Die klassischen Jägergläser 8 x 56 beginnen preislich bei ca. 800,- € und enden bei Produkten von den Firmen Zeiss oder ->Swarovski bei 1850,- €. Das ist mir im Moment zu teuer. Die ersten Ansitze beginnen im April und unsere Bergwaldexkursion steht an. Dazu ist ein Glas nötig. Nach meiner ersten Fahrt in die Stadtmitte stelle ich mein Taxi auf dem Luitpold –Stand ab und betrete ehrfürchtig meine heiligen Hallen in der Münchener Frankonia Niederlassung. Für Jungjäger gibt es eine Tasche die ich gegen Vorlage meines Ausbildungsnachweises ausgehändigt bekomme. Bei der Gelegenheit wird natürlich gleich ein Kundenkonto angelegt. Die Umhängetasche ist voll bestickt mit Werbelogos und prall gefüllt mit Katalogen von Waffen- und Munitionsherstellern. Die Kataloge nehme ich gerne, das ist ja genau das Thema, das wir zur Zeit, neben Naturschutz, in der Ausbildung haben. In der Tasche ist noch eine grell orangenfarbene Baseballcap mit Werbeaufdruck. Ich denke mal mit der Kappe und der Tasche brauche ich mich bei keiner Jagd blicken zu lassen. Die Formalitäten sind erledigt, meine Tasche hängt über meine Schulter. Jetzt frage ich nach dem Fernglas; ob es dann noch eines gäbe.
“Mal schauen, mal schauen.“ sagt der Verkäufer und kramt unter seinem Ladentisch. Ich bete: „Hoffentlich“ Er zieht einen Karton hervor und legt ihn auf den Tisch.
“Eines hab ich noch.“
Da steht es, mein erstes Fernglas! 10-22 x 50. 50 mm Objektivdurchmesser lässt genug Licht durch und bei 10-facher Vergrößerung bietet mir das Glas ein passendes Sehfeld. Ich bezahle oben an der Kasse packe meine Tasche und den Karton zu der großen -> Frankonia Tüte mit meinen Gummistiefeln die -> noch immer im Taxikofferraum liegt. Schnell mache ich mich vom als Parkplatz missbrauchten Taxistand. Am Bahnhof, so freue ich mich, kann ich das Glas auspacken und ausprobieren. Ich stelle mich hinten an, öffne den Kofferraum, Karton auf den Beifahrersitz. Aufreißen, Plastikverpackung bewältigen und dann … myTaxi Auftrag. Also Vorder- und Hintermann Bescheid sagen, rüber zur Schwanthaler Strasse, Kunde aufnehmen, in die Lindwurmstrasse fahren und schnell, schnell zurück zum Bahnhof, ich will mit meinem Fernglas weitermachen. Am Bahnhof angekommen, wieder hinten angestellt, Karton geholt … Kommt eine Gruppe mit fünf Personen. Sie brauchen einen Bus. Dann eine Vorbestellung, ich komme nicht dazu mein Fernglas in die hand zu nehmen. Abends dann nach der Jagdschule mache ich noch einen Abstecher an unsere ESSO Tankstelle. Endlich, Endlich kann ich in Ruhe mein Fernglas auspacken und mich darüber freuen.
Ich habe dann das Glas an die Kollegen vor der Tankstelle weitergereicht. Jeder hat es ausprobiert und die Straße rauf und runter geschaut. Ich beobachte die Autofahrer, die ihre Autos tanken. Fast ausnahmslos jeder, der uns seltsam erscheinendes Grüppchen, das nachts um 23.oo Uhr mit einem Fernglas Löcher in die Luft stiert, entdeckt, dreht den Kopf nach links um auszumachen was wir da wohl interessantes zu sehen bekommen.
(Daß es das Fernglas über amazon noch günstiger gibt habe ich erst bemerkt, als ich die Anzeige einbaute. Das schmälert etwas meine Freude über das Schnäppchen. Die Kundenmeinungen sind allerdings gut.)
->Referenzen zu dem Fernglas
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