In so ziemlich genau einem Jahr, im November oder Dezember
2012, geht die Welt unter, prophezien die Maya. In unserem Sonnensystem gibt es
eine Planetenkonstellation wie während der letzten 12.000 Jahre nicht mehr. Der
Polsprung löst auf unserer Erde ungeahnte Katastrophen aus.
In zwei Jahren, 2013, crasht unser Euro, prophezeien Wirtschafter. Die Nachrichten aus der
Finanzwelt bedeuten nichts Gutes. Die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler
an der Nymphenburger Straße tickt bedrohlich.
Als ich mein Taxigeschäft verkaufte, gab es einen Stichtag
an dem die Außenstände und die Verbindlichkeiten verrechnet wurden. Dieser
Stichtag war der 31.12.2001, der letzte DM – Tag! Ich erinnere mich noch an das
ungläubige Gesicht meines Bankers, der mir von den Einzahlungen aus dem
Taxiunternehmen vertraut war;
“Jetzt wo der Euro kommt willst du verkaufen???“
Ja, genau jetzt. Die fünf Taxigenehmigungen wurden mit
100.000,- DM bewertet. Der Euro kam, das Geschäft brach ein. Sieben Monate
später gingen wieder fünf Taxigenehmigungen über den Tisch, für 25.000,-€.
Was mache ich jetzt - wenn der Euro geht? Vorausgesetzt das
Magnetfeld der Erde bleibt im nächsten Jahr stabil, könnte es 2013 für den Euro
eng werden.
Immobilien fallen mir als erstes ein. Jeder spricht von
Betongold in München. Das wäre eine sichere Geldanlage. Zugegeben ich habe mir
bis jetzt wenig Gedanken über meine Zukunft gemacht, aber jetzt sind wir eine
Familie und es geht nicht nur um mein Leben, sondern um unsere Sicherheit. Ein
kleines Appartement in München könnten wir uns schon leisten. Als erste
Informationsquelle nutze ich wie immer das Internet. Die Immobilienportale sind
schick aufgemacht. Es gibt sinnvolle Filter mit denen ich die Suche verfeinern
kann. Ich stelle ein Kaufpreis 100.000 € in München, vermietet – daraufhin
bekomme ich über 40 Angebote. Ich entscheide mich für eine 1-Zimmer Wohnung, 46
qm, in München/Hadern Kaufpreis mit Nebenkosten 106.000,- €. Praktischerweise
ist bei jedem Angebot gleich ein Finanzierungsrechner drangehängt. Als einzige
Variable kann man nur das Eigenkapital eingeben. Natürlich muss ich das gleich
ausprobieren. Als Eigenkapital gebe ich 50.000,- € ein und blicke auf die
monatliche Rate, die mir die Software ausspuckt. 223,- € monatliche Rate stehen
auf meinem Bildschirm. Die Software rechnet voreingestellt mit 3,9 % Zinsen und
1% Tilgung. Die Laufzeit der Finanzierung spuckt der Rechner nicht aus.
Ich überschlage: Der Mieter bezahlt 430,- € Miete, davon
gehen 150,- € Hausgeld ab, mir bleiben 280,- € monatlich. Davon bezahle ich
223,-€ monatlich für die Finnanzierung. Bei 1% iger Tilgung haben wir nach 100
Monaten (das wären etwas über 8 Jahre) die Wohnung bezahlt.
Ich hätte dann aus meinen 50.000 in unter 9 Jahren 100.000 € gemacht.
Was man gerne hört, das glaubt man auch. Das diese Rechnung
nach der Zinsrechnung nicht aufgehen kann, negiere ich in meiner Euphorie. Wie
kann ich denn nur Taxifahren bei solchen Gewinnaussichten im Immobilienbereich.
Gestern, bei einer Fahrt zum Flughafen kommen mir erste
Zweifel. Mit 100 x 223,-€ können keine 56.000,- € zurückbezahlt werden. Am
Terminal 2 gibt es einen gut sortierten Zeitschriftenhandel. Die haben am
Flughafen auch sonntags geöffnet. Aus der Fachpresse fische ich mir ein
Heftchen mit dem Titel Immobilienverkauf. Am nächsten Stand
in der Stadt wird es gleich studiert. In einem Artikel wird davon geschrieben,
daß bei dieser historisch tiefen Zinslage, bei
1% Tilgung, die Immobile nach schon 35 Jahren abbezahlt sei.
Schon! nach 35 Jahren. Das ist viel, viel mehr als meine
höchstens 9 Jahre. Ich bin jetzt 43 in 35 Jahren bin ich 78 Jahre alt, ich
könnte mich dann nur noch die restlichen 30 Jahre meines Lebens über eine
bezahlte Immobilie freuen.
Ernüchtert blättere ich durch mein Magazin, im Internet
recherchiere ich genauer, dort bestelle ich mir bei Amazon gleich ein Büchlein
über Immobilienfinanzierung. Inzwischen weiß ich was ein Annuitätendarlehen ist
und was 1% Tilgung bedeutet.
Trotzdem bin ich zuversichtlich, daß wir es innerhalb von 10
Jahren schaffen.
| Heute früh vor dem Rilano |
Heute früh habe ich um 7.00 Uhr vier Engländer vom Rilano –
Hotel zum Flughafen gebracht. Am Freitag fuhren sie mit mir vom Hauptbahnhof zu
dem Hotel in der Domagkstraße auf der Fahrt dahin haben wir die heutige Fahrt
vereinbart. Ich war pünktlich vor dem Hotel. Die Engländer waren auch da.
Zumindest die Rechnung ist aufgegangen.
ich hab auch ne milchmädchenrechnung gemacht. ich zählte ein paar tage nach deinem letzten posting und erwartete neues von dir. und - :-(((
AntwortenLöschenauf und drauf auf die tastatur. gruß robert