Dienstag, 23. Februar 2010

Auch in deiner Tasche

Die Inhorgenta, die Messe für Schmuck, Edelsteine und Uhren, ist zurzeit in München. Ich habe Glück und erwische am Nachmittag eine Fahrt vom Bahnhof nach Riem. In Riem, wo der alte Flughafen war, ist das Messegelände. Ich sehe schon bei der Anfahrt eine lange Reihe von Taxis (oder Taxen). Bis ich mich nach vorne gewartet habe vergeht eine Stunde. Ein Ehepaar aus der Schweiz steigt zu. Gespannt warte ich auf das Ziel. Flughafen wäre gut. Am Sonntagabend könnte ich mich gut dort anstellen. Nein es geht zum Hotel Schreiberhof. Das Hotel liegt in Aschheim 8,90 € von der Messe entfernt. Manchmal geben Taxifahrer Entfernungen in Euro an. Jetzt bin ich noch weiter aus der Stadt und noch weiter östlich gelandet. Also wieder zurück zur Messe. Die Reihe ist gleich lang wie vorher. Nur diesmal ist es später und ich bin schon nach einer halben Stunde wieder vorne. Mir steigen sieben Fahrgäste zu und wollen zum Hauptbahnhof. Ich bin zufrieden, das ist dann gleich die Abschlussfahrt. Die Gäste sind sympathisch und wir unterhalten uns. Am Ende der Autobahn kommen wir am Vogelweideplatz vorbei. Ich deute auf Giesecke & Devirent und sage:
„Sehr wahrscheinlich, dass jeder von euch einen Geldschein in der Tasche hat, der hier gedruckt wurde.“
Das ist sehr gut möglich, bei der Einführung des Euros wurde das größte Kontingent Europas bei Giesecke & Devirent gedruckt.
Mein Beifahrer zieht einen 50 € Schein aus seiner Börse, betrachtet ihn angestrengt und meint:
„Ja genau ein Münchner.“
Jetzt bin ich neugierig und er erklärt mir woher er dass wisse. Der erste Buchstabe auf der Nummer des Geldscheins ist ein X. Das bedeutet er wurde in Deutschland gedruckt. Warum Deutschland ein X hat, ist einen eigenen Post wert. Auf der Vorderseite der 50 Euro Scheine ist über dem Hologramm, dort wo die Kugelschreiberspitze hinzeigt, ein kleiner Code gedruckt.



Der sechsstellige Code besteht aus zwei Buchstaben und vier Ziffern. Der Erste Buchstabe sagt aus wo die Scheine gedruckt wurden. In Deutschland gibt es zwei Druckereien die (offiziell) Geldscheine herstellen. Eine Druckerei in Berlin, die zeichnet die Scheine mit einem N, und Giesecke & Devirent in München, die zeichnet mit einem P, an dieser Stelle.
Ich habe gleich meine drei Fuchzger gecheckt. Zwei waren aus Deutschland (das X in der Seriennummer) und beide aus München (das P an der ersten Stelle des Codes). Ich habe diesen Code nur noch auf den 5 Euro Scheinen gesehen. Auf den 10 und 20 Euro Scheinen habe ich diesen Code nicht gefunden.

Mal wieder was von den Fahrgästen gelernt.

Kommentare:

  1. Bei den 10 und 20 Euro Scheinen ist der Code im großen Stern auf der linken Seite des Scheins eingedruckt.

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  2. @ Anonym
    Ja, jetzt habe ich es auch gesehen. Ich habe mich von dem Euro - Schriftzug täuschen lassen. Danke.

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  3. Ich hab´ einen Fuchzger mit X in der Seriennummer und der Code fängt mit R an. Gibt es doch noch mehr offizielle Gelddruckereien in Deutschland oder muss ich mir jetzt Sorgen um die Echtheit machen?

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  4. Der Fuchzger ist scheinbar echt. Das R kennzeichnet die Bundesdruckerei in Berlin. Das mit dem N war ein Fehler. Ich darf den Kunden nicht alles ungeprüft glauben.

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  5. Ich war der "Beifahrer", Danke für die Veröffentlichung ;),ich sprach von P und R und da es so "laut" war, kann man auch mal was anders deuten.

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  6. Schön, dass Sie vorbeigeschaut haben. Die Fahrt war wirklich nicht ruhig. Ich habe zu danken, ihr habt mir ja das Thema zu dem Post geliefert.

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