Mittwoch, 9. November 2011

Wissen schafft


„Das ist das größte technische Museum in Europa.“

erzähle ich meinen Fahrgästen in München, wenn ich sie über die Ludwigsbrücke fahre und zeige dabei auf das Deutsche Museum. Ein technisches Museum, so was gibt es auch in Paris, dort heißt es ->Cité des sciences et de l´industrie.
  Im Reiseführer werden die Kinderabteilungen angepriesen. Dort gibt es eine Vielzahl von Hebeln, Schrauben, Seilen an denen die Kleinen drücken, drehen oder ziehen können.
Es gibt für die Kinder und Jugendlichen zwei nach Alter getrennte Abteilungen. Wir schließen uns der Gruppe der 5-12jährigen an. Der Andrang ist so groß, dass alle 1,5 Stunden gewechselt wird. Jeweils ca. 200 Mamas, Papas und Kinder sind in der Abteilung. Nachdem die Zeit abgelaufen ist, fordert eine freundliche Stimme alle enfants auf den  Bereich zu verlassen.
Die Kinder der neuen Gruppe stehen schon erwartungsvoll an der Schranke. Der zweite Gongschlag läutet den Sturm auf die Geräte ein. Die Kinder teilen sich auf die verschiedenen Bereiche auf. Es gibt Kommunikation, Fabrikation, Wasser, Umwelt … und sogar ein kleines Filmstudio.

Für mich ist es eine Freude zu sehen wie die Kleinen, trotz verschiedenster Muttersprachen, zurechtkommen. Der Höhepunkt in der Fabrikation ist ein Roboterarm, der in einem Glaskasten umherwirbelt. Zunächst entwerfen die Kleinen auf einem Touch Screen einen fünf einfache Häuschen. Der Roboterarm greift sich daraufhin aus einem Lager die entsprechenden Bausteine und stellt schnell die Bausteine in der richtigen Position aufeinander.

Bei der Kommunikation sind an den beiden Enden der Abteilung riesige Schalltrichter (Durchmesser ca. 3 Meter) aufgebaut. Im Brennpunkt der konkaven Fläche sind Gestänge an denen der Kopf fixiert werden kann. Trotz der lärmenden Rasselbande zwischen den Trichtern ist eine Verständigung zwischen den beiden Teilnehmern möglich.

 Geschickt dränge ich unsere Familie in den Umweltbereich. Er ist mit Jardin überschrieben und schließlich war ich doch auch als „Jardinier“ in Frankreich. Hier ist die Attraktion ein kleines Gewächshaus voller Schmetterlingen. So kann man die kleinen bunten Insekten aus allernächster Nähe betrachten. Jedes Kind muss auch durch einen Ameisenhaufen mit echten Ameisen krabbeln.

Im Filmstudio ist eine Bühne aufgebaut. Auf der Bühne stehen Fake-Instrumente, drei Gitarren und zwei Keyboards bereit. Die Kinder spielen, singen und tanzen wie die Popstars. Am Rand der Bühne stehen zwei Kameras mit einfachen Bedienelementen. An jeder Kamera ist ein Monitor. Die Kamerafrauen und –männer verfolgen mit ernsten Gesichtern das Geschehen auf der Bühne und fangen die interessantesten Bilder ein. Auf einem Mischpult kann der Regisseur beobachten was jede einzelne Kamera aufzeichnet. Er wählt aus welches Bild auf dem großen Bildschirm erscheint. Das Ergebnis kann von jedem Zuschauer auf einem großen Monitor über der Bühne bewundert werden.

In einer anderen Ecke des Filmstudios sitzen die Kinder auf einem Teppich vor einem Green Screen. In einem Monitor sieht man die kleinen Schauspieler umgeben von grün. IN einem anderen Monitor rauscht der Himmel oder eine Landschaft vorbei. Im zentralen Monitor kann man dann seien Nachwuchs auf einem fliegenden Teppich durch die Luft rauschen sehen.



Im Hof des Museums,  oder vielmehr der Museumsstadt, dominiert eine riesengroße  verspiegelte  Kugel. Vor 20 Jahren war in dieser Kugel ein 3-D-Kino. Um herauszufinden was heute darin ist, bleibt mir keine Zeit. Wir müssen zu -> Chartier, nicht dem Schmuckhändler, sondern dem Restaurant. Wäre es der Juwelier, wüsste ich was in der Kugel ist.

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