Ich war ja gar nicht so weit weg – körperlich! Geistig war ich ganz in den Jagdgefilden. Es war so wie es uns unsere Ausbilder vorhergesagt hatten; erst schaut man sich die Jägerausbildung langsam an. Der Prüfungstermin ist ja noch so weit weg. Die ersten Berührungsängste werden überwunden. Die Jäger wollen ja erst einmal kennengelernt werden. Es gibt soviel Neues. Als ich früher durch den Wald ging, tat ich das taub und blind. Jetzt merke ich selbst als Anfänger schon, was es auf einen Hektar Wald zu entdecken gibt. Die Jäger, die ich kennengelernt habe sind mir durchwegs sympathisch. Es waren nicht die Jäger die ich vom Taxifahren kannte, die zum Großwildjagen nach Afrika fliegen. Für so manchen in unserem Kurs war es auch das erste Mal, dass sie eine Waffe in der Hand hielten. Kurzum, Alles ist so Neu und interessant. Dazwischen habe ich schon in den Lehrheften geblättert um mir eine grobe Übersicht über den Stoff zu verschaffen.
Plötzlich wurde mir bewusst wie nah der Prüfungstermin gerückt ist. Anfang Mai ist die schriftliche, Ende Mai die mündliche Prüfung. Anfang Juni folgt dann die praktische Prüfung; Waffenhandhabung und Schießen auf die Rehscheibe.
Es wurde höchste Zeit für mich zu lernen. Dabei habe ich meinen Blog und das Taxifahren vernachlässigt. Inzwischen mache ich zur Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung Übungsprüfungen im Internet. Dabei erreiche ich immer so um 85%. 75% brauche ich zum Bestehen. Den Fallenlehrgang und die „Kundige Person“ habe ich letzte Woche abgeschlossen. Beim Schießen bin ich mit der Flinte und dem laufenden Keiler fertig. Jetzt bin ich einigermaßen beruhigt und kann mich wieder mehr meinem Blog widmen. Zur Zeit bin ich oft wegen der Jagdausbildung eingespannt.
Ein großer Teil der Jungjägerausbildung ist im Jagdmuseum, einer säkularisierten Kirche mitten in der Münchener Fußgängerzone. Diese Woche zum Beispiel, hatte ich vier Termine. Am Mittwoch Waffentheorie, am Donnerstag Naturschutz, am Freitag Schießen und am Samstag Waldbau. Dabei noch mit dem Taxi eine Familie ernähren, lässt es schon ganz schön eng werden. Ich bin meiner Frau für die Geduld die sie mir entgegenbringt mehr als Dankbar. Wenn ich dann im Sommer die Prüfung bestanden habe, was ich hoffe, kann ich mich wieder ganz dem Geschäft zuwenden. Jetzt aber habe ich den Kopf noch nicht frei – trotzdem werde ich versuchen neben Wald, Jagdschule und Schießplatz meinen Blog mehr als in den letzten Monaten zu füttern.
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@ Reinhold:
AntwortenLöschenZitat: "Dabei habe ich meinen Blog und das Taxifahren vernachlässigt."
Scheißt der (Jagd-) Hund drauf!
Ich wünsche Dir bei den bevorstehenden Prüfungen das zum zweifelsfrei vorhandenen Wissen womöglich hilfreiche extra Quentchen (gemäß debiler "neuer Rechtschreibung" fälschlicherweise "Quäntchen") Glück hinzu!
Aber sobald Du Jäger bist, fordere ich in punkto Blog regelmäßig eingehende Rapporte über erlegtes Wild, durchgeführte Artenschutzmaßnahmen etc. ein - aber ZACK ZACK! :D
Christian
@ Christian
AntwortenLöschenVielen Dank für deine Wünsche. Wenn alles gut geht, könnte ich ab Mitte Juni mit Jagdberichten dienen. Aber so wie ich mich kenne gibt es erstmal eine mindestens zweimonatige Pause, bei der ich nichts Grünes, Wald, Forst oder Wild sehen will.
Schade, das es bei mir mit dem Jagdhund (der drauf sch… könnte) nicht hinhaut.