Sonntag, 31. Januar 2010

Pagagnini

Ich erwarte am Flughafen München meine Fahrgäste. Vier Fahrgäste sollen es sein. Ich weiß nur sie landen mit der Maschine aus Madrid. Auf das Abholschildchen habe ich wie bestellt Pagagnini geschrieben. Das zweite g in Pagagnini kam mir spanisch vor, b.z.w. in diesem Fall eben nicht spanisch. Die Maschine hat über 90 Minuten Verspätung. Als ich mit dem Schildchen warte, spricht mich ein Fluggast an, er wäre Einer der Gruppe. Er ist mit einem Flugzeug früher aus Barcelona gelandet. Er geht jetzt schnell noch rauchen.

Ich warte alleine auf die anderen Drei. Ich soll sie in ein Hotel im Münchener Norden bringen. Jetzt kommen endlich die drei Madrilenen, der Gast aus Barcelona stößt zu uns un die Fahrt kann beginnen. Alle Vier haben Instrumentenkästen dabei. Unterwegs fragt mich einer der Musiker ob ich zuerst ins Theater fahren könnte. Ich frage in welches Theater, in der Nähe ihres Hotels kenne ich kein Theater. Sie überprüfen ihre e-Mails und nennen mir das Deutsche Theater. Das Gebäude des Deutschen Theaters liegt eigentlich im Zentrum. Jetzt wird es renoviert. Übergangsweise ist das Theater in einem großen Zelt nahe der Allianz – Arena untergebracht. Als meine Gäste „carpa“ (span. Zelt) hören, wollen Sie es nicht glauben. Mit den englischen Wörtern tent und zur Verdeutlichung noch Camping werden ihre Augen nur noch größer. Aber sie werden es ja sehen.

Ich fahre von der Autobahn ab und als wir die blaue Monster Zeltstadt des Deutschen Theaters sehen, atmen sie auf. Wir versuchen es zunächst am Haupteingang. Der ist geschlossen, ich kann aber im Foyer ein Plakat erkennen. Auf dem Plakat sind alle meine Fahrgäste abgebildet. Jetzt verstehe ich auch das zweite G auf dem Plakat ist das Programm in der Schreibweise Pa GAG nini angekündigt.



Meine Fahrgäste sind die Gruppe Yllana. Ein Comedy – Streichquartett, das mit todernsten Gesichtern im Frack allerlei Klamauk zu klassischer Musik macht. Das sind aber nicht nur irgendwelche Musikclowns. Sie bieten während ihrer Vorstellung klassische Musik auf allerhöchstem künstlerischem Niveau. Einer der Musiker zum Beispiel, Ara Malikian, ist Solo – Violinist der Oper in Madrid.

Ich stehe jetzt mit den Vieren auf der Bühne des Theaters. Die beiden spanischen Bühnentechniker begrüßen die Künstler. Diese machen sich mit der technischen Einrichtung vertraut. Wir lassen die Instrumente dort und ich bringe die Yllanas ins Hotel. Beim Aussteigen kann ich noch ein Foto von ihnen in zivil machen. Der erste Gast, der früher am Flughafen ankam, war der, der den bärbeißigen Cellisten spielt.

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