Fahrziel: Bennys Nudelbrett am Petersplatz. Ich konnte meine Fahrgäste gleich an meiner Erkenntnis teilhaben lassen, dass dort wo jetzt Berni´s Nudelbrett wartet, die erste Besiedelung Münchens war. Die Höhe des Petersbergels (kann man vom Viktualienmarkt erkennen) bot den Bauwerken der ersten Münchener Mönche Schutz vor den sumpfigen Auenwäldern an den Nebenarmen der Isar.
Vom Olympiapark fahre ich die Schleißheimer einwärts, links in die Schelling. Meine Gäste kommen aus Kärnten. Wir kommen auf den heutigen Feiertag zu sprechen. Ich erwähne, dass heute nur in Bayern Feiertag sei, weil das Land überwiegend von Katholiken bewohnt ist.
„Dann feiern wir ja als Evangelische heute eueren Feiertag.“
hörte ich es von hinten. Kärnten – evangelisch? Das konnte ich mir nicht vorstellen. Beim nächsten Internetzugang will ich das feststellen. Von der Schelling biege ich nach rechts in die Arcisstraße ab. Nach dem Königsplatz wird aus der Arcisstraße die Katharina-von-Bora-Straße. Die Straße wurde erst im letzten Jahr umbenannt. Vorher hieß sie Hans-Meiser Straße (nach dem evangelischen Landesbischof). Den Nordbau-Fahrern ist die Katharina-von-Bora von den Bußgeldbescheiden bekannt. Seit der Umbenennung ist dort eine 30er Zone. Mancher Kollege musste deswegen schon einen Teil seiner Einnahmen überweisen. Ich kenne zumindest einen Taxikollegen, dem die Katharina-von-Bora vier Wochen Fahrverbot gekostet hat.
Meinen Gästen ist die Lutherin von Bora bekannt. Über den Stachus geht’s in die Herzogspital-, Altheimer Eck. Am Rindermarkt gebe ich die Geschichte von Karl Valentin und den Uhren an den Türmen des Alten Peter (schon wieder eine Kirche) zum Besten.
Jetzt sehe ich schon das Schild von Berni´s Nudelbrett. Ich kannte das Lokal bis jetzt noch nicht. Meine Fahrgäste sind zufrieden. Mir fällt auf, das das jetzt eine ziemlich religiöse Fahrt war – zudem will ich ja am nächsten Taxistand, Marienplatz oder Tal, nachschauen was die stärkste Religionsgemeinschaft in Kärnten ist.
Keine 50 Meter weiter komme ich auf den Marienplatz. Der ist jetzt ganz in den Kirchenfarben der Katholiken, weiß und gelb, geschmückt ist. Die Prozession ist heute Vormittag nach einem Gottesdienst von hier losgegangen. Reinhard Marx, das Oberhaupt der Katholiken in Freising und München, hat den drei Kilometer langen Umzug angeführt.
Als ich über den Platz komme ist die Abschlussversammlung schon vorbei.
Mir ist leider der Leib Christi und die Absperrung an der Ludwig- und Leopoldstraße entgangen.
Am Marienplatz war am Taxistand kein Platz mehr frei Im Tal kann ich mich noch hinten anstellen. Jetzt klappe ich meinen Laptop auf und schaue nach.
In Kärnten ist es wie in München. Die größte Religionsgemeinschaft sind die Katholiken (über 77 %) , dann die Evangelischen, gefolgt von den Muslimen. Auf Platz vier sind die Orthodoxen. Meine Fahrgäste waren dann wohl von den 10,3 % der Lutherischen in Kärnten.
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Zum Thema: ´Nur in Bayern Feiertag´ mußt du aber mal hier bei Klaus vorbeischauen, der belehrt dich eines Besseren.
AntwortenLöschen@ Bernd
AntwortenLöschenWas? Es gibt noch andere Bundesländer? ;-)