Montag, 22. März 2010

Der Frühling ist vorbei

Nicht erschrecken - nur der Stofffrühling. Und der nicht für alle Kollegen. In der Hochphase während der 4tägigen Messe sind 27 Großraumtaxis im Einsatz. Heute am Montag werden weniger gebraucht. Bei der Anmeldung war ich wohl etwas zu spät und wurde nur für das Wochenende eingeteilt.


Wie auch letztes Jahr haben wir bei der Vorbereitungsbesprechung Aufkleber bekommen. Dieses Jahr sind die Aufkleber blau. Irgendwie ist es mir gelungen, denn die Aufkleber halten immer noch. Ich klebe die Aufkleber immer am Flughafen auf das Taxi. In der Waschbox sprühe ich die Flächen auf den Taxitüren mit Seifenlauge ein. Auf diesem leichten Schmierfilm lassen sich die Aufkleber mit einer Kreditkarte schön anbringen. Bei der Fahrt vom Flughafen mit 165 km/h über die Autobahn werden meine Klebekünste auf die Probe gestellt. Letztes Jahr begann es schon bei 140 km/h verdächtig auf den Türen zu flattern. Dieses Jahr hält die Werbung und ist selbst am letzten Tag noch schick anzusehen.


Wir bekamen wieder Werbematerial zur Auslage. Werbeflyer und Zeitschriften die im Handel 5,- bzw. 7,- € kosten. Die Zeitschriften waren im nu weg. Einmal verschwanden alle ausgelegten Zeitschriften in nur einer Tasche. Das andere, weniger beliebte Material, wurde achtlos von den Sitzen gewischt. Der nächste Gast steigt drauf. Die verschmutzten Drucksachen können nicht wieder ausgelegt werden und landen von der Druckpresse nach einer Stadtrundfahrt durch München im Papiercontainer. Selbst eine wundersame Vermehrung gab es zu beobachten. Ich fand Material das ich nicht ausgelegt hatte.


Wir fuhren 15 Showrooms, meist Ladengeschäfte, im Kreis ab. Eine Hälfte der Taxis im Uhrzeigersinn, die Tour 1, die andere Hälfte in der Gegenrichtung, die Tour 2. Es gab noch eine Tour 3, die mit drei Taxis einen etwas ungünstig gelegenen Showroom anfuhr. Schon in den ersten Stunden haben wir unsere Tournummern auf Zettel geschrieben und in die Windschutzscheibe gelegt. Problem war nur, dass die Touren auf den Plänen der Gäste nicht mit Nummern gekennzeichnet waren. Die einzelnen Ausstellungen auf dem Plan aber waren nummeriert. Das führte zu Missverständnissen. Wir mussten bei jedem Stopp das System erklären. Bis es die Gäste verinnerlicht hatten, war für sie die Messe vorbei und wir hatten wieder Gelegenheit unsere pädagogischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Nach dem Fünfzigsten wird es etwas nervig.


Barbara und Thomas haben in der Zentrale und im Funkwagen, KW 3, den Einsatz geschickt koordiniert. Die Fahrzeuge sollten ja über den ganzen Zirkel gleichmäßig verteilt ihre Runden drehen. Wenn es in einer Richtung soviel Bedarf gab, wurden schnell einige Taxis zu Umdrehern, die einfach die Fahrtrichtung und Tour wechselten.


Die Fahrgäste waren zum größten Teil aus Deutschland und Österreich. Einem Fahrgast, stammend aus Teheran, arbeitet als Raumausstatter in Flensburg, konnte ich ein etwas weiterhelfen. Er hätte irgendwo ein Ballongeschäft gesehen, dort wolle er nach einem besonderen Ballon suchen. Ob ich wüsste wo das Geschäft sei.
“Ja, stimmt, das hab ich auch irgendwo gesehen, weiß jetzt aber wirklich nicht wo der Laden ist.“
Auf meiner Route entdecke ich tatsächlich den Laden in der Karlstrasse und knipse ihn aus dem Taxi. Der Zufall spielt mit und an einer der nächsten Haltestellen steigt mir der Teheraner zu und ich kann ihm die Adresse mit Foto präsentieren.


Wir konnten unseren guten alten Sprachfunk wieder intensiv hören. Nach neun Monaten ohne Knarzen und Rauschen war das auch mal wieder willkommen.

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