Sonntag, 30. Januar 2011

5/6 Filmmusik: Der Pate

Den Taxifahrer habe ich im Internet gefunden. Eine wichtige Entscheidung stand an, ich wollte Ruhe und Abstand gewinnen. Der Flug nach Palermo war schnell gebucht. Luigi, der Taxifahrer hat eine aufwändige Homepage. Dort ist auch ein kleiner Film über die Stadt eingebaut. Er fährt einen Viano Siebensitzer-Taxibus, kennt die Geschichte seiner Stadt, und bietet Flughafentransfers an. Die Entfernung zwischen Flughafen und Stadt ist in Palermo gleich weit wie in München. Es lohnt sich also für uns Beide ein Taxi vorzubestellen. Nachdem mich Luigi im Hotel nahe beim Hafen abgesetzt hat gehe ich zu einer Autovermietung. Der Autovermieter erzählt mir, als er meinen Führerschein sieht, dass seine Tante in Deutschland lebt und bei der Zeitung *die jeder kennt* arbeitet. Als ich das letzte Mal da war hörte ich nach dem Blick auf meinen Führerschein die gleiche Geschichte von der Tante in Deutschland die bei der *anderen Zeitung die jeder kennt* arbeitet.


Um von Palermo, ganz im Norden Siziliens, nach Agrigento, an der Südwestküste, zu kommen muss ich die ganze Insel durchqueren. Nach zwei Drittel des Weges komme ich durch Corleone. Die Stadt der hundert Kirchen. Der Name Corleone hat auch Filmgeschichte geschrieben. Dort ist Corleone der Name einer italienischen Immigrantenfamilie in den U.S.A. Marlon Brando spielt in dem Film die Titelrolle des Paten. Der Pate ist das Oberhaupt einer Ganovenbande die durch Erpressung, Bestechung und Einflussnahme in die höhere ehrenwerte Gesellschaft kommt.
In Corleone werde ich unvermeidbar auf den Hollywood-Streifen von Francis Ford Coppola gestoßen. In der kleinen Bar im Zentrum sind die alten Filmplakate mit dem Titel „The Godfather“ an die Wand geklebt. In dem Film hat sich der Pate selbst den Namen Corleone gegeben um ständig an seine sizilianischen Wurzeln erinnert zu werden. Ich erinnere mich mehrmals im Jahr an das Filmzitat “Ein Anwalt kann mit seinem Aktenkoffer mehr stehlen als hundert Männer mit Kanonen.“


Die Bar liegt an der zentralen Piazza Garibaldi, gleich gegenüber der Stadtverwaltung und einer der hundert Kirchen der Stadt. In dieser Kirche, an der Piazza Garibaldi, gibt es die schönsten Heiligenbildchen.
Als ich mit Luigi wieder zum Flughafen fuhr, war ich froh Corleoneser und keine Corleones getroffen zu haben. Zum Abschied zeigt mir der Taxifahrer Fotos von einem roten Fiat Cinquecento Oldtimer, den er in liebevoller Kleinarbeit restauriert hat.

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3 Kommentare:

  1. Ich LIEBE den Paten. Das sind dermassen klasse Filme... auch der 3. Teil, der immer etwas verurteilt wird.
    Witzig findcich dabei, dass sich die echte Mafia die Figuren aus diesen Filmen als Vorbilder nehmen und teilweise abkupfern. Der eine Mythos nährt sozusagen den anderen und umgekehrt. :D
    Auf die Sopranos hab ich ja schon mal hingewiesen (und auf die Musik zur Serie). Die Sopranos sind an der Mafia-Realität ziemlich nah dran, sagt man, glaub ich aber auch.

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  2. @ Trixx
    Was Vergleichbares gab es durch einen Film im gleichen Milieu. Da kamen schwarze Gangster vor, die beim Schießen ihre Pistolen quer hielten. Sofort wurde das kopiert, Glock , ein Pistolenhersteller hat dann gleich als Zubehör eine Visiereinrichtung angeboten, die man seitlich auf dem Schlitten anbringen kann. Heute ist die Modeerscheinung vorbei. Auslöser war der Film. Scheinen kein starkes Selbstbewusstsein zu haben, die Ganoven.
    Aber du siehst wie lange mich dein Stöckchen beschäftigt. Einen hab ich noch.

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  3. Eben erst entdeckt, daß Du in Agrigento gewesen bist. Wir wohnten in einem Sommerhaus mit Blick auf die Straße Richtung Corleone/Palermo bei Raffadali kurz vor Agrigento. Diese Strecke (SS 118) ist aber wie ich jetzt via Google-Maps sehe erst die dritte Wahl von Corleone nach Agrigento. Es war auch auf der Strecke nicht soviel los.

    Unser Hausbesitzer nimmt normalerweise lieber den Flughafen Catania statt Palermo. Also sind wir auch über Catania. Nach Palermo rein soll es für Normalautofahrer ziemlich stressig sein. Taxifahrer nehmen das sicher mit links. Habe mich aber dann gerne überzeugen lassen Palermo erst mal sein zu lassen, nachdem ja auch die Sehenswürdigkeiten hauptsächlich nach meinem Blog-Zeithorizont liegen und ich automäßig nicht so tapfer bin.

    Viele Grüße

    Jürgen

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