten Torten dort in der Kühlvitrine wäre jetzt noch nicht das richtige Katerfrühstück. Wir starten mit Rühreiern und Afri-Cola. Ob es die zu der Situation und geographischen Lage passende Vita-Cola noch gibt? (Update - Einschub: Ja, es gibt sie sogar in -> München )


Den Torten im Laelia können wir nicht Wiederstehen. Wir gönnen uns die süßen Meisterstücke der Konditorin. Und ich komme auch noch zu meinem Einspänner! Die Kellnerin hat früher bei einer österreichischen Hotelkette gearbeitet und kann uns unseren Wunsch nach der Kaffeespezialität erfüllen. Der Einspänner ist ein einfacher, üblicher Kaffe mit Obers. Den Namen hat er von unseren  Berufsvorfahren, den Wiener Fiakern. Wenn die ihren Kaffee mit auf den Kutschbock ihrer Einspänner nahmen, kühlte er unter der dicken Sahneschicht in den Tassen nicht so schnell aus. Der vorher gezuckerte, warme  Kaffee wird durch die kühle Sahne geschlürft.
Wir machen das jetzt in Berlin genau so wie die Wiener Fiaker, nur das wir mit einem Mercedes-Taxi am Thälmann-Park vorgefahren sind. Der ist beileibe kein Einspänner, der hat 140 Pferdestärken.

Kommentare:

  1. Vita-Cola gibt es noch und die hat es sogar bis nach NRW in ausgewählte Supermärkte geschafft. Zumindest die normale, die anderen Sorten leider nicht. Leckeres Zeug...

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    1. Ich habe auf der Vita-Cola Homepage unter Händersuche geschaut. Es gibt bei uns in München einen, und im Umkreis zwei Getränkemärkte, die orginal Vita-Cola vverkaufen. Dort werde ich mal zuschlagen.

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