Samstag, 18. September 2010

Oldtimer Flugshow Warngau

Wiesn Auftakt. In den Bierzelten darf heuer zum ersten mal nicht geraucht werden. Ein Eingeweihter gesteht mir, die Wirte haben jetzt nur noch Bedenken, dass der Bier- und Schweißgeruch, den der Tabakrauch früher überdeckt hat, unangenehm auffallen könnte.
Meine erste Fahrt zum Oktoberfest war schon um 12:15 Uhr. Gäste aus Ägypten wollten möglichst Nahe an das Oktoberfest, nur einen Blick darauf werfen.
Ich hab jetzt schon genug, was ich gestern beim Club of 100 gesehen habe und die Verkleidungen der Touristen bieten mir schon einen Vorgeschmack der nächsten Tage in München. Ich bin froh, dass meine nächste Fahrt mich zum Tegernsee nach Rottach – Egern führt. Dort soll ich im Hotel Überfahrt Gäste abholen und zum Flughafen bringen. Raus auf die Autobahn Richtung Salzburg, bei der Ausfahrt Holzkirchen raus und dann südlich bis zum Tegernsee. Nach 10 Kilometern nach der Autobahnausfahrt höre ich ein Knattern in der Luft. Ich schaue nach oben, rechts von mir fliegen in geringer Höhe drei altertümliche Flugzeuge hintereinander. Ein gelbes Flugzeug hat sogar ein aufgemaltes Eisernes Kreuz, jeweils Eines auf einer Tragfläche. Nahe dem kleinen Flughafen auf der freien Fläche Höhe Warngau parken viele Autos. Die Zufahrtsstrassen sind abgesperrt. Am Rande des Flugfeldes kann ich abgestellte Oldtimer – Flugzeuge erkennen. Ich habe noch ein paar Minuten Zeit und dränge mich mit meinem Taxi an noch ein kleines freies Plätzchen am Straßenrand. Mit meiner kleinen Kamera mache ich Fotos. Ich kann nicht so nahe heranzoomen. Der Himmel ist bewölkt ich ärgere mich, dass ich keine besseren Fotos machen kann.
Ich muss wieder weiter. Vor dem Hotel steigen meine Gäste zu und wir machen uns auf den Rückweg. Wir müssen über Gmund am Nordufer des Teegernsees. In der Kreuzung zum Gasteig (den gibt’s nicht nur in München - ist auch ein gacher Steig, wie der in Haidhausen) überholt uns ein ziviler Polizeiwagen mit Blaulicht, später überholt uns ein Feuerwehrauto, dann noch eins … Der Verkehr wird immer langsamer. Wir fahren im Schritttempo auf der Straße zwischen den Kuhweiden. Ich ahne wohin die vielen Rettungskräfte eilen. Ich erzähle meinen Gästen von der Oldtimer-Flugshow in Warngau, die ich bei der Herfahrt beobachten konnte. Unsere Vermutung bestätigt sich. Wir kommen langsam wieder an dem Flugfeld vorbei. An jeder Ecke Blaulicht; Feuerwehr, Polizei und Sanitäter. Über dem ganzen Szenario kreisen zwei Bundeswehrhubschrauber mit gelben Türen. Die Parkplätze mit den Autos der Flugshowbesucher leeren sich in Windeseile. Das ist auch der Grund für den Stau. Die Feuerwehr unterbricht immer wieder den fließenden Verkehr auf der Hauptstrasse, damit die Zuschauer schnell das Areal verlassen können. Im Vorbeifahren sehen wir noch weißen Rauch aus einer Siedlung aufsteigen. Das muss nichts mit dem Unfall zu tun haben.


Ich lasse meine Gäste am Flughafen aussteigen. Auf dem weg nach Hause höre ich es im Radio: Während einer Oldtimer-Flugshow in Warngau hat sich ein Unfall ereignet. Zwei Flugzeuge einer Kunstflugstaffel haben sich während des Fluges in der Luft berührt. Dabei ist ein Teil beschädigt worden. Ein Flugzeug ist in einem Winkel von 45 Grad zu Boden gestürzt. Das andere Flugzeug konnte noch landen. Wahrscheinlich ist von einem Todesopfer auszugehen.

2 Kommentare:

  1. Das bestätigt einmal mehr meine Meinung, daß viele Piloten an Selbstüberschätzung leiden. Wenn sie sich professionell vorbereiten würden und eventuelle Mätzchen unterlassen kann eigentlich gar nichts passieren. Insbesondere konnte man charakterliche Ungeeignetheit von Piloten erkennen, als einer unbedingt mit dem Flugzeug unter der Seilbahn und ein anderer mit dem Hubschrauber unter einer Brücke hindurch mußte! Deshalb gehe ich auch zu keiner Flugschau. Leute die sich für obercool halten kann ich an jeder Straßenecke finden, dafür muß ich mich nicht noch für reichlich Eintrittsgeld in Gefahr begeben.

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  2. Der Pilot eines der zwei beteiligten Flugzeuge ist tot. Sein Flugzeug ist direkt zwischen ein paar Häusern und einer Bahnlinie eingeschlagen und ausgebrannt.

    Die andere Maschine konnte bemerkenswerter Weise noch notlanden, aber der Pilot erlitt einen Schock. Hier Bilder vom Unfallhergangs:
    http://tinyurl.com/37gky2d

    RIP

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