Bis wir in unserer Jagdschule selbst Leitersitze und Kanzelleitersitze (so heißen die einfachen unbedacht oder bedacht – wie auf dem Bild) bauten und aufstellten. Es gibt da noch geschlossene Kanzeln und offene Kanzeln nur mit Seitenverblendung. Ich konnte mir aber nur sehr schwer vorstellen einmal auf einem Hochsitz zu sitzen und auf wild zu warten. Am Samstag war es dann soweit. Zum ersten Mal war ich zu einer Jagd eingeladen. Es soll auf Rehe gehen. Der Jagdherr gibt mir ein Gewehr, eine Krieghoff Repetierbüchse, Kaliber .222 mit deutschem Stecher und Zieloptik mit Einser –Absehen (das ist das mit dem Zielstachel). Ich bekomme eine umfassende Einweisung und ein Geschenk. Auf das Geschenk wurde ich schon Wochen vorher neugierig gemacht. Es soll ein Windmesser sein, der ohne Strom und immer funktioniert. Ich war schon neugierig was es sein soll. Mit dem Gewehr gibt mir der Jagdherr eine Dose Pustefix – Seifenblasen. Damit soll die Windrichtung festgestellt werden. Ich zweifle – das könnte so ein Jäger Insider – Anfänger Ritual sein. Die Profis lachen sich über die Seifenblasen blasenden Grünschnäbel lustig. Der Jagdherr sieht in mein zweifelndes Gesicht und beruhigt mich.
„Ich mache das genauso. Im Auto habe ich auch Pustefix.“
Nun, ich will das mal glauben. Als wir ins Revier fahren zeigt er mir noch zur Bestätigung seine halbleere Dose im geländegängigen Jagdauto. Mit dem bringt er mich ziemlich nah zu „meinem“
Jetzt erinnere ich mich an die Seifenblasen. Es kann mich ja keiner sehen. Ich blase in den Ring und beobachte die bunt schillernden Blasen. Der schwache Wind treibt die Blasen langsam vor mir auf den Acker. Die Windrichtung wäre ideal. Das aus dem Wald hinter mir tretende Rehwild würde mich nicht wittern.
Vor dem Mausfeld erkenne ich eine Bewegung. Schnell nehme ich das Glas zur Hand. Ein Rehkitz. Es hat schon verfärbt und trägt sein dunkelbraunes Winterfell, d.h. es ist noch sehr jung. Am Spiegel erkenne ich das männliche Kitz. Es springt von rechts nach links in einer Entfernung von ca. 150 Meter über den Acker. Es erreicht den Waldrand zu meiner Linken. Es wittert, aber nicht zu mir, vielmehr zurück in die Richtung woher es gekommen ist. Nach dem Wittern bleibt es noch ein paar Sekunden vor dem Gebüsch am Waldrand stehen. Jetzt steht es weiter als200 Meter entfernt. Für mich (noch) zu weit. Ich traue mich nicht zu schießen. Durch das Glas beobachte ich, wie das Kitz in das dichte Unterholz schlüpft.
Nach einer weiteren halben Stunde höre ich zwei Schüsse. Der Jagdherr hat ein Reh erlegt. Er holt mich ab, denn ich soll es aufbrechen. In strömenden Regen im Scheinwerferlicht schärfe ich vorsichtig die Bauchdecke bis zu den Rippen auf. (…) Ich bin froh etwas Übung in der „roten Arbeit“ des Jägers zu bekommen.
Das aufgebrochene Reh wird jetzt drei bis vier Tage zum Aushängen in den Wildkühlschrank gehängt. Auch wenn ich nicht zum Schuss gekommen bin, werde ich mich noch lange über meine ersten Stunden auf dem
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AntwortenLöschendu hättest auch konfetti wie die preiß´n werfen können statt seifenblasen
AntwortenLöschen… oder Guatln wie die Rheinländer.
AntwortenLöschenHi Reinhold,
AntwortenLöschenwollte gar nicht so genau wissen, dass du letzten Samstag nicht zum Schuß gekommen bist ...
Ein letzter frecher Gruss
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
AntwortenLöschen. . . nicht die Traute hätte den Schuß verhindern müssen. . . :-)
AntwortenLöschenWünsche Dir ein herzliches Waihei
K.