Dienstag, 16. März 2010

In Gedanken weit weg

Einsteigerin am Flughafen, es geht zum Ammersee Ostufer. Es hat heute früh wieder angefangen zu schneien. Dieses Jahr haben wir wirklich den Kragen voll vom Schnee. Wir fahren um 9:30 Uhr los. Meine nächste Abholung ist um 11:00 Uhr in München. Der Straßenzustand beunruhigt mich etwas. Werde ich es in 1,5 Stunden zum Ammersee hin und wieder zurück nach München schaffen?

Das ist die andere Seite des Geschäfts mit Stammkunden. Weil wir nicht wissen wann der nächste Auftrag kommt oder wo das Fahrziel liegt, setzen wir uns oft unter Druck und fahren auf die Minute. Ich riskiere und überhole die Fahrzeuge die auf einer Spur über die Autobahn Richtung Ammersee schleichen. Im Westen Münchens sind die Strassen dann doch wieder etwas freier – ich gebe noch mal Gas. Am Fahrziel angekommen, 98,50 € auf dem Wecker, 100,- stimmt so, Danke, die Türen auf das Gepäck noch raufgebracht. Die Kundin fragt nach einem Kärtchen, bei der Strecke gerne! Schnell runter zum Taxi. Die Zieladresse in München ins Navi eingeben. Das Gerät errechnet die geplante Ankunftszeit: 10:57 Uhr. Super, das ist zu schaffen. Ab auf die Autobahn, zurück nach München. Was ist das denn? Die Autos fahren langsam in zwei Spuren. An der Spitze der Schlange erkenne ich ein gelbes blinkendes Kreuz. Ein Schneepflug räumt die Straße. Nein, bitte nicht jetzt. Ausgeliefert fahren wir mit 45 km/h 30 Kilometer weit hinter dem Räumfahrzeug. Die Zeit läuft und die Ankunftszeit wird immer später. Ich rufe beim nächsten Kunden an und entschuldige mich. Ich komme 15 Minuten später. Er hat großzügig geplant und Verständnis für meine Situation. Endlich, am Autobahnkreuz München West bietet sich uns eine Gelegenheit den Schneepflug zu überholen. Wie von der Kette gelassen preschen die Autos rechts am Räumfahrzeug vorbei.



Der Kunde steigt zu und bedankt sich bei mir, dass ich Bescheid gesagt habe. Er nimmt sich ein Kärtchen und sieht unsere E-Mail Adresse mit Transfer (auf dem Bild mit der Palme), Er findet die Adresse interessant. Ich kann das nur bestätigen, die Adresse eignet sich gut zur visuellen Werbung. Wenn wir die Adresse am Telefon buchstabieren gab es oft Missverständnisse und Nachfragen. Für das Telefon haben wir die E-Mail Adresse mit Taxi und Deutschland (auch auf dem Bild mit der Palme). So kommen wir auf die Toplevel Domains zu sprechen. Die Domainendung .ms ist die nationale Toplevel Domain von Montserrat. Montserrat ist eine Vulkaninsel in der Karibik. Der Kunde kennt auch die Insel die zu der in Medienkreisen beliebten Endung .tv. Das ist die Endung von Tuvalu. Tuvalu wiederum liegt auf neun Atollen verteilt im Pazifik vor Neuseeland. Das war neu für mich ich dachte .tv wäre keine nationale Endung sondern mit .info, .home, oder .biz zu vergleichen. Der Fahrgast weiß auch das der höchste Punkt der Insel nur 5 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Erhöht sich der Meerwasserspiegel sind die wohl eine der ersten Inseln die verschwinden.




Obwohl wir durch den Schnee fahren, waren wir so zumindest in Gedanken in der Karibik und im Pazifik.

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