Gleich um 5.45 Uhr heute früh ging es in der Nordheide los.
Die erste Fahrt zum Flughafen. Meine nächste Fahrt ist eine Abholung vom
Flughafen nach Baldham. Der Kontakt zum Auftraggeber war nur zwischen Tür und
Angel. Auf dem letzten Sprung knallte ich die Bestätigung über E-Mail nach
Berlin. Ich hatte weder den Namen, noch die Telefonnummer des Gastes, den ich
am Flughafen erwarten sollte. Die Maschine landete planmäßig um 8.20 Uhr und
ich stand mit einem Täfelchen mit dem Namen der Firma (das Einzige das
ich hatte) unter 100 anderen Abholern am Terminal 2. Jetzt dacht ich
mir wäre es eine günstige Zeit die Sekretärin in Berlin anzurufen. Name und
Handynummer wären bei dem Andrang sehr hilfreich. ALs ich mit Telefon,
Kugelschreiber, Abholschildchen und Papier jonglierte kam schon mein Kunde auf
mich zu.
Über Fischerhäuser bringe ich meinen Kunden nach Baldham.
Seinen Namen und Handynummer für den morgigen Zurückweg kann ich mir direkt von
ihm geben lassen. Das war meine letzte Vorbestellung für heute. Die Pflicht war
getan – jetzt kam die Kür.
Die Route für die Fahrt in die Stadt lege ich so, dass ich
in Feldkirchen bei der -> Landesjagdschule Bayern des BJV vorbeikomme. Ich war hier schon mal vor drei
Wochen. Da wollte ich mir nach einer Fahrt zur Messe Anstecker und Aufkleber
des BJV kaufen. Wo ich doch als Mitglied der Deutschen Waidmannsgilde auch
Mitglied im Bayerischen Jagdverband e.V. bin. Vor drei Wochen stand ich vor
verschlossenen Türen. Nur für Autoaufkleber wollte ich niemanden aus dem Büro
klingeln.
Heute rüttele ich wieder an der Tür, aber in der Sekunde
höre ich leises Summen. Die Empfangsdame hat den Türöffner betätigt und stehe
in dem großen Vorraum. Zuletzt stand ich hier vor meiner mündlichen
Jägerprüfung. Damals hatte ich keine Augen für die Bücher, Ferngläser,
Broschüren, CDs, Abzeichen, … in dem kleinen Shop. Heute aber weiß ich gleich
wohin ich muss. Ich genieße die Situation vor den Jagdlehrbüchern zu stehen und
nicht zittern zu müssen ob deren Inhalt abfragebereit in meinem Kopf verankert
ist. Völlig unbefangen blicke ich in die Vitrinen. Meine Abzeichen habe ich mir
ausgesucht. Ich wähle zwei kleine Anstecknadeln für das Revers, zwei kleine
Hutnadeln und zwei Autoaufkleber.
Nach meinem Stopp in Feldkirchen stelle ich mich zufrieden mit
der Welt an unseren ICM Stand an der neuen Münchener Messe. Stolz wie Oskar
hefte ich mir die kleine Anstecknadel an die Brust meines Trachtenjankers. Die
Hutnadel klemme ich zwischen Taxameter und Taxischildtaste an das
Armaturenbrett meines Taxis. Den Autoaufkleber klebe ich von innen an die
hinterste linke Scheibe meines Taxibusses. Den Gedanken, das dies eine
unerlaubte Kenntlichmachung (das Wort gibt es tatsächlich)
meines öffentlichen Verkehrsmittels ist, verwerfe ich angesichts der Bedeutung
des BJV sofort. Der Bayerische Jagdverband liegt irgendwo zwischen der
UN-Vollversammlung und dem Europaparlament – für mich jedenfalls!
Mein Taxi, das Geschäft und das Radio laufen. Gut gelaunt
putze ich mein Fahrzeug. Die Türholme, den Kofferraum, den Boden, bis ich einen
Auftrag bekomme. Von der Astrid-Lindgren-Straße fahre ich zum Käfer in die
Prinzregentenstraße. Inzwischen ruft Vesna an. Den Auftrag um 13.30 Uhr, den
wir von einem Kollegen angenommen hatten, kann Sie nicht fahren, weil sie was
Weiteres hat. Kein Problem ich kann ja
noch in aller Ruhe einen Fahrgast vom Bahnhof Nord schnappen, bis ich mich dann
wieder auf dem Weg zum Münchener Osten machen muß, von wo ich den Stammgast
meines Kollegen aufnehmen kann. Immer noch gut gelaunt stelle ich mich an die
lange Reihe des Taxistandes am Bahnhof. Unter den potentiellen Fahrgästen auf
dem Bürgersteig am Kopf des Bahnhofs winkt mir eine fünfköpfige Gruppe zu. Sie
brauchen mich und meinen Taxibus. Immer noch gutgelaunt kläre ich meine
Nachfolge und fahre an die Spitze des Standes. Fröhlich reiße ich die Schiebetüre auf, und bitte
meine Fahrgäste einzusteigen. Fahrziel;
Domagkstraße (im Norden Münchens) zu einem dieser Büros in
dem neuen Areal zwischen Domagkstraße und Schenkendorfstraße, das Parkstadt
Schwabing genannt wird.
Ich biege gerade auf die Arnulfstraße als ich meinen Augen
nicht trauen will was ich in meinem Tachofeld sehe. Das Motorsymbol leuchtet
auf. Das MOTORSYMBOL !!! Am Freitag war ich bei VW wegen des Stellmotors, davor
am Donnerstag habe ich es nach einer Woche aus der Werkstatt geholt, einen
Monat davor war es 11 Tage in der Werkstatt. Wie soll ich die Rechnungen
zahlen, wenn ich nicht arbeiten kann? Und der große Kunde hat immer noch nicht
seine fällige Rechnung überwiesen.
Ich brauche Trost und Zuspruch. Die Opfer finde ich im
Telefonnummernspeicher meines Handys. Eine/r nach dem/r Andere/n werden
angerufen und zugetextet. Meine Fahrgäste sind mir egal. Auch die beiden
Polizisten im Streifenwagen, die an der roten Ampel am Oskar-von-Miller-Ring
neben mir zu stehen kommen. Sollen sie mich doch am Anfang der Ludwigstraße
standrechtlich erschießen, weil ich mit dem Handy in der Hand Auto fahre. So
schnell hat sich meine Stimmung geändert. Vor dem Siegestor versuche ich einen
Reset. Ich ziehe den Schlüssel aus dem Zündschloss, verschließe das Auto, öffne
es wieder und starte erneut. Erfolglos – alle Anzeigen auf dem Tachoblatt
verlöschen, nur das gelbe Motorsymbol
verhöhnt mich weiterhin. Nachdem meine Gäste ausgestiegen sind, fahre ich
schnell noch vor Mittag zum -> Stimmer.
Ein Mechaniker steckt das Diagnosegerät an und
diagnostiziert, das der Partikelfilter zu ist. Er bestellt sofort eine neue
Sonde. Ich bekomme gleich einen Termin morgen Vormittag. Das Motorsymbol ist erloschen
und ich kann den Kunden meines Kollegen zum Flughafen bringen.
Irgendwie wird mir langsam klar, dass ein Volkswagen kein
geeignetes Auto zum Geldverdienen ist.
VW T5? Mein Beileid. Zu schade dass die sparsamen T4-Diesel keine Umweltplakette kriegen.
AntwortenLöschenOK Reinhold, ich kann was Du schreibst perfekt nachvollziehen. Dennoch sage ich: Versuch, auch bei solchen Dingen besonnen zu bleiben. Das mit den Corps hätt´s nicht gebraucht. Auch mit Kabel im Ohr kann man die Telefonseelsorge kontaktieren. ;o)
AntwortenLöschenWas den Dpf betrifft: Es gibt die Zwangsregenerierung. Man fährt dazu in einem bestimmten Drehzahlbereich einige -zig Kilometer bei konstant 80 km/h (die Werkstatt weiß vermutlich Näheres- ich hab´s auch von meiner als Tipp bekommen).
Das hilft aber nur für einige tausend Kilometer weiter. Dann kann man den Dpf irgendwann nur noch austauschen. Macht etwa ~1500.- Euro Minimum.
Wenn Euer Chrysler soweit noch in Ordnung ist - könnte man da das nicht hinten anstellen, und zuerst den T5 ersetzen? Rein vom Pragmatischen her erschiene mir das als sinnvoll. Aber ich halt jetzt mal lieber meine Schnauze. *duck und wech*
Mit den COPS sollte das natürlich heissen...
AntwortenLöschenGenau, kauf dir nen Viano, bei Mercedes ist der Taxikundenservice einfach besser als bei VW ( ich hab den direkten Taxi Vergleich ), ich gehe mal davon aus, dass auch eure Mercedes Niederlassung für Garantiefälle ein kostenloses Ersatztaxi hat, welches vielleicht sogar mit eurem Funkgerät ausgerüstet sein wird. Außerdem ist dann sie Freispreche serienmäßig *zwinker*
AntwortenLöschen@ Christian
AntwortenLöschenJetzt habe ich meinen VW wieder. Der Stimmer hat einen Sensor ausgewechselt. Als ich gestern Mittag bei ihm war, war sein Tipp, weil ich noch drei Flughafenfahrten hatte, im Drehzahlbereich um 2500 Umdrehungen/Minute zu fahren. Das habe ich gemacht und das Motorsymbol ist bis heute in der Früh nicht mehr aufgeleuchtet.
Gestern als ich die Vesna angerufen hatte war das auch gleich unsere erste Idee; erstmal einen Taxi - Viano für mich und dann später (wenn wir es uns leisten können) einen schwarzen für die Vesna. Der Chrysler fährt ja noch gut – der war mein günstigstes und zuverlässigstes Auto!
@ Mariha
Als ich, 2002, den ersten VW Bus gekauft hatte, hat mir der VW Verkäufer als ehemaligen Mercedes können auch ein Leihtaxi versprochen. Als es dann soweit war, gab es kein Leihtaxi, ich war mit den beiden VW – Bussen öfter während der Garantiezeit in der Werkstatt und habe nie! ein Leihtaxi bekommen.
Bei den Mercedes Leihtaxis war im Funkgerät sogar meine Kennung eingequarzt.
VW = Viel Werkstatt ...
AntwortenLöschenHaben auch viele schlechte Erfahrungen mit unseren VW Taxen gemacht...