Es muss mal wieder sein. Haare schneiden! Ich habe die Hinweise meiner Frau schon verstanden. Als Single hatte ich einen Friseursalon direkt an der Ecke meines Wohnblocks. War es wieder Zeit für einen Schnitt, kam ich in den Laden geschneit, setzte mich auf den Frisierstuhl, nach 10 Minuten spätestens spürte ich Kamm und Schere auf meinem Kopf. Den Service nahm ich liebend gern auf dem Nachhauseweg, sozusagen im Vorbeigehen, in Anspruch. Bis … Bis ich wider einmal die Tür öffnete, die Glocke im Türrahmen bimmelte, die Friseuse im Kittel kam hinter der Regalwand voller Haarpflegemittel hervor, sah mich an, und fragte:
“Haare schneiden? Einen Moment.“
Sie klappte das große Terminbuch auf der Ladentheke auf, überflog die Seiten, blätterte vor und zurück und verkündete.
“Morgen um 14 Uhr. Geht das? „
“Nein.“ antworte ich.
Das war das erste und letzte Mal, dass mich ein Friseur nach einem Termin gefragt hat. Und das war so um 1993. Meine Haare schrien nach einem Schnitt. Die Billig-Frisör-Ketten gab es noch nicht. Es schien als ab sich alle Friseure Münchens geheim verabredet hätten mir keinen Haarschnitt ohne Termin zu verpassen.
Da wurde ich schnell fündig. Durch meine Taxifahrerei ist mir aufgefallen, dass es eine Konzentration von Frisörgeschäften um Krankenhäuser gibt. Warum das so ist, oder ob es auch in anderen deutschen Städten auch so ist weiß ich nicht. Ich für meinen Teil parkte also, wenn ich einen Haarschnitt brauchte, mein Taxi in der Lindwurmstraße. Im Klinikviertel um die Nußbaumstraße gibt es, wie der Name schon sagt, eine ganzen Menge Unikliniken und in der nahen Lindwurmstraße entsprechend viele Friseure. Ich gehe die Straße entlang, von einem Figaro zum anderen. Immer der gleiche Dialog:
“Können sie mir die Haare schneiden?“
“Wann?“
„Jetzt.”
“Jetzt nicht, aber um … „
“Dankeschön. Auf Wiedersehen.“
Dann ging es ab in den nächsten Laden. Spätestens beim vierten oder fünften Versuch hatte ich Glück und ich konnte mich gleich vor den Spiegel setzen. Mit der Zeit kamen dann die Friseurketten, da kam ich zwar ohne Termin dran, musste aber oft bis zu einer halben Stunde warten.
Vor 5 Jahren schossen dann, zuerst im Bahnhofsviertel, die Schnellfrisörläden wie Pilze aus dem Boden. Auf den Fensterscheiben sind groß die Preise angeschrieben. Seit dem bin ich dort eifriger Kunde. Ich muss im Bahnhofsviertel oft länger nach einem Parkplatz für mein Bustaxi suchen, aber der nächste Laden, über den ich stolpere ist fällig.
Für meinen aktuellen Haarschnitt war ich einem besonders Bunten. Für 8,-€, plus Trinkgeld selbstverständlich, wurden mir dort die Haare geschnitten. Ahne groß Tara und Haarewaschen vorher. Dafür gibt’s orientalische Musik und der Frisör scheut sich nicht nach der Schermaschine zu greifen. Die Maschine gleitet mit leisem sssssrrrrrrrr über meinen Kopf und meine (noch) schwarze Wolle fällt büschelweise auf den gefliesten Boden. Da geht was. Das gefällt mir. Die Parkplatzsuche hat sich gelohnt.
Anstelle des sonst angebotenen Kaffees oder Wassers gibt es hier Cay. Der ist dunkel und stark – wie mein Haarschnitt.
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Hi Reinhold,
AntwortenLöschensehen wir uns morgen in Dachau? Hab' mir eine schöne Stage einfallen lassen.
Bye DirtyD
hi reinhold,
AntwortenLöschenzumindest keine federn lassen. der wettbewerb ist erbarmungslos und nur er entscheidet schließlich. trifft übringens auch für das fahrgastgewerbe zu. bin gespannt, was sich ab märz mit einführung von car2go in hamburg tut? für dich erfreulich, – gute frisur und zeit und geld gespart. ich habe einmal einen autoaufkleber gesehen: „hauptsache, die haare liegen“.
einige haben sich ja bereits für eine glatze entschieden, dann gibt es keinen haarausfall mehr. heinz erhardt hat einmal gesagt: „solange es haare gibt, liegen sich die menschen in denselben.
für dich nur das beste. „vesna“ freut sich heute auf einen schnuggeligen man.
servus – tony
@ DirtyD
AntwortenLöschenJa, ich werde kommen. Heute Abend sehe ich den Robert im Jagdkurs. Da sage ich ihm auch bescheid. Ich bin schon gespannt auf deine Stage und auf unseren „neuen“ Schießstand.
Ich habe für meine wenigen "Fusseln" seit einigen Monaten die Friseurfiliale am Flughafen ausgewählt. Das läuft relativ entspannt ab: Ich komme am FH an und wenn in der nächsten Stunde kein Flieger kommt, frage ich nach. Entweder es klappt gleich oder in der nächsten "Runde". Auf jeden Fall habe ich innerhalb einer Woche meinen Haarschnitt, ohne auch nur eine Minute meiner Arbeits- oder sogar Freizeit einzubüßen!
AntwortenLöschenIch gehe zum Haareschneiden entweder zu einem der von Dir erwähnten "Discount"-Läden, in meinem Fall in der Weißenburger Straße, oder aber zu X-Hair in der Gravelottestraße. Beides hat was für sich. Bei den Discount-Läden ist der Preis einfach unschlagbar. Und in einem "gscheiten" Friseursalon machen die sich mehr Gedanken darüber, wie man am Ende nicht nur korrekt, sondern auch GUT ausschaut. Und außerdem nehmen die sich dort mehr Zeit. Was im Übrigen auch der Grund dafür sein könnte, warum ausgerechnet um Krankenhäuser so viele Friseure angesiedelt sind: Es ist ja ein offenes Geheimnis, daß Ärzte in unseren Krankenhäusern oft nur noch die Zeit haben, sich um die Versorgung von Symptomen zu kümmern - für ein simples Gespräch mit dem Patienten, das auf lange Sicht unter Umständen viel mehr bringen könnte als eine oberflächliche Abfertigung á la Fließband reichen die Pauschalbeträge der Krankenkassen schlichtweg nicht mehr aus. Da springen dann die Friseure in die Bresche, und der zuwendungsbedürftige Kunde kauft sich, wie beim Taxifahrer zur Personenbeförderung, zum Haarschnitt die psychologische Dienstleistung dazu.
AntwortenLöschenIch halte nicht viel von den Discount-Friseuren. Glücklicherweise habe ich in der Nähe einen (reinen!) Herrenfriseur, bei dem ich immer direkt einen Haarschnitt bekomme -entweder sofort oder nach maximal 30 Minuten Warten.
AntwortenLöschenDer Preis beim Friseur ist garnicht so wichtig. Ich war auch schon beim osmanischen Akkord-Barbier in der Lindwurmstraße. Ich hab dem genausoviel gegeben, wie ich bei einem anderen Friseur auch zahl, weil er schnell und ordentlich gearbeitet hat. Sicher hat der so mehr Trinkgeld als Bruttolohn bekommen.(sofern es ein Angestellter war)
AntwortenLöschenEin Laden, der nicht in der Lage ist, mir sofort (im Fall des Friseurs vielleicht innerhalb einer halben Stunde) eine Dienstleistung anzubieten, der hat mich als Kunden nicht nötig. Die Dienstleistungsqualität in München ist ohnehin auffallend schlecht, weil sich auch schlecht arbeitende Firmen (vor allem in der Gastronomie) durch den regelmäßigen Zustrom von neuen "Kundenopfern" in Form von Studenten und Touristen, die alle nur EINMAL kommen brauchen lange über Wasser halten können. Leider gibt es auch - und das habe ich selbst schon mehrfach gesehen - Taxifahrer, die gemütlich auf ihrem Arsch sitzenbleiben, während z.B. eine ältere Dame ihre Koffer aus dem Kofferraum wuchtet, den der Fahrer nur vom Sitz aus geöffnet hat. Als (noch-)Laie denke ich mir da doch, wer lässt sich denn die Gelegenheit entgehen, dafür, daß man mal ein paar Meter oder Treppen läuft (und damit was für seine Pumpe tut) vielleicht ein zusätzliches Trinkgeld, oder noch besser einen Folgeauftrag ("könntens mich nächste Woche zum Flughafen/Friedhof/Enkel in der Schweiz fahren?")zu bekommen?
@ Tony
AntwortenLöschenAuf Car2go in Hamburg bin ich genau so gespannt wie du. Die Hamburger haben schon darüber in DAS Taxiforum diskutiert (mit einem Link zu meinem Post).
Die Vesna hat einen schnudeligen Mann verdient.
@ Bernd
Ein paar meiner Kollegen machen das wie du. Bei unseren Wartezeiten am Flughafen waren die sogar schon im Fitness Studio mit Schwimmbad-Besuch. (kein Witz)
@ Opatios
Eine halbe Stunde für einen Haarschnitt bei „meinem“ Frisör. Das wäre für mich gerade noch die zumutbare Grenze
@ Neumann
Heute war ich den ganzen Tag im Revier. Revierpraxis war das Thema. Kirrung, Rehbetten, Fährten, … das ganze Winterprogramm - echt romantisch.
Die Beobachtung, die du mit dem Taxifahrer und der Oma gemacht hast, kann ich leider bestätigen. Aber tröste dich, jeder erntet das was er sät. Als ich anfing standen am Taxistand fast ausnahmslos 124 Mercedes, ein paar wenige Volvos waren darunter, heute steht hinter einem alten Touran ein 7er BMW. Der eine hat Kunden der andere nicht – das liegt am Taxifahrer.
Waidmannsheil!
@Neumann: Als Laie denke ich mir da, wenn der Taxifahrer so bequem vom Fahrersitz aus den Kofferraum öffnen kann um mich meinen Koffer selbst rauswuchten zu lassen, kann er doch sicher ebenso bequem den Kofferraum wieder vom Fahrersitz aus schließen, oder?
AntwortenLöschenWenn nicht- tja, sein Pech.