Dienstag, 9. März 2010

Der Winter kehrt zurück

Ausgerechnet heute am Samstag muss es schneien. Nach den schönen Tagen Anfang März dachten wir alle der Winter wäre vorbei. Ich habe sogar den Boden meines Taxis mit Wasser und Spülmittel gewischt.

Den ganzen Tag über schneit es mehr und mehr. Die Meldungen im Rundfunk sind nicht beruhigend. Wegen der vielen Unfälle und querstehenden LKWs gibt es kilometerlange Staus auf der Autobahn Richtung Salzburg und auf der Inntal Autobahn. Ich habe am Abend noch eine Fahrt mit sechs ukrainischen Gästen ins Ötztal. Um 20:15 Uhr landet das Flugzeug, um 21:00 Uhr geht die Fahrt endlich los. Ich entscheide mich nicht über die Salzburger und Innntalautobahn, sondern über Garmisch – Seefeld – Telfs zu fahren. Zwischen Eschenlohe, am Ende der Autobahn München – Garmisch, und Oberau sehen wir im Scheinwerferlicht eines Ambulanzautos ein verunglücktes Fahrzeug. Das Auto steht wacklig auf der Beifahrerseite. Die Sanitäter sichern gerade die Unfallstelle.


Will man von Seefeld/Tirol auf die Inntalautobahn gibt es die Strecke über den Zirler Berg. Der Zirler Berg hat ein Gefälle von 16 %, ist aber sehr wahrscheinlich geräumt und schneefrei. Der Nachteil auf dieser Strecke ist aber, dass man zunächst wieder 15 Kilometer östlich fahren muss um dann auf der Autobahn Richtung Westen zur Ausfahrt Ötztal zu kommen. Wir schleichen in Kolonne mit 30 Km/h über die schneebedeckte Fahrbahn. Ich habe keine Lust auf mehr Kilometer. Ich entscheide mich für den kürzeren Weg über Mösern – Telfs. Zwischen ->Seefeld und Mösern gibt es noch zwei steile Anstiege. Diese Strecke ist nur schwach befahren. So kommen wir mit entsprechend höherer Geschwindigkeit über die Anstiege auf den Möserner Sattel. Von jetzt an geht es nach Telfs nur noch bergab. Der Sattel liegt auf 1200 Meter ü.N.N. und Telfs auf 623 Meter Höhe. Ich mache eine Probebremsung, die Fahrgäste und ich sind beruhigt. Nach weiteren 100 Metern sehen wir die Lichter von Telfs tief unter uns. Klick, Klick, Klick, höre ich von hinten, die Fahrgäste gurten sich jetzt an. Langsam, langsam geht es jetzt bergab. Im Schneckentempo nehmen wir die Kehren der Serpentinen. Im unteren Drittel begegnet uns ein PKW – Fahrer, der den Anstieg nicht schafft, und mit geöffneter Fahrertüre auf der Strasse wendet. Vorsichtig fahren wir vorbei. Grosses Aufatmen auf der Inntal – Autobahn.


Auf der Strasse durch das Ötztal begegnen uns auf einer Strecke von 25 Kilometern noch drei Fahrzeuge, die von der Strasse gerutscht sind. Punkt Mitternacht erreichen wir das Hotel. Die Fahrgäste sind zufrieden – ich mache mich auf den Rückweg. Ich gebe mir die Kante und fahre den gleichen Weg wieder zurück. Mit reichlich Schwung komme ich auch über den Möserner Sattel. Um drei Uhr früh geht dann in meiner Esso Tankstelle bei Kaffee mit Kollegen ein langer Taxitag zu Ende.

Ich habe mit meiner neuen Entdeckung, dem Bildbearbeitungsprogramm GIMP gespielt und verschiedene Ausschneidetechniken versucht. Das Ergebnis ist ein Zusammenschnitt mit Schildern und Landschaften in den winterlichen Bergen Tirols.

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