Am Samstag wurde bei uns in München mit dem Faßanstich des Bürgermeisters die Wiesn eröffnet. Schon seit Jahren trinkt der Oberbürgermeister die erste Maß auf „eine friedliche Wiesn“. Das macht mich stutzig und ich suche im Internet die Kriminalitätsstatistik des Münchener Oktoberfestes. Ich stoße auf eine Seite der Polizei, auf der täglich die heftigsten Vorfälle geschildert werden. Es stimmt die Wiesn wird immer brutaler. Sexuelle Übergriffe, Taschendiebstahl und Körperverletzung werden am meisten genannt.
Ich selbst hatte am ersten Samstag die üblichen Wiesn – Begleitumstände schon um 16:00 Uhr gesehen. Ein Auffahrunfall zwischen zwei Taxis in der Schwanthalerstrasse, eine Schlägerei gleich ums Eck in der Paul-Heyse-Strasse und ein vollgekotztes Taxi am Bahnhof. Alles im Zeitrahmen von 15 Minuten. Schöne Wiesn. Am Taxistand ruft mich ein bekannter Kollege. Ich komme zu seinem Taxi und er zeigt mir das Malheur. Die Rückbank und die inneren Flächen der hinteren Türen waren voll schon Gegessenem und Getrunkenem. Der erfahrene Kollege erklärt mir gleich, daß er dazu nichts könne; er wurde am Oktoberfest frei und die Fahrgäste sind ihm ins Auto gesprungen. Ich solle bitte die Polizei rufen. Er passt auf das junge Pärchen auf, damit sie nicht abhauen können. Ich finde einen zuständigen Polizisten und bringe ihn zum Taxi. Der junge Mann hat kein Geld mehr und die Dame hat noch 20,- €. Bei der Personalienübergabe stellt sich heraus Beide sind Argentinier. Da wird’s wohl schlecht ausschauen mit der Rechnung nach Südamerika. Ich lasse mir das eine Lehre sein und bin, wenn ich mit Fahrgästen zur Wiesn komme, mit verschlossenen Türen ganz schnell wieder weg.
Heute titelt die Abendzeitung mit „Wiesn brutal wie nie“.
Bereits am ersten Tag mussten 790 verletzte Patienten, die Meisten waren Opfer von Gewaltverbrechen, versorgt werden. Das erste Wochenende ist ja schon vorbei die restlichen 14 Tage werden wir hoffentlich ohne großen Ärger über die Bühne bringen.
"Schon seit Jahren trinkt der Oberbürgermeister die erste Maß auf „eine friedliche Wiesn“."
AntwortenLöschenDu zählst ja oben die Gründe auf, weshalb man darauf erst mal einen trinken muss.
Eine wird da wohl nicht reichen. Gestern Nacht wurde ein Wiesn-Besucher aus Australien von der S-Bahn erfasst und ist dabei tödlich verunglückt.
AntwortenLöschenOh je, ich krieg das ja alles nicht so mit, was in der Zeitung steht, aber die Wiesn ist und bleibt nun mal ein Kraftakt sondergleichen für die Taxler. Regel: Türen verriegelt, Beifahrerfenster einen Spalt auf. Das geht einfach nicht anders, die stürmen einem sonst das Taxi.
AntwortenLöschenWelche Adresse hat denn die Seite der Polizei? Würd mich mal interessieren.
@Trixi
AntwortenLöschenhier z.B.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,650344,00.html