Montag, 10. Mai 2010

Verpasste Gelegenheiten


Sonntag! Für Viele ein Feiertag, besonders am Muttertag freut man sich auf einen Tag in Ruhe im Kreise seiner Liebsten.

Nicht so für mich. Ich habe die erste Abholung um 5:30 Uhr morgens. Also um 4:30 Uhr aufstehen und raus. Die Flughafenfahrt klappt. Der nächste Termin ist erst um 7:50 Uhr. Eine Fahrt von der Stadt zum Flughafen. Ich kann mir die Zeit vertreiben; zuerst ein üppiges Frühstück an der AGIP mit Rühreiern. Ich male mir den Tag schon richtig schön aus. Mit der nächsten Fahrt komme ich dann am späten Morgen am Flughafen an. Ich stehe bei sonnigem Wetter am Hafen, den Laptop auf der umgeklappten Rücklehne meines Taxis. Unter den Kollegen laden wir uns gegenseitig zum Kaffee oder Tee ein. Zukunftspläne schmieden, die politische Lage besprechen, schlaue Sprüche reißen, Gaudi machen … . Nach ca. vier Stunden Wartezeit dann eine Fahrt in die Stadt. Fast wie im Urlaub. Der einzige Nachteil ist, dass man an sein Taxi gebunden ist. Nach dem Frühstück am Flughafen bleibt mir immer noch Zeit. Ich beschließe mich auf den Weg in die Stadt für meine nächste Abholung zu machen. Ach ja, es ist ja Sonntag, kann sein dass ich in der ESSO noch ein paar Nachtfahrer treffe. Natürlich muss ich da vorbeischauen. Tatsächlich, da sind noch zwei. Wir besprechen beim Kaffee wie es wohl weitergeht mit dem Euro. Bis ich mich versehe habe ich mich verquatscht und muss mich beeilen in 15 Minuten von Schwabing nach Pasing zu kommen. Nun gut am Feiertag kein Problem. Über die Biedersteiner- und Manlich- gleich auf den Schenkendorfring den ganzen Ring entlang, auf die Autobahn Richtung Lindau , Ausfahrt Gräfelfing schon bin ich in Pasing. Zwei Minuten nach dem vereinbarten Termin. Ich kenne den Kunden und weiß, das er immer schon auf der Straße wartet. Heute nicht. Ich schau noch mal auf meinen Plan. Da hab ich was verwechselt. Der Kunde muss diesmal nicht von Zuhause zum Flughafen sondern andersherum; vom Flughafen in die Stadt. Ich rufe schnell die Flugauskunft an, zum Glück hat die Maschine 30 Minuten Verspätung. Das schaffe ich. Zurück zur Autobahn, weiter Richtung Lindau, auf den Autobahnring. Den Kunden erwische ich noch rechtzeitig. Aber jetzt endet meine Tour vor der Haustür des Kunden in Pasing. Meine relaxten Flughafenpläne sind beim Teufel. Leer wieder zurück zum Flughafen will ich nicht fahren. Ich habe heue Abend noch einen Wermutstropfen, eine Abholung um 21:00 Uhr. Ich fahre nach Hause um mich auszuschlafen.


Dabei verschlafe ich die Meldungen über die neue Aschewolke. Am frühen Abend lese ich meine SMS und merke was ich verpasst haben könnte. Ein Kollege der am Flughafen steht teilt mir mit, dass ich eine gute Chance auf eine Fernfahrt verpasst habe.

Ich informiere mich sofort im Internet. Alle Landungen in München sind gestrichen, außer meine Maschine aus Dubai. Die kommt pünktlich um 21:00 Uhr. Als ich später noch mal auf die Webseite des Flughafens München schaue, sehe ich, dass die Ankunft meiner Maschine um zwei Stunden auf 23:00 Uhr verschoben hat. Muss ich noch später raus. Ärgerlich, aber egal, um Punkt 23 Uhr stehe ich vor dem Modul am Flughafen München. Ich sehe schon eine ganze Batterie von schwarzen S-Klassen und VW-Bussen. Auf der Anzeigentafel ist um 23:15 Uhr noch nichts angezeigt. Ich treffe einen bekannten Fahrer der Botschaft. Er hat auch keine Information wann die Maschine landet. Er weiß aber, dass das Flugzeug noch in Mailand steht. Na Prima, das kann ja dann noch dauern. Wir vertreiben uns die Zeit. Ein anderer Botschaftsmitarbeiter kommt vorbei und unformiert uns; die Maschine ist endlich gestartet. Jetzt kann es nur noch eine Stunde dauern bis sie in München landen.

Um 00:30 Uhr strömen die Leute genervt aus dem Zollbereich. Die Abholer werden immer weniger. Der Parkplatz mit den schwarzen Limousinen lichtet sich. Meine Kunden sind nicht dabei. Als ich nur noch alleine im Empfangsbereich stehe und das Gepäckband aufhört sich zu drehen, dämmert es mir; das war der Tag der verpassten Gelegenheiten.

Als Bing – Spielerei und erstes Foto habe ich passend eine schwarze Sonne gewählt.

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