Freitag, 14. Oktober 2011

Nußknacker

Von den schlauen Rabenkrähen habe ich ja schon vieles gehört. Die Krähen sollen, wenn sie Nüsse knacken wollen, diese auf die Straße schleudern und warten bis sie ein vorbeifahrendes Auto überfährt und dabei knackt. Die Krönung sollen Rabenvögel sein, die sich die Nüsse von den Autos an der Ampel knacken lassen. Wenn bei der Rotphase der Verkehr ruht picken die schlauen Vögel die Nüsse von der Straße.
Heute bringe ich Bücher zurück in die Bücherei. In der Pragerstraße purzelt plötzlich eine Walnuß vor meinem Taxi auf die Straße. Links im Gebüsch flattern drei Krähen. Ich bremse ab. Jetzt kommt die größte der drei Krähen angeflogen und setzt sich auf das Dach des neben mir parkenden Autos. Ich muss etwas rangieren um genau die Walnuß mit meinen Reifen zu treffen. Dabei schaut mich die Krähe durch das geöffnete Fenster mit ihren schwarzen Augen an. Mit lautem Knacken überfahre ich die Nuß. Einige Meter weiter bleibe ich stehen und beobachte wie jetzt alle drei Krähen den Inhalt der Walnuß von der Straße picken.
Jetzt bleibt mir nur noch eine Frage. Wie haben die Krähen ihre Nüsse geknackt bevor es den Straßenverkehr gab?

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4 Kommentare:

  1. Vorher werden die die Nuss auf hartem Untergrund eingeklemmt, und dann mühsam und langwierig mit ihrem Schnabel bearbeitet haben. Nachdem Walnüsse aber sehr hart sind, denken auch Krähen da wohl ökonomisch.
    Übrigens habe ich, als ich einmal unmittelbar oberhalb des Blauen Wunders in Dresden wohnte, noch eine andere Art kennengelernt, wie Krähen Walnüsse knacken: Die flogen am steilen Elbufer in die Höhe, zielten dann von oben auf eine der weit unten liegenden Straßen, und ließen direkt über ihr die Nuss fallen. Bomben auf Dresden. Dann rasten sie im Geier-Sturzflug der fallenden Nuss hinterher. Unten zerbrach die Nuss dann oft auf dem harten Asphalt - et voilà.
    Unter "Clevere Vögel: Krähen kommen mit Köpfchen an Futter" und unter "Vogel mit Werkzeug" gibt es bei YouTube noch ein paar weitere interessante Krähen-Aktionen im Film.
    Meine Mutter hatte übrigens mal eine Krähe als Haustier. Der hat beim "Gassigehen" dann ein Dackel eine Schwanzfeder ausgerissen. Das hat der Krähe sehr weh getan. Viel Zeit verging, bis sich die zwei auf der Straße wieder begegneten. Doch diesmal sprang die Krähe vor, und hackte dem Dackel mit ihrem spitzen Schnabel direkt in seine weiche Schnauze. Fall erledigt.

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  2. Die Krähen gelten als intelligente Vögel. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie sich beim Nüsse knacken die Schwerkraft zunutze machen. Ähnlich machen es die Steinadler in den Alpen. Die rupfen das Gamskitz aus der Wand, dieses fällt sich dann zu Tode.
    Eine Krähe brachte es sogar mal in den Taxikurier. Die saß auf dem Dach des Ostbahnhofes und bewarf die Taxis mit Steinchen. Das musste erst mal versicherungstechnisch geklärt werden wer für den Schaden eines Krähenangriffs verantwortlich ist.
    Von dir weiß ich jetzt, das die Vögel sogar Rachegefühle entwickeln können.

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  3. Wer weiß, warum die Krähe die Steine auf die Taxis warf - vielleicht hat sie mal ein garstiger Taxler weggescheucht, oder seinerseits was nach ihr geworfen? Gemeinhin sind Krähen ja in der Bevölkerung nicht eben beliebt. Vielleicht hat der Krähe aber auch einfach nur der Klang der auf die Blechdächer scheppernden Steine gefallen. Es gibt bei den Krähen noch sehr, sehr viel zu entdecken, da bin ich überzeugt. Zum Beispiel ein Wanderverhalten, das ich als Kind oft beobachtete: Die ziehen zu abertausenden morgens quer über die Stadt, und abends kehren sie zu ihrem Schlafquartier zurück. Wenn sie sich in einem Wäldchen zum schlafen niederlassen, fliegen sie zuvor oft hoch oben in einer horizontalen "Krähenwolke", aus der dann einzelne Krähen senkrecht und in halsbrecherischem Tempo urplötzlich zu ihren Bäumen hinunterstürzen, wie der Käse aus einer Parmesanreibe. Bei der gegebenen Intelligenz - wie erklärt sich dieses Verhalten? Weiters gab es bei meiner Grundschule Krähen, die nach Pausenschluss immer die kleinen Getränke-Tetrapaks, die damals noch wirklich Tetraeder waren zusammensammelten, und in eine Kuhle auf dem Pausenhof warfen. Nachdem die Tetrapaks ja wenn, dann nur noch Reste von Flüssigkeit enthielten, jedoch keine Nahrung, war und ist mir dieses Verhalten vollkommen rätselhaft.

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  4. Die Raben gelten als Unglücksvögel. Für meine Urgroßeltern war es ein absolutes Unglück, wenn sich ein solch schwarzer Vogel auf dem Giebel des Hauses niederließ. Sie glaubten, wie viele andere im Dorf, aus dem Gekrächze ein „starb, starb, starb ….“ herauszuhören. Der Unglücksvogelruf soll auch von den früheren Schlachtfeldern herkommen. Schwärme von Krähen fielen über die Leichen her und bevölkerten den Himmel. Da war die Verbindung zu Tod gleich geschaffen.
    Ich kenne zumindest einen bayerischen Jäger, der eine Rabenkralle an seinem Charivari hat – es soll vor dem bösen Blick schützen. Bei Harry Potter heißt eine Abteilung in der Schule Ravenclaw. Ich glaub, das sind dort die Guten.

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