Trixi hat mir ein Stöckchen zugeworfen. In Bloggerkreisen bedeutet das, das ein Blogger ein Thema aufgereift, darüber schreibt und einen weiteren Blogger dazu animiert über das gleiche Thema zu schreiben. Bei Trixi ging es um Filmmusik. Gleich sechs Musikstücke die mit Film zu tun haben, und die mir etwas bedeuten. Sechs Stücke ist eine ganze Menge, noch dazu wenn man das Stück vorstellen, und die Verbindung zum eigenen Leben darstellen will. Ich habe mich entschlossen sechs eigene Posts zu den Filmmusiken zu machen. Häppchenweise fällt mir das Schreiben und euch das Lesen leichter. Ich kann dann auch auf die einzelnen Stücke mehr eingehen.
Hier die erste meiner sechs Filmmusiken.
Samstag Abend. Badetag. Der große Boiler im Badezimmer wurde mit Holz bestückt und angefeuert. Damit sich das Heißwassermachen lohnt badet die ganze Familie an einem Stück. Nach dem Baden sitzen wir dann alle frisch gebadet und gekämmt auf der Sitzgruppe in Opa und Omas guter Stube, dem Wohnzimmer. Opa hatte eine Fernsehtruhe. Auf dem ersten Blick ein unscheinbares Möbelstück. Werden aber die beiden Flügeltüren geöffnet kommt rechts ein Schallplattenspieler und links ein Fernsehgerät zum Vorschein. Der Fernseher ist ein altes schwarz/weiß Röhrengerät.
Samstags am frühen Abend, zur Primetime wurden amerikanische Serien ausgestrahlt. Daktari, ein Veterinär im fernen Afrika, pflegt und kümmert sich um kranke Wildtiere. Und was mich besonders fesselte; Raumschiff Enterprise. Bei den ersten Takten der Titelmusik war ich auf dem gemütlichen Sofa sitzend in ferne Galaxien entführt. Die Raumflotte der Förderation streift in Lichtgeschwindigkeit durchs Universum. Für mich war das unfassbar weit weg. Die Kleinigkeiten aber, die ich noch im weitesten nachvollziehen konnte haben mich umso mehr fasziniert. Zum einen die Funkgeräte mit denen die Besatzung kommunizierte und zum anderen die Türen auf dem Raumschiff. Kaum näherte sich ein Raumsoldat einer dieser Türen, glitt die Schiebetür mit einem lauten „Zosch“ zur Seite.
Heute sind Mobiltelefone und automatische Schiebetüren, zumindest in Westeuropa, Standard. Mich erinnert die Titelmusik von Raumschiff Enterprise an gemütliche Stunden mit meinen Großeltern an die Zeit als die kleinen technischen Spielereien noch eine Attraktion waren. Wenn ich heute eine Schiebtür erleben will brauch ich mir nur ein Glas Essiggurken beim Supermarkt an der Ecke zu kaufen. Die Türen öffnen sich wie von Geisterhand bewegt lautlos nach beiden Seiten. Auf das „Zosch“ Geräusch warte ich allerdings vergeblich. Obwohl technisch dürfte es doch mit einem Lautsprecher kein Problem sein das Öffnen akustisch mit einem „Zosch“ begleiten zu lassen. Ich hätte mein Enterprise – Feeling und der Supermarkt Essiggurkenabsatzsteigerung.
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