In der Jagdschule sind wir eine große Gruppe. Über 20 Jagdschüler. Auf dem Programm für Samstag steht Laserschießen. Wenn Jeder ausreichend Gelegenheit haben soll seine ersten Versuche mit Büchse und Flinte virtuell abzulegen, ist es besser wir teilen uns in zwei Gruppen. Eine Hälfte geht das erste Mal ins Lehrrevier, die andere ins im Unterrichtsraum aufgebaute Schießkino.
Robert und ich schließen sich der Gruppe an, die zuerst ins Revier geht. Der Jäger hat die Jagdhütte eingeheizt. Wir sitzen in dem gemütlichen Holzhäuschen. Eine Gaslampe spendet uns Licht, im Ofen knistert Holz. Im Kreis erzählt uns der Jäger was sich jagdlich im Oktober abspielt. Die Hirschbrunft ist vorbei. Die haben wir im September im Wildpark erlebt. Die Rehe „gehen zu“ (Schonzeit für Rehböcke beginnt am 15.10.) , die Damwildbrunft beginnt jetzt. Unser Kurs geht über ein ganzes Jahr. Wenn wir uns im Jahreslauf aktuell über die Brunft-, Ranz-, und Schonzeiten unterhalten, können wir uns in der Prüfung leichter an die Daten erinnern. Wir starten zu einem kleinen Rundgang und beginnen mit den Vorräten für das Wild, das hinter der Jagdhütte lagert. In einer Mosterei bleiben beim Pressen der Äpfel die festen Pressrückstände übrig. Die Jäger holen den Apfeltrester und verfüttern ihn während des Winters an das Wild. Neben dem Apfeltrester lagern in weiteren blauen Tonnen Kraftfutter und getrocknete Maiskörner hinter der Jagdhütte. Frisches Grünfutter kann das Wild von den angelegten Wildäckern äsen. Auf den Wildäckern, in Schneisen im Wald haben die Jäger Rüben, Klee, Topinambur … angebaut.
Auf dem Rückweg nahe der Strasse entdecken wir noch zwei tote Meerschweinchen, die wohl jemand aus dem Auto geworfen hat.
Die Gruppen werden getauscht und wir betreten den abgedunkelten Unterrichtsraum. Das Schießkino. Mein erstes Schießkino habe ich heuer bei unserem Besuch in Nürnberg, bei dem Waffenhändler und Jäger ->Siegfried Stark, gesehen. Heute kann ich es als Schütze ausprobieren. Bei den Schießen mit den Langwaffen habe ich Sorgen. Ich bin Rechtshänder, mein führendes Auge ist das linke Auge. Nehme ich die Waffe wie ein Rechtshänder, der ich ja bin in die Hand, habe ich Probleme beim Blick in das Zielfernrohr, Über Kimme und Korn oder die Schiene. Nehme ich die Waffe als Linkshänder in die Hand, komme ich mit den Zieleinrichtungen besser zurecht, die Handhabung ist dann aber für mich gewöhnungsbedürftig. Heute will ich herausfinden wie ich damit umgehe. Ich entschließe mich für die zweite Alternative. Langwaffe linke Hand, Kurzwaffe, wie in den letzten Jahren von mir praktiziert, rechte Hand. Bei der Kurzwaffe kann ich mit beiden Augen zielen.
Das Laserschießen funktioniert ähnlich wie bei einem Computerspiel. Die Szenen sind original während einer Jagd oder eines Ansitzes aufgenommen. Es ist ein beeindruckendes Bild wenn in der Nähe eine Rotte Schwarzwild aus dem Gehölz bricht und über die Strasse wechselt. Hier heißt es schnell sein und exakt die richtige Sekunde für einen sicheren Schuss finden.
Die Entenjagd wird mit Wurfscheiben simuliert. Im sportlichen Schießen Skeet oder Trap genannt. Das Schießkino bietet uns Zeichentricksequenzen eines Trapschießens, obwohl es nur eine Simulation der Simulation ist, können wir die erste Handhabung einer Flinte üben. Wir folgen dem Ziel, in unserem Fall der gezeichneten Wurfscheibe auf der Leinwand, erahnen die Flugbahn, überholen das Ziel und drücken ab. Die virtuelle Schrotgarbe lässt die Tonscheibe zerspringen. Wie in den bekannten Computerspielen werden die Treffer addiert und angezeigt. Ein wirklich unterhaltsamer Ausbildungstag.
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