Donnerstag, 30. Juli 2009

Im Westerwald

Schon wieder ist es Montag Abend und ich bin wieder in einem Städtchen, in dem augenscheinlich wenig los ist. Mein Hotel liegt genau unter dem Schloss Montabaur. Das gelbe Schloss mit den runden Türmen sprang mir immer schon bei den Vorbeifahrten auf der A3 zwischen Frankfurt und Köln ins Auge. Die Neugier treibt mich, und ich beschließe zumindest eine Nacht in Montabaur zu bleiben. Das Schloss gehört der Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG). Hier werden die Manager der Genossenschaftsbanken und der Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften qualifiziert. Unsere Taxigenossenschaften sind ja unter den deutschen Genossenschaften eine der größten Dienstleistungsgenossenschaften. Ich habe noch nie von einem unserer Taxifunktionären gehört, der in Montabaur gewesen wäre. In Grainau, am Fuße der Zugspitze, gibt es ein ähnliches Institut das von den Genossenschaften betrieben wird. Dort habe ich den einen oder anderen Taxi – Vorstand oder Aufsichtsrat getroffen mit dem ich heute noch in Kontakt stehe.
In dem Schloss können seit zwei Jahren auch Einzelpersonen das integrierte Vier-Sterne- Hotel nützen. Man glaubt es kaum, das Hotel hat 300 Zimmer und ist nach den Übernachtungszahlen der größte Hotelbetrieb in Rheinland-Pfalz.

Am nächsten Wochenende ist es mit der Beschaulichkeit, in dem Städtchen mit den schiefen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert und dem bildhaft schönen Rathaus, aus. Alle reden schon von der Kirmes die nächstes Wochenende beginnt. Die Vorbereitungen laufen schon und die Gastronomen erwarten ein bombiges Geschäft, hoffentlich werden sie nicht enttäuscht.

Am Marktplatz betrete ich das Lokal Sions und erkundige mich nach etwas Essbarem. Der Barista empfiehlt mir, wenn ich etwas richtiges Essen wollte, das Restaurant Viktors am anderen Ende des Platzes. Überrascht über soviel Ehrlichkeit nehme ich den Tipp an und gehe ins Viktors. Dort bestelle ich das Wiener Schnitzel, nicht Wiener Art, mit Bratkartoffeln. Vorweg eine Rinderbrühe. Die Brühe ist richtig aus Rinderknochen gekocht. Bei dem Schnitzel gewinne ich die Erfahrung, dass das milde, fast neutral schmeckende Kalbsfleisch eigentlich zu allem kombiniert werden kann. Der Koch überraschte mich mit einer Sardellen / Kapern Garnierung. Eine gelungene Komposition. Man kann sich auch über die Kleinigkeiten freuen. Beim Bezahlen eröffnet mir die Kellnerin das Sions hätte schon angerufen und mich avisiert.
in der Bar Sions komme ich bei Caipirinha ins Gespräch mit der Wirtsfrau. Sie ist die Chefin von Beidem, der Bar und dem Restaurant. Sie revanchiert sich mit interessanten Geschichten aus China. Dort hat sie jahrelang gelebt.

Aus der lokalen Presse bestätigt sich, was ich in den Gassen gehört habe: Eine Betrügerbande hat vor dem Kartenschlitz eines Geldautomaten eine Vorrichtung die die Kartendaten liest und eine Videokamera installiert. Inzwischen sind schon 25.000,- € von den betroffenen Konten auf ein Konto in Italien abgeflossen.
Gestern, am Sonntag den 26.Juli, ist hier in Montabaur ein Bus von einer Klassenfahrt nach Spanien zurückgekommen. Von den reisenden Jugendlichen sind neun mit dem Virus der Mexiko-Grippe infiziert.

Morgen ist mein großer Tag. Ich will die Ludolfs besuchen. Die vier außergewöhnlichen Brüder betreiben einen inzwischen über die Grenzen Deutschlands bekannten Schrottplatz. Ich bin schon seit über einem Jahr ein richtiger Fan von ihnen geworden. Gestatten: -> Mein Besuch bei den Ludolfs

Auf dem Rückweg komme ich um 17:30 Uhr am Flughafen München vorbei. Ich überlege ob es noch Sinn macht sich in die Taxireihe anzustellen. Bei dem Geschäftsgang laufe ich Gefahr „Schneider“ zu werden. Aber ich versuche mein Glück. Nach einer halben Stunde werde ich schon nach oben in die Taxispur gerufen. Dort warte ich nur eine weitere Viertelstunde. Vor mir stehen noch sechs Taxibusse. Die zwei Fahrer der Busse vor mir bringen mir eine Gruppe Italiener aus Kalabrien. Ich war der erste Bus mit acht Fahrgastsitzplätzen. Da bin ja gut weggekommen. Die Fahrt geht auch noch in das Tulip Hotel in der Domagkstrasse. Keine zwei Kilometer von Zuhause.

Kommentare:

  1. Na, Du kommst aber ganz schön rum. Ich müßt erst mal auf der Karte schauen, wo Montabaur überhaupt liegt... ;)
    Wo wohnst Du eigentlich genau, wenn die Domagkstraße 2km von Dir weg ist?

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  2. Tja, so ein Schloss wäre doch mal ein guter Treffpunkt für die Taxi-Chauffeure, so direkt an der Autobahn... ;-)

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  3. Tja, so ein Schloss wäre doch mal ein guter Treffpunkt für die Taxi-Chauffeure, so direkt an der Autobahn... ;-)

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  4. Ist doch gut dass keiner aus der Engelhardt auf solch einem Seminar ist.
    Stell dir vor ein Gewerbemäßig völlig unqualifizierter, abgelehnter Möchtegern Feldwebel hält auf solch einem Seminar eine Rede. Das Lachen wäre in ganz Deutschland zu hören.

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