Nach dem Krippenspiel sehe ich an der Rückwand der Kirche ein interessantes Logo. Ein durchgestrichener Weihnachtsmann. Im Aushang daneben wird auch gleich erklärt was es darauf auf sich hat. Zunächst wartet man am Heiligabend auf das Christkind und nicht auf den Weihnachtsmann, steht da. Wenn ein Mann in der Adventszeit zu den Kindern kommt, ist es am Abend des 6.Dezenbers der Nikolaus und sonst niemand. Der Weihnachtsmann, der durch das Fernsehprogramm geistert, in den Auslagen der Geschäfte steht, auf Häuserfassaden klettert oder auf dem Tresen der Imbissstände tanzt, ist eine Erfindung der Marketing-Abteilung von Coca-Cola. Man erkennt den falschen Nikolaus an seinem roten Gewand und der lächerlichen Zipfelmütze mit weißem Bommel.
Der richtige Nikolaus kommt als Bischof. Als solchen trägt er ein Brustkreuz, einen Ring, den
Rauchmantel, den Hirtenstab und natürlich die Mitra. Die Insignien werden daneben mit Foto vorgestellt. An ein einem weiteren Aushang wird der Schokoladenweihnachtsmann mit dem Schokoladennikolaus verglichen. Bei dem richtigen Nikolaus ist eine Bezugsadresse angegeben.
Ich kenne aus dem angelsächsischen Raum den Brauch, dass am Abend des 24. am Kamin Schuhe aufgestellt werden. Der Weihnachtsmann, oder wer auch immer, springt von seinem Rentierschlitten durch den Kamin und befüllt das Schuhwerk mit Geschenken. Für Rudolph, dem rotnasigem Leitrentier steht auf dem Tisch ein Glas Milch. Der Weihnachtsmann schnappt sich das Platzerl daneben. Am Morgen des 25. ist dann Bescherung, der Keks ist weg und das Glas Milch ist ausgetrunken.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass Coca-Cola diesen Brauch auch eingeführt hat. Daher würde mich interessieren, wie den der Weihnachtsmann vor 1928 im U.K. oder den U.S.A. bekleidet war.
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