Wir stehen in der Taxireihe am Terminal 2 am Flughafen München. Das Datenfunkgerät bringt eine Meldung. Die Bundespolizei hat die Ebene 4 des Terminal 2 gesperrt. Der Ankunftsbereich und auch die Taxistände sind eine Ebene tiefer.
Jetzt höre ich es schon mit Blaulicht rasen Polizei, Sanitäter und Feuerwehr von allen Richtungen auf uns zu. Ich muss von meinem Standplatz etwas weiter vom Terminal weg um eine Ebene höher zu gelangen. Ich folge einem Reisebus der Bundespolizei.
Im Terminal stauen sich die Fluggäste vor den Sicherheitskontrollen, die meisten sprechen in allen Sprachen in ihr Handy.
Ein ca. 40jähriger Mann, Typ Geschäftsmann, legt seinen Laptop auf den Scanner der Sprengstoff erkennt. Das Gerät gibt ein Signal. Die Sicherheitskräfte wollen den Passagier auffordern zu bleiben um den Laptop einer weiteren Kontrolle zu unterziehen. Der jedoch klemmt sich den Laptop unter den Arm. Die Sicherheitskräfte lösen den Alarm aus. Sofort wird die ganze Ebene 4 gesperrt. Da der Verdacht besteht der Mann könnte in eines der angedockten Flugzeuge eingestiegen sein, dürfen diese nicht starten und die Reisenden müssen ihre Maschinen wieder verlassen. Insgesamt 60 Flüge werden annulliert oder starten mit großer Verspätung. Mitarbeiter der Fluggesellschaften verteilen Snacks und Getränke an die Wartenden.
Diese Sprengstoffscanner sind hochempfindlich eingestellt und geben Alarm, wenn z.B. Substanzen wie sie in Kosmetika verwendet werden, entdeckt werden. Am Flughafen München ist bei einer weiteren Untersuchung des Gepäcks, nachdem der Sprengstoffdetektor angezeigt hatte tatsächlich Sprengstoff gefunden worden.
Es besteht größte Wahrscheinlichkeit, dass der Fluggast die Aufforderung des Sicherheitspersonals nicht verstanden hat und zu seiner abfliegenden Maschine geeilt ist. Er hat keine Vorstellung was hinter ihm passiert ist. Über dieses Terminal werden auch Schengen Flüge abgefertigt, d.h. es gibt keine weiteren Passkontrollen mehr.
Entscheidend ist aber, das ein Fluggast an dessen Gepäck Hinweise auf Sprengstoff entdeckt wurden die Sicherheitszone erreicht hat und nicht wieder gefunden wurde.
Einer jedenfalls hat ein gutes Geschäft gemacht. Der Flaschensammler, der die zahllosen herumliegenden Flaschen aufgesammelt hat und mit zwei riesigen Plastiksäcken lächelnd das Terminal verlässt.
Soeben hat die Polizei das Terminal wieder freigegeben.
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