Alles hat ganz gut angefangen heute in der früh. Ich hatte eine Vorbestellung um 5.15 Uhr zum Flughafen. Montags ist das eine optimale Zeit. Ich bin vor 6 Uhr da und kann mich ohne den AGIP – Speicher gleich oben am Terminal anstellen.
Pünktlich bin ich um Viertel vor sechs in der Busreihe. Als ich um mein Taxi gehe entdecke ich, das der Reifen hinten rechts ziemlich platt ist. (Einer von meinen ->vier neuen Winterreifen .) Murphys Law zufolge passiert das nicht wen ich in der Stadt tagsüber von Standplatz zu Standplatz rutsche, zu den Öffnungszeiten der Reifendienste, die es in München an jeder Ecke gibt. Nein! Montag Morgen um 5.30 Uhr auf dem Weg zum Flughafen mitten im Erdinger Moos. Inzwischen hat sich schon ein Taxibus hinter mich aufgestellt. Der Fahrer will mir meinen Platz freihalten. Ich kann langsam zur OMV Tankstelle östlich des Flughafens fahren und den Reifen von 0,4 bar auf 3,8 bar aufpumpen. Wieder zurück am Flughafen ist mein Platz noch frei. Ich reihe mich dankbar wieder ein. Natürlich war meine Ruhe weg. Immer wieder steige ich aus und beobachte den Reifen. Es ist verlockend, wenn ich noch besetzt in die Stadt zurückkommen würde. So hätte sich das frühe Aufstehen und Warten am Flughafen mehr gelohnt.
Nach zwei Stunden bin ich der erste Bus in der Reihe. Ich schätze in den nächsten 10 Minuten komme ich dran. Durch die Taxireihe geht die Nachricht:
“A9 einwärts, vollkommen dicht!“
Das auch noch. Ich werfe noch einen letzten Blick auf den Reifen. Platt! Unmöglich kann ich so besetzt vom Flughafen abfahren. Mein Hintermann rät mir:
“Wenn du deinen Fahrgast hast, machst du einen kurzen Stopp an der Tankstelle und kommst dann besetzt in die Stadt.“
Ich will das Risiko nicht eingehen. Zum Einen ist es mir unangenehm mit meinem Fahrgast der am Montag Morgen ins Taxi steigt, gleich als Erstes zur Tankstelle zu fahren um den Reifen aufzupumpen. Zum Anderen male ich mir aus was passieren kann: - Pannenstreifen auf der Autobahn Richtung München. Dichter Verkehr. Ich, in schicker Warnweste, hantiere mit dem schwindeligen Bordwerkzeug. Publikum: Fünf oder Sechs Geschäftsleute mit Anzug, Krawatte, Laptop und Aktenkoffer, die um Zeit zu sparen ein Taxi genommen haben. Ersatztaxi: schwer zu bekommen, weil es ein Bustaxi sein muss und weil Niemand die Anfahrt durch den Stau machen will. Dazu kommt noch die Fahrgastübergabe auf der Autobahn. -
Nein, das will ich meinen Gästen und mir nicht antun. Also ganz sachte raus aus der Taxireihe zur AGIP-Tankstelle. Den Reifen aufpumpen. Ich hangle mich bis zur nächsten Tankstelle in Ismaning. 2,5 bar Luftdruck nachgeschoben. Jetzt reicht es bis zum Rettung, zum ->Stimmer, meiner bevorzugten Werkstätte.
Dort wird der Reifen abmontiert und voll aufgepumpt. Der Mechaniker verschwindet in einem Nebenraum. Als ich den Reifen wieder sehe, ist auf der Seitenfläche mit gelber Wachskreide ein kleines Viereck markiert. Da muss ich kein Fachmann sein um zu erkennen, dass Flicken nicht geht. Meine Sommerreifen waren abgefahren, darum sind jetzt auch keine mehr auf Lager. Wir entscheiden uns das Reserverad zu montieren. In weiser Voraussicht habe ich bei der Bestellung meines Taxis das Extra Reserverad mit in die Liste aufgenommen. Ansonsten hätte ich jetzt ein Notrad, so groß und breit wie ein Suppenteller, oder noch schlimmer; eine Sprayflasche mit Flüssigkeit, die den Reifen auch gleich wieder aufpumpen soll, mit Haltbarkeitsdatum. Die alte Felge lasse ich gleich in der Werkstatt. Ein neuer Reifen wird bestellt. Auf meinen T5 ist schon eine blöde Reifengröße: 215/65/R16C. Der Meister sagt mir zum Abschied noch es könne etwas dauern bis der Reifen eintrifft. Er wird mich in jedem Fall anrufen.
Das alles schon heute in aller Frühe. Wo ich sonst wartend auf meinen zweiten Flughafenstich meine ->Honigbreze zum Kaffee zu verspeisen pflege.
Für meine Jägerprüfung bereite ich mich zum Thema Wildkrankheiten vor. Das Lehrheft liegt auf dem Beifahrersitz. Die Fotos; “Hasenleber von Pseudotuberkulose befallen“, „Niere eines Hasen mit Abszessen“ oder Darmgekröse vom Wildkaninchen mit Finnen vom Gesägten Bandwurm“ in Vierfarbdruck passen zu meiner Stimmung.
Meinen Flughafengast habe ich gerade trotzdem noch gehabt. Von der Flughafenbushaltestelle Brandenburger Straße zur Leopoldstraße. 10,70 € Dankeschön!
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Das ergibt doch ein ganz exquisites Frühstück: Darmgekröse vom Wildkaninchen mit Finnen vom Gesägten Bandwurm auf Honigbreze, hinuntergespült mit einem Kaffee.
AntwortenLöschenGuten Appetit!
@ Bernd
AntwortenLöschenBevor ich das esse, fahre ich mit Freude in die schönste Stadt der Welt zum “kondittern”.
Ist mir jetzt erst aufgefallen, die Bildunterschriften könnten von einer Speisenkarte stammen.