In Paris wird Métro gefahren, und Taxi natürlich! In der
ansonsten etwas teueren Stadt sind Taxis eher günstig, aber es hat keinen Sinn
im Stau dahinzukriechen, während fünf Meter unter dem Asphalt die Métro
dahinbraust.
Unsere Métrostation Brochant der Linie 13
ist von unserem Hotel ca. 600 Meter entfernt. Das ist eine Ausnahme, ansonsten
sind die meisten Plätze in Paris nicht weiter als 500 Meter von der nächsten
Metrostation entfernt. Die Entfernungen zwischen den Stationen sind im
Vergleich zu den U-Bahnen in deutschen Städten sehr gering. Die Métro bildet
zusammen mit der RER (eine Art S-Bahn) eines der dichtesten
U-Bahnnetze der Welt. Täglich fahren über 3 Millionen (!) Fahrgäste durch die
über 200 Kilometer weiten Tunnel unter Paris.
Wir kaufen uns ein Carnet. Das ist das
praktischste. Ein Carnet kostet 12,50 € für Erwachsene und
besteht aus 10 Einzelfahrkarten. Das Tarifsystem ist einfach. Mit einer
Fahrkarte darf man 1,5 Stunden mit jeder Métro und jedem RER-Zug fahren. Egal
ob man nur eine Station fährt oder mit dreimal umsteigen durch ganz Paris
reist. Das Ticket wird mit dem Magnetstreifen nach unten in einen Schlitz
eingeführt. Daraufhin öffnet sich eine Klapptür und gibt den Durchgang frei.
Verlässt man eine Station geht man durch ein Drehkreuz, das nur das Verlassen
der Station zulässt. Die Pariser haben eine aufladbare Magnetkarte. Wir sehen
wie sie ihre Geldbörse (in der wohl die Magnetkarte steckt)
auf einen Leser legen und die Klapptür öffnet sich.
Das war es dann auch schon. Ich bin in den letzten Jahren in
Rom, London, Madrid und jetzt wieder in Paris U-Bahn gefahren. Die Städte sind
größer als München und haben alle, ohne Ausnahme, ein einfacheres
durchsichtigeres Tarifsystem. In München habe ich immer das Gefühl zuviel oder
zuwenig bezahlt zu haben. Warum kriegen die es bei uns nicht auf die Reihe ein
verständliches Tarifsystem zu einzuführen?
Wir haben unsere Tickets nachdem wir in der Métro waren
einfach weggeschmissen. Bis wir eine Kontrolle beobachteten. Obwohl der Zugang
ohne zu bezahlen technisch schwer Möglich ist, gibt es uniformierte
Kontrolleure. Das die Tickets nur 1,5 Stunden nach dem ersten Entwerten gültig
sind haben wir erst später erfahren.
Auf die Métro kann ich nur Loblieder singen. Es gibt keinen
Fahrplan. Ab 5 Uhr morgens bis 0.30 Uhr fahren die Züge in engen Taktzeiten. Wir
haben nie länger als vier Minuten auf die nächste Bahn gewartet. Die Waggons
sind kleiner und enger als die Münchener U-Bahn-Waggons. In den
Einstiegsbereichen sind Klappsitze. Bei großem Andrang wird erwartet von den
Klappsitzen aufzustehen um mehr Platz zu schaffen. Sitzenbleiben gilt als
unhöflich.
Eine Besonderheit sind die gummibereiften Waggons einiger
Linien. Das System wurde von Michelin entwickelt. Fährt man mit einer
MP (Métro Pneu) kommt man in den Genuß einer
erschütterungsfreien, leisen Fahrt durch den Untergrund. Die
MF (Métro Fer) sind die eisenbereiften Waggons, die man von
überall sonst her kennt. Die Stationen der luftbereiften Linien erkennt man
sofort am Geruch der durch den Gummiabrieb entsteht.
Wir haben uns an größeren Stationen mit Fahrkarten
eingedeckt. Nicht an jeder Station ist ein mit Personal besetzter Schalter
zu finden.
Als wir am Seineufer vom Louvre zur Insel auf der Seine
gingen, habe ich mir LKWs und Busse gemerkt, die neben uns im dichten Verkehr
mehr standen als fuhren – wir waren zu Fuß schneller.
Auf der Seineinsel finden wir eine der schönsten
Métrostationen. Die Station Cité liegt tief unter der Erde
weil die Bahn und somit auch die Station unter dem Fluß liegt. Wir gingen über
100 Jahre alte Metalltreppen durch ein großes senkrechtes Rohr nach unten. An
den Wänden des Rohrs erkennt man die Metallplatten die an den Rändern vernietet
sind. Die Station erinnerte mich an den alten schwarz-weiß Film
Metropolis von Fritz Lang aus den 20iger Jahren.
PS
Wenn ihr Stalingrad vergebens auf der Landkarte sucht – das ist jetzt in Paris! Die zugehörige
Métrostation haben wir schon gefunden.
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