Dienstag, 30. Dezember 2014

Rote Bullen




Ich habe mir schon überlegt einfach nach Hause zu fahren, nach einer Stunde warten vor dem Holiday Inn in der Hochstraße. In drei Tagen endet 2014 und das IV. Quartal. Es gäbe viel zu tun Daheim. Zunächst die Quittungsdurchschläge und Belege sortieren, Umsätze in das Kassenbuch übertragen, Kontoauszüge belegen, die kleinen Rechnungen chronologisch einkleben und dann das ganze ausdrucken und abheften. Natürlich habe ich den leidigen Papierkram schleifen lassen und jetzt warten Stapel von drei Monaten in meinem Metallkörbchen. Allerdings wäre die Buchhaltung in diesem Moment eine gute Ausrede für das Beenden dieser bisher müden Schicht. Während ich so hin und her überlege tritt ein korpulenter, älterer Herr, begleitet von zwei Damen aus dem Hotel und winkt mir würdevoll. ich fahre vor und das Trio steigt ein. 

"To the cinema down there." 

Er meint die Museumslichtspiele, gleich in der Zeppelinstraße unten an der Isar. Irgendwie packt ihn dann doch das schlechte Gewissen. 

"It is not far but to far for Grandma in this blizzard."

Meine Gäste kommen aus Chicago, zuvor waren sie in -> Salzburg, haben sich dort den -> Hangar 7, vom Red-Bull Chef angeschaut. Red-Bull - das Stichwort hat er sich selbst gegeben. Nicht ohne Stolz erwähnt er, daß sein Sohn Trainer der Eishockeymannschaft Red-Bull Salzburg war. Jetzt ist er Trainer des Münchner EHC Red-Bull.
In drei Minuten stehen wir vor dem Kino, die Hochstraße vor, am Rosenheimer Platz links, wieder links in die Zeppelin und schon ist die Fahrt vorbei. 

"5,70 , bitte"
Ich bekomme sieben Euro. Er kramt die Zwei Euro Münze aus der Tasche seines Anoraks. Dabei fällt eine Münze auf den Boden des Taxis. Nachdem er ausgestiegen ist, kann ich mich in den Beifahrerraum bücken und ihm das Geldstück, 20 Cent, zurückgeben.

"You found it. You keep it."; lehnt er ab. 

Museums - Lichtspiele

Ich habe dann doch noch vier Fahrten gemacht. Der Blizzard hat mir noch ein paar Touristen ins Taxi schneien lassen.

Und, ich muß mich selbst loben, die Buchhaltung habe ich auch noch gemacht. Gestern saß ich nach dem Taxi noch bis 23 Uhr am Schreibtisch. Alles geordnet, geklebt, übertragen, eingetippt. Nur noch den letzten Ausdruck meiner Kreditkartenrechnung, den letzten Schichtzettel, die letzten Quittungsdurchschläge der morgigen Sylvesterschicht, und das Jahr 2014 ist gelaufen. 


Quittungsdoppel - immer sortiert 10 Jahre lang aufbewahren
Kaum habe ich die Excel-Tabelle, die ich für mein Kassenbuch benutze, geschlossen, habe ich den Trainer des EHC München Red-Bull gegoogelt. Siehe da, es stimmt, Don Jackson, der Trainer, war vorher bei den Salzburger Red-Bulls. Witchita in Kansas ist zwar seine Heimatstadt, aber einem Artikel der Abendzeitung entnehme ich, daß seine Familie in Chicago lebt. In Chicago lebt auch Benny. Benny ist auch ein roter Bulle. Benny heißt das Maskottchen der Chicago Bulls. Sein roter Schädel mit den weißen Hörnern ist das bekannte Logo des Vereins. Nur das die nicht Eishockey spielen, sondern Basketball.

Kommentare:

  1. ist 12/14 nicht eher Dezember 2014 ? ;-)

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  2. Wird sofort ausgebessert. Danke! Noch einen senkrechten Strich durch die Grundlinie der 2 und gut is es.

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