Donnerstag, 30. April 2009

Im Dachauer Hinterland

Gestern war es endlich soweit. Die erste Erkundung zu den Wirkungsstätten des Räubers Kneißl begann. Nach der ersten Flughafenfahrt treffe ich mich mit meinem Taxikollegen Robert. Wir haben uns beide den ganzen Tag freigemacht. Das erste Ziel ist der Geburtsort unseres Helden – Unterweikertshofen. Der Ort Unterweikertshofen ist seit 1972 Bestandteil der Gemeinde Erdweg. Schon in der Frühe erfahren wir beim Metzgermeister, dass eine Information über die Jugend des Kneißl Mathias, die wir aus dem Internet gefischt haben, so nicht ganz stimmt. Wir nutzen die Gelegenheit in Erdweg und besuchen das Pfarramt, dort bekommen wir die genaue Adresse des ehemaligen Pascolini – Gasthofs und sogar die Adresse und Telefonnummer von Kneißl – Experten direkt in Unterweikertshofen. Gleich neben dem Pfarramt liegt die Gemeindeverwaltung. Dort wird noch mal die Aussage des Metzgermeisters bestätigt. Wir verlassen die Gemeindeverwaltung mit einer Karte und wundern uns schon fast über die Hilfsbereitschaft der Menschen.

In Unterweikertshofen finden wir die Stelle an der das Pascolini – Gasthaus, in dem der Mathias Kneißl bis zu seinem 11. Lebensjahr wohnte, stand. Dabei geholfen hat uns der Bühnenbildner vom Räuber Kneißl Theater. Er war auf uns aufmerksam geworden als wir die Vorbeifahrt mit unserem Taxi vor dem Theater filmten.



Auf den Grabsteinen des Friedhofs neben der über 400 Jahre alten Kirche fanden wir zur Bestätigung noch Namen der Zeitzeugen. Jetzt ging es weiter zum Höhepunkt des heutigen Tages – die Schachenmühle. 1886 von der Familie Kneißl, 1892 von der Gemeinde Sulzemoos gekauft und schließlich abgebrochen Martin betreibt die Landwirtschaft in Altenstetten, die der ehemaligen Mühle am nächsten liegt. Auch er ist selbstverständlich auch ein Kneißl – Kenner. Unter seiner Oacha (Quercus robur – der Landschaftsgärtner in mir kommt durch) dürfen wir am Waldrand parken, und los geht’s. Der Weg dorthin, wir erkundeten großflächig die Umgebung, war etwas anstrengend aber eine Wohltat für uns Taxifahrer.





Wir zündeten an den Grundmauern der Mühle eine Kerze für unseren „Helden“ an, und genossen diesen bedeutungsschwangeren Ort. Die letzte Station war Geisenhofen. Hier wurde der Schachenmüller – Hias von den Grünfräcken verhaftet. Das Anwesen wurde umstellt und beschossen. Diese Stelle haben wir auch nur durch die Hilfe zweier Geisenhofener gefunden. Diese Hilfsbereitschaft ist uns schon während des ganzen Tages begegnet. Wir sind das nach jahrzehntelangem Taxifahren in München gar nicht mehr gewohnt. Für diese Hilfsbereitschaft bedanken wir uns im Allgemeinen und im Besonderen bei
dem Metzgermeister Bauer,

den Mitarbeiterinnen des Pfarramts Erdweg,

den Mitarbeiterinnen der Gemeindeverwaltung Erdweg,

dem Techniker der Kneißl Bühne,

dem Landwirt Martin,

und den Geisenhofenern.

Nicht nur für die Informationen, sondern auch für die Freundlichkeit die ihr uns entgegengebracht habt. Als wir im Dunklen mit unserem Taxi wieder in Richtung München fuhren brachte es Robert auf den Punkt. „Wir waren zwar nicht weit entfernt, aber trotzdem ganz weit weg.“

2 Kommentare:

  1. Ja geil, klingt ja so als gäbs da einen richitgen Räuber Kneißl Hype im Dachauer Hinterland. Coole Aktion :)

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  2. So hat jedes Gebiet so einen Räuber im Gau bei uns ist es der Gummp und Gänswürger.Das waren echte Burschen. Weiter fällt mir der Bay. Hiasel und der Räuber Heigel.Das sind die bekanntesten die mir zur Zeit einfallen.

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