Montag, 19. Januar 2015

Drugs'n Trucks

Erster Tag der BAU. Die erste richtige Messe in diesem noch jungen Jahr 2015. Natürlich habe ich am Montag in der Früh eine Fahrt zum Flughafen und natürlich bleibe ich an einem solchen Tag am Flughafen stehen. Erwarten wir doch den Ansturm der Messebesucher. Die Leute vom internationalen Baufach werden doch keine S-Bahn oder den Bus nehmen. Und so ist es dann auch. Kaum wird unsere Reihe vom AGIP -Speicher noch oben, vor das Terminal 2, gerufen, bin ich schon nach 20 Minuten wieder weg.

Zwei Russen habe ich geladen. Sie wollen nach Parsdorf, in den Posthalterring. Die Strecke kommt mir gelegen. Parsdorf liegt östlich von München. Wir sparen uns den üblichen Montag Morgen Stau auf der A9 einwärts. Gleich nach dem Flughafengelände fahre ich auf die neue 301, die schnurstracks nach Norden führt. Vor Aschheim, nach den Speicherseen, wechsle ich auf die Ostumgehung. Bei der Kreuzung der Ostumgehung mit der A94 München - Passau kann ich wieder die verkehrsärmere Alternative, Richtung Passau, nehmen. Unbehelligt vom Verkehr erreichen wir Parsdorf mit dem riesigen Möbelhändler Segmüller. Wer hier während der letzten Wochen nicht hier war, wir überrascht sein. Ich habe hier mindestens drei neue Kreisverkehre gefunden. Auf dem Weg zum Posthalterring drehe ich auf einem der neuen Kreisverkehre eine  Ehrenrunde weil ich die richtige Abfahrt verpasst habe.
Die beiden jungen Russen wollen mir behilflich sein;

"We want to go to an Drrrug Dealerrr."

Dabei rollt er das R genauso wie das auch wir Bayern können. Drug Dealer! Hat er das jetzt ernst gemeint? Ich spiele die Gaudi mit;

"Da, Da to the Drug Dealer."

Im Rückspiegel sehe ich keine Regung in ihren Gesichtern. Ich male mir schon aus wie wir jetzt einen Rastafari mit Dreadlocks an der Straßenecke, ein Crack-Labor im Metallcontainer oder, noch besser, einen Kolumbianer in einer schwarzen Limousine treffen.


Ich ahne schon, daß mir ein Abenteuer entgeht. Das Wort Camion bringt die Lösung. Ich habe mal gehört, daß das das Wort für Lastwagen in fast allen slawischen Sprachen ist. Nachdem ich es in's Taxi geworfen habe, haben Beide nur ernst genickt und dabei meine Phantasie zerstört.
Tatsächlich finden wir den Truck-Dealer, den Gebrauchtlastwagenhändler, in einem Verschlag aus Metallcontainern, Holzlatten, Plexiglas, inmitten von gebrauchten Kippern, Sattelaufliegern, Bussen, Drei- und Vierachsern an einem rauchenden Ofen sitzen. Drüse haben wir außer Tabak und Kaffee keine gesehen, aber Trucks gibt es in Hülle und Fülle.




Kommentare:

  1. Was sind denn das auf dem Bild für bescheuerte Drucks im Hintergrund! Die kann ich ja in der Pfeife rauchen! :-D

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  2. Hallo Reinhold, mal eine Frage: Gibt es in München mehr S-Klassen wie deine? Ich habe vor kurzem eine Folge München 7 gesehen und da fuhr der Zwilling von deinem Taxi durch's Bild. Oder hattest du bzw. dein Taxi etwa eine Komparssenrolle? Leider stand ich in dem Moment auf dem Schlauch und konnte das Kennzeichen nicht sehen.
    Gruß Sebastian

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  3. Hallo Sebastian,
    Ich hatte schon mal Komparsenrollen mit meinem Taxi in Fernsehsendungen. Bei einer Aufzeichnung zu Aktenzeichen XYZ wurde der Bahnhof Koblenz nach München "gezaubert". Der dazugehörige Taxistand wurde mit drei von unseren Taxis bestückt. Das lag unter anderem daran, daß ich keine Werbung auf den Fahrzeugen habe.
    In München gibt es im Verhältnis zu anderen Städten viele Oberklasse-Taxis. Ich schätze, von den 3400 Taxis sind 300 Oberklasse-Fahrzeuge, 7er BMW, A8 oder eben S-Klassen. Neben mir fahren bestimmt mindestens noch weitere 60 S-Klassen als Taxi durch München. Wahrscheinlich hast du einen meiner Kollegen im Fernsehen gesehen.

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  4. Aach, da können wir in Dresden locker mithalten! Laßt mich mal durchzählen... Also in summa etwa 520 Wagen, davon etwa... da und... noch eins... Also jetzt hab´ich´s raus: Gar keins!

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