Freitag, 28. Mai 2010

Antrag auf Tariferhöhung


Endlich! Unser Tarif ist schon seit vier Jahren stabil. In der Zwischenzeit habe ich bei den Spritpreisen die tollsten Kapriolen erlebt. Meine Reparaturrechnungen werden immer höher. Nehme ich die Preise für die Arbeitseinheiten meiner VW Vertragswerkstatt als Grundlage, komme ich auf einen Stundensatz von 120,- €. Die öffentlichen Verkehrsmittel in München haben trotz Subventionen ihre Fahrpreise dreimal erhöht.

Die Taxifahrer können nicht einfach den Tarif nach Lust und Laune verändern. Der Taxitarif wird verordnet. Seit ca. 20 Jahren haben wir Münchener Taxifahrer mit den Kollegen aus dem Landkreis München, Erding und Freising einen gemeinsamen Tarif. Jeder Taxiunternehmer könnte einen Antrag auf eine Tariferhöhung bei seiner Behörde stellen. In der Praxis machen das die Gewerbeverbände. Jetzt hat der TVM, der Taxiverband München, einen solchen Antrag beim KVR (für München Stadt) , und bei den Landratsämtern München (Landkreis München) , Erding, Freising gestellt.

Der Münchener Taxitarif ist degressiv, d.h. die ersten fünf Kilometer kosten 1,60 €, die zweiten fünf Kilometer kosten 1,40 € ab dem zehnten Kilometer kostet der Kilometer dann noch 1,25 €. Der Antrag des TVM sieht vor, dass die ersten fünf Kilometer 1,80 € kosten sollen. Es soll auch ein Zuschlag für bargeldloses Bezahlen, wie z.B. mit Kreditkarte eingeführt werden. Wir geben den Kreditkartenfirmen Vorschuss, indem wir die Leistung sofort erbringen - der Fahrpreis aber erst bis zu 14 Tagen später unserem Konto gutgeschrieben wird. Für diesen Kredit, den wir z.B. American Express gewähren, bezahlen wir dann noch 4% von der Bruttosumme als Gebühr. 4%, das ist für Taxiunternehmen die mit angestellten Fahrern arbeiten in etwa die Umsatzrendite.

Die 5,- € Buszuschlag, die jetzt ab dem sechsten Passagier gelten, sollen wieder (wie vor 2006) ab dem fünften Passagier kassiert werden können. Das wird von allen Gewerbevertretern sinnvoll gehalten. Weiters soll die Gebühr von einem Euro, den wir Taxifahrer bezahlen, wenn wir uns am Flughafen anstellen, als Zuschlag auf den Fahrpreis angerechnet werden. Letztes als ich am Flughafen in Madrid in ein mir zugewiesenes Taxi stieg bezahlte ich 5,- € Zuschlag. Der Taxifahrer erklärte mir, das sei die Aufstellgebühr, die er an den Flughafen bezahlen müsse. An den Bahnhöfen in der Stadt gibt es einen ähnlichen Zuschlag. Nimmt man eines der Taxis, das am Bahnhof wartet, kommen 2,50 € Zuschlag hinzu. Wechselt man die Straßenseite und hält ein Taxi auf, wird der Zuschlag nicht erhoben.

20 % wie im Titel der Abendzeitung ist wohl etwas übertrieben. Die Seigerung kommt nur in den ungünstigsten Fällen zum Tragen. Bei dem überwiegenden Teil der Taxifahrten, bei Strecken zwischen 2 und 10 Kilometern, liegt die Erhöhung, die der Taxiverband München beantragt, zwischen 12 und 13 %.



14.11.2010 Der Tarif wird in meinem Taxameter -> umgestellt.

11 Kommentare:

  1. Hoffentlich kommt eine Tariferhöhung bis zur nächsten Wiesn. Der Euro pro Kreditkartenzahlung und Flughafenabfahrt wäre auch wünschenswert. Letzteres würden wohl alle Flughafenkollegen sehr begrüssen, auch wenn der Vorschlag vom TVM kommt, denn TVM (Taxiverband München) = Isarfunk und die sind schließlich verantwortlich für die gegenwärtigen Abzockergebühren am MUC. TM

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  2. Die Tariferhöhung - besser wäre es wirklich sie "Anpassung" zu nennen, denn sie rückt tatsächlich den gestiegenen Kosten nach - ist überfällig.

    Wenn e.G. und Taxiverband (ist der nicht identisch mit Isarfunk?) in Punkto Großraumzuschlag einer Meinung sind dann freut mich das.

    Kreditkartenzuschläge kann man machen, das wird aber auch dann kaum kostendeckend sein: Der Disagio-Betrag ist nunmal keine Pauschale.

    Deshalb hat es durchaus auch "Sex-Appeal" die Kreditkartenzahlung auch weiterhin gratis anzubieten, aber das dann als Service zu bewerben.

    Vollkommen falsch wäre ein Zuschlag für am Flughafen bereitstehende Taxis: Eine Lizenz zum Gelddrucken für FMG und Isarfunk.

    Denn werden erst deren Gebühren auf die Kunden abgewälzt wird infolge ausbleibender Proteste der Fahrer Isarfunk die Tarife erneut anheben.

    So würde unser Produkt überflüssiger Weise teurer. Einige wenige lachen sich dabei in´s Fäustchen, aber uns springen die Kunden ab deswegen.

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  3. >> Taxiverband (ist der nicht identisch mit Isarfunk?) <<

    "Pares cum paribus facillime congregantur"

    Es ist nicht nur die räumliche Nähe der beiden, die einem aufstossen lässt! Kommanditisten und Aufsichtsräte vom IF lassen sich auch in führenden Positionen des TVM finden. Über den TVM kann IF seine eigenen wirtschaftlichen Interessen in der Gewerbepolitik forcieren. TM

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  4. Christian: Ich kenne zwar die Situation bei euch nicht so genau, aber das Argument dass dann die Kunden abspringen kommt bei uns auch bei jeder Tariferhöhung (gut so viele sinds ja nicht ;-)). In der Realität stellt sich dann immer raus dass das kompletter Blödsinn ist und der Umsatz im Endeffekt etwas besser aussieht.
    Bei unserer letzten Anpassung letztes Jahr als der Spritpreis wieder mal einen Höhenflug hatte, musste man den Kunden bei Beschwerden nur sagen:"schau dir mal den Spritpreis an und überleg mal wie wir noch kostendeckend fahren sollen." Ich hatte nicht einen einzigen Kunden der nach diesem Satz noch weiterdiskutieren wollte.

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  5. >> Ich kenne zwar die Situation bei euch nicht so genau, aber das Argument dass dann die Kunden abspringen ... <<

    Ich glaube nicht, dass Christian etwas gegen eine allgemeine Tariferhöhung hat und befürchtet, dass dadurch Kunden verloren gehen. Er steht nur skeptisch dem Antrag des TVM gegenüber, der einen Zuschlag für alle vom Flughafen abgehenden Fahrten vorsieht (Fahrgäste vom Flughafen sollen an den Zusatzkosten beteiligt werden). Der beantragte Zuschlag soll die Gebühren für die Aufstellung am MUC auffangen (Jeder Flughafenfahrer wird vom Isarfunk mit 1,- € pro Durchfahrt berappt). Dieser nun vom TVM scheinheilig geforderte Zuschlag für Flughafenfahrgäste, würde IF nur zum Anlass nehmen, ihrerseits die Gebühren am Flughafen ein weiteres Mal anzuheben. TM

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  6. wie erklären wir den kunden die ganzen zuschläge auf dem taxameter?
    das ist der zuschlag für ihre kreditkarte, das für gepäck, und das dafür das sie bei mir am flughafen eingestiegen sind!
    Tariferhöhung OK aber nicht so!
    - kreditkartenzuschlag ist unsinn 1 euro für eine 55 euro fahrt. 1 euro reicht bei weitem nicht

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  7. @ Seismo:

    Ich hab Dir gerade sehr detailliert geantwortet - leider hat der Blog meine Antwort irgendwie "verschluckt". Also hier nochmal, in "Kurzfassung":

    Ich bin nicht gegen eine Tariferhöhung. Im Gegenteil. Diese ist unvermeidbar da wir uns mehr und mehr "verschenken" (alles wird teuerer nur wir nicht). Wogegen ich bin sind zusätzliche, dem Kunden via Zuschläge in Rechnung gestellte Beträge dafür daß er in ein am FLUGHAFEN wartendes Taxi einsteigt.

    Warum?

    Weil wir in München eine Kommanditgesellschaft namens Isarfunk haben die sich schamlos an allem was mit Taxi zu tun hat zu bereichern versucht. Und vor einigen Jahren gelang es denen die Vermietung des Flughafens zu übernehmen - seitdem explodieren für uns die Kosten:

    Um ein Vielfaches höhere Jahresgebühren, damit man überhaupt mal das "Recht" gewinnt sich prinzipiell mal aufstellen zu "dürfen". Und eine ganz neue Pauschale, die der angestellte FAHRER zu entrichten hat, jedesmal wenn er durch eine Schranke in die Taxireihe am Flughafen einfährt.

    Ein Fahrer, der wohlgemerkt als Teil des Öffentlichen Personennahverkehrs arbeitet und als solcher einen Flughafen bedient der Staats-/Stadteigentum ist, also theoretisch uns allen bereits gehört!

    Isarfunk nun hat ein Interesse daran daß die Fahrgäste diese zusätzlichen Gebühren zahlen sollen, denn der Widerstand seitens der Fahrer gegen die Gebühren ist massiv, Isarfunk bei vielen geradezu verhasst (auch wenn Isarfunk immer wieder versucht es so darzustellen als hätten alle die lieb, sie als der "Advokat der kleinen Leute", und alle die ein Problem haben sind nur "Einzelne" LOL).

    Wenn nun die Fahrer und Unternehmer scheinbar "entlastet" würden weil die Baiser-artig aufgeblasenen Flughafengebühren dem Fahrgast aufgebürdet würden dann würde es logischer Weise Isarfunk in der Folge noch leichter fallen die Kosten weiter hochzufahren. Dagegen bin ich.

    Ich bin weiß Gott kein Geizkragen. Wer für mich eine gute Arbeit leistet der soll dafür auch gutes Geld bekommen. Isarfunk aber gehört für mich schon lange nicht mehr zu dieser Kategorie!

    Wenn es schon Fahrern und Unternehmern so schwer fällt etwas gegen überteuerte Flughafengebühren zu tun, was soll dann ein Fahrgast machen der von all dem keine Ahnung hat? Und warum soll der Fahrgast mehr zahlen nur damit Isarfunk mehr Geld in die Taschen bekommt?

    Jeder Euro Spielraum den wir an sowas verschwenden geht uns für LEGITIME Zwecke verloren.

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  8. Das ist ein zweischneidiges Schwert mit dem Zuschlag für Kreditkartenzahlungen. Ein anonymer Kommentator bemängelt zu Recht, dass es dann zu einem Feuerwerk an Zuschlägen kommt. Das ist alles andere als kundenfreundlich.
    Werden aber die Kosten die uns durch Kreditkartenakzeptanz entstehen allgemein in den Tarif eingearbeitet müssen die Barzahler mittragen, was die Kreditkartenzahler verursachen.

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  9. @ Reinhold:

    In Amerika sind Kredikartenzahlungen mehr oder weniger der Standard. Und auch viele (angestellte) Firmenkunden zahlen gerne mit Kreditkarte - sie haben eine "Firmenkreditkarte" und ersparen sich so lästiges Geldauslegen, Rechnungsstellen, auf Kontoeingang warten und so weiter.

    So ist das Anbieten der Kredikartenakzeptanz ein Service-Plus. Das man sich freilich bezahlen lassen könnte. Belässt man es aber hier bei einer Pauschale, dann riskiert man einerseits daß Kunden das als unangenehm auffassen einerseits, man aber trotz dieses Malus nichtmal den Bonus der eigenen Kostendeckung hat, da, zum Beispiel bei großen Aufträgen, die Kreditkarten-Disagaio durchaus in zweistellige Eurobeträge rauschen kann!

    Was nutzt es uns dann ich sach´ mal "einen Euro Zuschlag" drücken zu können? Da käme ich mir ehrlich gesagt ziemlich dumm dabei vor.

    Aus "idealistischer Sicht" wäre eine Komplettanlastung des GESAMTEN Disagio-Betrages an den Kunden dann weitaus sinnvoller, denn so würde es der Kunde endlich mal merken wie heftig die Kreditkartenfirmen für ihren Service hinlangen!

    Und das wiederum würde, wenn es Schule macht, binnen kürzester Zeit die Disagio-Sätze merklich drücken. Nur weil die direkten Kunden der Kreditkartenanbieter davon nichts bemerken ist sowas ja überhaupt möglich!

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  10. update:

    "Bus oder Bahn statt Taxi
    Die Taxifahrer freut es, sie kommen schneller voran. Allerdings haben sie weniger Kunden als noch vor einigen Monaten. Die Folge sind finanzielle Einbußen, sagt der 30-jährige Taxifahrer Johannes. "Noch bis vor ein paar Monaten kam es oft vor, dass man gar kein Taxi finden konnte. Jetzt findet man sofort eins. Die Leute haben finanzielle Probleme und nehmen die U-Bahn oder den Bus. Das hat uns die Krise gebracht."

    Immer weniger Athener können oder wollen sich ein Taxi leisten. Die Taxiunternehmer haben in den vergangenen Monaten mehrfach die Preise erhöht. Johannes schätzt, dass er jeden Tag rund zwei Stunden länger als bisher arbeiten muss, um auf den gleichen Tageslohn wie noch vor einem Jahr zu kommen."

    quelle:http://www.tagesschau.de/ausland/griechenlandsommer100.html

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  11. Zitat:
    "Aus "idealistischer Sicht" wäre eine Komplettanlastung des GESAMTEN Disagio-Betrages an den Kunden dann weitaus sinnvoller, denn so würde es der Kunde endlich mal merken wie heftig die Kreditkartenfirmen für ihren Service hinlangen!"

    und das würde auch gut in die aktuelle Diskussion um Gebühren an Bankautomaten
    passen!

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