Verwegen habe ich in dem Funktionsmenü meines myTaxi – Apps die maximale Entfernung für eingehende Anfragen auf 20 Kilometer gestellt. In der Arnulfstraße / Donnersberger Brücke bekomme ich ein Angebot für die Reichersbacherstraße 18 (für Eingeweihte; die ist oben am Blütenanger, bei der Feldmochinger Straße). Ich nehme das Angebot an, der Kunde widerspricht nicht und ich mache mich über die Landshuter Allee in nördlicher Richtung auf den Weg nach Feldmoching.
Ich sehe auf dem Display wie sich mein Taxi auf den Kunden bewegt. In meiner Phantasie wähne ich den Kunden wie er ebenfalls auf seinem Display meine Anfahrt verfolgt. Nach ca. 15 Minuten brause ich den Blütenanger entlang. Mir fällt ein Pärchen auf, dass an der Bushaltestelle steht und mich mit den Augen verfolgt. Ich biege links in die Reichersbacherstraße ein. Schaue auf die Hausnummern. Da ist schon die 20. Die nächste wäre die 18. Wäre! Da wo die 18 sein soll ist ein frisch gepflügter Acker. Am anderen Ende des Ackers steht das nächste Haus. Ich fahre zu dem Haus, es hat die Hausnummer 12. Es gibt keine 14, 16 und 18.
Ich habe ja die Telefonnummer des Kunden. Ich rufe an, er meldet sich;
“Das war ein Missverständnis.“
Ich habe das Pärchen an der Bushaltestelle in Verdacht, als ich wieder vorbeifahre, hat sie der Stadtbus schon abgeholt.Ich kann mir das erklären: Die beiden waren auf dem Weg zum Bus. Unterwegs hat der Kunde, als er an dem Acker vorbeikam, sein App benutzt und dabei die Adresse Reigersbacherstraße 18 generiert. Bis ich an der Adresse war, waren die beiden schon weiter.
Und ich stand neben dem Acker. Jetzt habe ich mall die maximale Entfernung auf 11 Kilometer gedrosselt.
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Dieser Vorfall lehrt uns wieder einmal eines: Jede "APP" (Das Wort allein treibt mich schon auf die Palme.) nützt einen Scheißdreck, wenn der Anwender sie nicht ordentlich bedienen kann(in diesem Fall weiterläuft und damit den Traffpunkt verläßt) und/oder der Programmierer die Bugs nicht abfängt.
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